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Dienstag, 13. Mai 2014

Die Liste

Du hast eine Liste geführt,
bis Dein erstes Kind auf die Welt kam.
Hast alle Männer festgehalten und
durchnummeriert.
Was war/wie oft/geschützt oder ungeschützt.
Ein sonderbares Gefühl
zu wissen,
welche Nummer mir
in dieser Reihenfolge
zukommt.

Dienstag, 28. Mai 2013

gewollte Momente des Schweigens

Ich stelle mir vor:
eigentlich weiss er nichts wenig von dieser jungen Frau. Fragmente ja, und seine Intuition, die ihm die Richtung zeigt. Im gemeinsamen Schweigen jedoch kommt die Wahrheit umso heftiger zum Ausdruck, hierzu bedarf es keiner Worte und keiner langen Erklärungen. Später, im erschöpften Zustand, im Flüsterton dann noch dies und das, das wenig und doch viel ist, um Konturen anzunehmen. Die Momente des gewollten Schweigens überwiegen. 

Sonntag, 26. Mai 2013

Vorprogrammierter Abschiedsschmerz

Es gibt Begegnungen, die den Abschiedsschmerz bereits in sich tragen, weil er zwingend dazu gehört. So gibt es von Beginn an keine Missverständnisse, jeder weiss, ohne dass darüber gesprochen wird, woran er ist. Nimm mich, solange es geht, und dann zieh weiter, so oder ähnlich muss es sein, weil das Leben sich seine Bedingungen nicht immer aussucht. Illusionslose Romantik? Vielleicht. 

Freitag, 24. Mai 2013

Rebellion

Ich stelle mir vor:
Er begann zusehends, gegen die schrumpfende Zukunft zu rebellieren. Er hatte Angst davor, als Mann nur noch geschätzt, aber nicht mehr erkannt zu werden. Und so lächelte er sich das Leben an, eines Tages und beinahe ungewollt. Sie fand Gefallen an ihm, mehr: sie wollte, wenigstens eine Zeit lang, ein gereiftes Leben neben sich haben und nicht ein Bursche mit Bleichgesicht, der Wagners Musik nicht kannte. Und er machte sich einen Sport daraus, das junge Leben an die Hand zu nehmen, auch sprichwörtlich, und führte es aus und genoss die irritierten Blicke gereifter Frauen und halbwüchsiger Burschen, alle auf ihre Art und aus unterschiedlichen Gründen eifersüchtig auf das, was sie sahen, ein Mann und eine Frau, die in einer Gartenwirtschaft sassen und nur dadurch, dass sie sich die Hand hielten, erkannte man, dass es nicht Vater und Tochter waren.

Er: Sein Kreuzzug wider das Altern: ich bin noch da - und wie!
Sie: Ihr Aufstand gegen den stets abwesenden Vater: du A***loch!
Oder auch:
sie mochten sich einfach, ohne viel Worte darüber zu verlieren. 

Mittwoch, 19. September 2012

Sich arrangieren













Ich kenne nicht wenige, die sich mit ihrem Leben "arrangieren". Sie "managen" ihre Beziehung und halten sich dabei für "sehr realistisch": das Leben sei halt so. Ich frage mich jeweils, wie lange sie einen solchen Zustand "durchziehen" wollen - und zu welchem Preis. 

Dienstag, 1. Mai 2012

Nah und fern

Wie nah sind uns manche Tote, doch
wie tot sind uns manche, die leben
Wolf Biermann

Ich mag diese schlichten Worte aus Biermanns Ballade zum Hugenottenfriedhof. Weil sie so verdammt wahr sind. Sie bedeuten für mich auch: Wie nah sind uns manche Fernlebende, doch wie tot sind uns manche, die um uns leben. Sie, die Fernlebenden, können uns nah sein, vielleicht zu nah, als uns lieb ist. Schwierig und anspruchsvoll, ja wohl illusorisch, dass sich daraus ein entwickeltes "wir" entwickeln könnte: Und das Du bleibt räumlich fern und meistens unnahbar. Still ist es vor allem dann, wenn man es ansprechen und schlicht berühren möchte. Gerade in schwierigen Lebenssituationen bräuchte man so sehr ein Du, das uns vertraut ist, das mit uns in einen Dialog treten kann und dabei, nur scheinbar widersprüchlich, auch die vertraute Stille erträgt und herbeiführt. 

Und umgekehrt gibt es die "Nahlebenden", die uns manchmal fast aufzufressen drohen, die eine unerträgliche Nähe einfordern und dabei vor allem eines provozieren: Flucht, weit weit weg, so dass sie bald einmal für uns tot sind. 

Doch bitte kein Entweder-Oder, das wäre schön. 
Und ja, man wählt sich seine Lebenssituation nicht immer aus. 
Zufälligkeiten und unergründliche Begegnungen nehmen keine Rücksichten auf Raum und Zeit. 
So bleibt es dabei: wie nah sind uns manche Tote, doch, wie tot sind uns manche, die leben. 

Montag, 26. März 2012

Nur eine Zahnbürste

Ich habe bloss eine Zahnbürste bei ihr deponiert.

Alles andere wäre schlicht zu viel.

Weile es Nähe suggerieren würde, die doch nicht gegeben ist.

Es ist ehrlicher, im Provisorium zu leben. 

Donnerstag, 22. März 2012

Cosi fan tutte - real umgesetzt

Inspiriert von Mozarts Cosi fan tutte hat mich ein Freund gebeten, ich solle die Treue seiner Lebenspartnerin auf die Probe stellen. Mein Auftrag lautet: schleich dich an meine Freundin heran, sei hartnäckig und versuche, sie zu verführen. Ein schöner, mit Augenzwinkern versehener Auftrag, den ich gerne angenommen habe.

Die Dame -12 Jahre jünger als ich, lange blonde Haare, nussbraune Augen, schlank und sportlich- hat ein Facebook-Konto, also habe ich sie gleich mal angeschrieben (natürlich unter falschem Namen) und begonnen, sie sanft und bestimmt zu beackern. Ich konnte sie so in eine längere Email-Geschichte verwickeln mit dem Resultat, dass wir uns morgen Abend treffen. Hach! Der Fisch zappelt also bereits im Netz, oder etwa doch nicht bzw. noch nicht? Wir treffen uns beim Bahnhof, sie holt mich dort mit ihrem Wagen (Cabrio) ab, und dann....

...nehme ich Plan B hervor. Mein Auftrag ist klar und lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, so will es mein Kumpel. Bin sehr gespannt, wie sich dieses Experiment entwicklen wird. Mein Freund ist etwas nervös und bereits darüber enttäuscht, dass seine Freundin mit mir abgemacht hat - mehr noch: sie hat ihm nichts davon erzählt. Er wird das Spiel aber fortführen und sie für morgen Abend zu einem Essen einladen, aber ich gehe mal davon aus, dass sie ihm eine Ausrede präsentieren wird. Sie wird morgen kommen.

Cosi fan tutte?
Bin gespannt!
***
hier noch Erläuterungen zum Hintergrund der Oper und zum hier diskutierten Stoff:

und hier noch mehr....


Montag, 20. Februar 2012

Asexualität

Heute Abend in der Badewanne (mit Lavendelöl, wunderbar entspannend) habe ich mich gefragt, ob ein asexuelles Leben grundsätzlich zu mehr Glück und Gelassenheit führt. Fällt der sexuelle Aspekt weg, konzentriert man sich dann nicht umso mehr auf das, was sich schlicht "Freundschaft" nennt? Frei von Trieben zu sein hiesse nicht zwingend, die Sehnsucht nach dem Zweiklang aufzugeben - vielleicht wäre sie dann gar umso grösser, weil durch den Wegfall der körperlichen Lust die geistig-emotionale Komponente umso mehr zum Tragen käme. Ich frage mich selbstkritisch, ob die Lust, seine Triebe auszuleben, auch so dominant werden kann, dass sie lebensbestimmend wird (und uns damit okkupiert statt frei macht). Wohin mit seiner Lust, wenn sie -aus welchen Gründen auch immer- nicht (ständig) ausgelebt werden kann in jener Form, die man sich wünscht? Solche Fragen fallen bei einem asexuellen Menschen weg. Er ist wohl freier und damit souveräner in seinem Leben, und irrationale Entscheidungen dürften bei ihm weniger zum Tragen kommen. Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit (Nietzsche).