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Samstag, 2. November 2013

Von der Hölle

Auch ich habe oftmals Angst vor dem leeren Blatt, dabei müsste ich schreiben.
Schreiben, um Luft zu bekommen, um zu ordnen und damit zu einer Übersicht zu kommen. Stattdessen wälze ich bloss Gedankenkonstrukte im Kopf hin und her, ringe nach Luft. Bleierne Müdigkeit.

Ich bin Gefangener meiner Gedanken.
Die Hölle, das sind nicht die anderen oder die Umstände - das sind oftmals wir selbst.

Und noch dies: meine Bettlektüre - frisch zitiert:

Was wird kommen? Was wird die Zukunft bringen? 
Ich weiss es nicht, ich ahne nichts. 
Wenn eine Spinne von einem festen Punkt sich in ihre Konsequenzen hinabstürzt, 
so sieht sie stets einen leeren Raum vor sich, 
in dem sie nirgends Fuss fassen kann, 
so sehr sie auch zappelt. 
So geht es mir; vor mir stets ein leerer Raum; 
was mich vorwärtstreibt, ist eine Konsequenz, die hinter mir liegt. 
Dieses Leben ist verkehrt und grauenhaft, nicht auszuhalten.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Das Leben nochmals erleben


In den Kindern erlebt man sein eigenes Leben noch einmal, 
und erst jetzt versteht man es ganz.
Kierkegaard

Mag sein, dass dem, ansatzweise, so ist. Ich erlebe beim Spiel mit meiner Tochter mitunter intensive Momente des Erinnern. Ihre kleinen Triumphe und Niederlagen des Alltags sind qua Erinnerung auch die meinen. Unlängst musste ich meinen damaligen Schulweg nochmals durchwandern und sah mir dabei alles an. Merkwürdig, als sei die Zeit stehengeblieben, verliere ich mich in meinen Gedanken längst verflossener Momente. Ob dabei allerdings das Leben ganz verstanden wird, wage ich sehr zu bezweifeln. Ich bin schon froh, etwas achtsamer zu werden. 

Mittwoch, 28. März 2012

Macht der Sinnlichkeit

Wunderbare Inszenierung, nicht ganz jugendfrei.
Welche Wollust hier zum Ausdruck kommt!
Welche Gier nach dem prallen Leben...
ich lese und unterstreiche dabei folgendes:
wie aber mag es wohl in seinem eigenen Kopf aussehen? Wie er andere irregeführt hat, wird er sich wohl selbst verlaufen. – Es ist Angst in ihm. Aber diese Angst ist seine Energie. Es ist keine ihm substantielle Angst. Keineswegs ist, was die Ouvertüre ausdrückt – wie man gewöhnlich sagt, ohne zu wissen, was man sagt – Verzweiflung; DON JUANS Leben ist nicht Verzweiflung, sondern es ist die ganze Macht der Sinnlichkeit, die in Angst geboren wird, und DON JUAN selbst ist diese Angst, aber gerade diese Angst ist seine dämonische Lebenslust. Nachdem Mozart so DON JUAN entstehen lässt, entwickelt er uns nun sein Leben in den tanzenden Violinklängen, in denen er leicht und flüchtig über den Abgrund hinjagt. Wie ein Stein, den man so übers Wasser hinschleudert, dass er die Oberfläche nur schneidet, wohl eine Weile in leichten Sätzen darüber hinhüpft, aber sofort in die Tiefe sinkt, sobald er zu hüpfen aufhört; so tanzt er über dem Abgrund und jubelt in der ihm vergönnten kurzen Frist.
Kierkegaard

Mittwoch, 25. Mai 2011

Kleine Erkenntnis

In den Kindern erlebt man sein eigenes Leben noch einmal, und erst jetzt versteht man es ganz
(Kierkegaard, philosophische Schriften, Frankfurt 2007, S. 390).

So ist es, nur dass ich es immer noch nicht ganz verstehe. Es wird ein Geheimnis bleiben - gut so.