Donnerstag, 30. Juni 2011
Wochenende
Mittwoch, 29. Juni 2011
Einsichten einer alten Frau
trauert tief verschleiert
Oskar Jellinek
Dienstag, 28. Juni 2011
Montag, 27. Juni 2011
Tagträumereien

Sonntag, 26. Juni 2011
Melancholisch
Jon Lord


Samstag, 25. Juni 2011
Flickwerk, zu gut Deutsch: Patchwork
An einem Samstag




Confutatis
Freitag, 24. Juni 2011
Pendelbewegungen

Pure Gegenwart
Donnerstag, 23. Juni 2011
vor dem Einschlafen
Alltag pur
Ein ganz gewöhnlicher Tag geht langsam seinem Ende entgegen. Ich habe bloss (bloss?) existiert, bin meinen Pflichten nachgegangen (tendenziell freudlos), war mit der Tochter beim Zahnarzt (da sind kleinere Tragödien immer dabei), dann einkaufen (ein kleines, aber feines Stückchen Fleisch und ein kleines Geschenk für die Tochter als Lob, dass sie die Prozedur zahnärztlicher Kunst so tapfer -zeitweise leicht protestierend zwar- über sich ergehen liess). Mittwoch, 22. Juni 2011
Kinderspruch
Beim Frisör

Momentaufnahme
Dienstag, 21. Juni 2011
Jakob Burckhardt zum Zweiten
Der längste Tag
Einfach sein
Montag, 20. Juni 2011
Wirkliche Liebe
Bescheuert
- ihr 8 jähriges Kind mit dem BMW zur Schule fahren (wo sie nur wenige Gehminuten vom Schulhaus entfernt wohnen)
- ihm ein Handy in die Hände drücken (und die Mutter, stets ausgerüstet mit Gucci-Handtasche, ihm regelmässig sms schreibt, dies vornehmlich, wie ich erfahre, während der grossen Pause)
- das Kind leicht geschminkt zur Schule schicken
- dem Kind erlauben, einen BH zu tragen (?!)
Neuer Lebensabschnitt
Sonntag, 19. Juni 2011
Wäsche waschen
Heute Abend erledige ich meine Ferienwäsche. Dabei habe ich die Angewohnheit (oder soll ich von Marotte sprechen?), dem beginnenden Waschprogramm gebannt zuzuschauen, was durchaus mehrere Minuten dauern kann, ehe ich wieder in die Wohnung gehe. Gedankenversunken stehe ich jeweils vor der Maschine und lass mich von den Drehungen meditativ forttragen. Oftmals fällt mir dazu nichts ein, ich sitze einfach da und schaue zu. Oder ich denke an die sog. Waschfrauen von damals, die mit Mühsal stundenlang die Wäsche unten am Fluss waschen mussten. Die leisen Drehungen der Waschmaschine beruhigen mich auf eine eigentümliche Weise, ich sehe die letzte Woche getragenen Kleidungsstücke, wie sie im Wasser schwimmen und Zug um Zug gereinigt werden. 40 Grad, das muss genügen, sog. Sparprogramm, da sich als "Biowaschgang" anpreist. Ein Weichspüler kommt nie zum Einsatz, aus ganz grundsätzlichen Überlegungen.Drei Stühle

Rot glühend, doch du spürst ihn kaum,
Die Abendkühle kriecht über den Steinboden herein.
Ein kühn geschwung'nes Ofenrohr,
Die nackte Glühbirne taucht den Raum in fahlen Schein.
Ein alter Fernseher flackert schwarzweiß.
Die Männer sitzen verstreut im Kreis
Und immer in diesem Gebilde aus drei Stühl'n:
Einen, da stehn die Füße drauf,
Einen, da lehnt der Arm sich auf,
Den dritten, zum drauf Sitzen, um sich im Gleichgewicht zu fühl'n.
Mit dem verwitterten Gesicht,
Kiriakis, der nie ein Wort spricht,
Der seinen Arm beim Dynamitfischen verlor,
Der wie ein Gummiball hüpft und springt,
Wenn nur ein Ton Musik erklingt.
Und wirft den leeren Ärmel im Triumph empor.
Gianis weiß längst über dich Bescheid
Und breitet seine Arme weit,
Ohne ein Wort von deiner Sprache zu verstehn.
Durch Brillengläser, die so blind
Wie Glas im Meer geworden sind,
Kann er dir tief bis auf den Grund der Seele sehn.
Da ist kein Mißtrauen, da ist kein Neid.
Und da ist Frieden, da ist Zeit.
Der Wirt, der mit den dicken Kaffeetassen klirrt.
Nichts ist Berechnung, nichts bedacht,
Alles aus Freundlichkeit gemacht
Das ist ein Ort, an dem Dein Herz gesunden wird.
Blau weißes Tischtuch, frisches Brot,
Leise tuckerndes Fischerboot,
Ein Teller Apfelscheiben und ein Becher Wein.
Vielleicht bleib' ich irgendwann hier -
Jedenfalls arbeit' ich schon an mir,
Um auch mit nur drei Stühlen zufrieden zu sein!
Reinhard Mey
Im Rückflug
Freitag, 10. Juni 2011
An den Tod denken
Fehlendes Reisefieber
Kräfteraubend
Donnerstag, 9. Juni 2011
Kinderzeichnung
Eine kleine und spontan angefertigte Zeichnung meiner Tochter, die mich seltsam berührt. Mozarts Musik scheint sie ganz und gar zu beflügeln und anzuregen. So auch heute Abend unter der Dusche, da höre ich aus lauter Kehle nur noch Mozarts Melodien erklingen. die Welt hat einen Sinn
und er ist uns erspürbar
im Gleichnis der Musik.
Traurig bin ich sowieso
Ins Gesicht und auf den Po
Weil wir uns nicht ertragen
Traurig bin ich sowieso
Wenn ich mich bespitzelt sehe
Überall und nirgendwo
Ganz egal, wohin ich gehe
Traurig bin ich sowieso
Wenn die offne Meinung ausstirbrt
Niemand contra, niemand pro
Wenn man nur um Heuchelei wirbt
Traurig bin ich sowieso
(...)
Wenn man höchste Preise bietet
Für gedroschnes leeres Stroh
Und man sein Gehirn vernietet
Traurig bin ich sowieso
Wenn das Ideal am Arsch ist
Und die Hoffnung weiß nicht wo
Uns die Langeweile auffrisst
Traurig bin ich sowieso
Und ich denke an den Dichter
Der in Optimismus floh
Nur für freudige Gesichter
Traurig bin ich sowieso
Wenn die Häuser uns erschlagen
Mit dem Stacheldrahtniveau
Tränen nur bei Saufgelagen
Traurig bin ich sowieso
Wenn ich ans Gefängnis denke
Das von uns und anderswo
All die abgessesnen Bänke
Traurig bin ich sowieso
Wenn ich trotzdem weitersinge
Trag ich auch das Risiko
Und den Kopf schon in der Schlinge
Traurig bin ich sowieso
Mensch, solange wir noch lachen
Und wir fühl’n uns nicht allein
Und wir können noch was machen
Kann ich ruhig traurig sein
Das Fondue
Das trübe, regnerische und eher kühle Wetter erlaubt es den Käseliebhabern, zu ungewohnter Jahreszeit Fondue zu essen. So habe ich also heute Mittag ein Käsefondue gegessen. Mit allem drum und dran, d.h. mit einem kühlen Weissen aus dem Waadtland, mit viel Weissbrot und Kartoffeln, Essiggurken und feinem Kirsch. Dies alles in einer alten Spelunke in der Altstadt, wo seit Jahrzehnten eben dieses Gericht Tag für Tag aufgetischt wird. Mittwoch, 8. Juni 2011
Fern und doch so nah
als ein naher Händedruck,
den ich nur ferne und oberflächlich spüre.
Peter Sereinigg
Der alte Mann im Café
(William Somserset Maugham)
Dienstag, 7. Juni 2011
Das ist Liebe....
Kennst Du das auch?
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehen musst?
Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf,
wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, weinst ohne Halt- Kennst du das auch?