Donnerstag, 26. Januar 2012

Die vernichteten Liebesbriefe

Heute Abend habe ich über die von mir in den letzten Jahren vernichteten Liebesbriefe aus der eigenen Sturm- und Drangzeit nachgedacht. Es tut mir leid, dass ich sie allesamt vernichtet habe, jene Briefe aus der Jugend, die heute vergilbt und Zeugen längst vergangener Gefühle und Geschichten wären. Wie gerne würde ich sie jetzt hervorkramen und darin lesen wollen, was mir namentlich Denise, Eva, Silvia und Maria damals schrieben - teils mit überschäumender Freude, teils mit Tränen zwischen den Zeilen.

Wie gerne würde ich mit den Augen durch diese Zeilen wandern und den damaligen Gefühlen, Irrungen und Wirrungen nachspüren wollen. Nochmals das Papier zwischen den Händen halten, nochmals daran riechen (Silvia, ich weiss es noch genau, parfümierte ihr Briefpapier, fertigte Zeichnungen an und legte auch mal eine getrocknete Blume bei), die Schrift auf mich einwirken lassen, die Satzkonstruktionen, die damaligen Sehnsüchte, Fragen, Hoffnungen und, ja, Zukunftspläne nochmals durchgehen. Ich vermisse sie. 

Kommentare:

  1. Muss man nicht oft im Leben die Brücken hinter sich abbrechen?
    Es lohnt doch nicht dem Vergangenen hinterher zu weinen, was man im Gedächtsnis hat kann man nicht vergessen. Ich krame auch gern in alten Sachen, nicht gerade Liebesbriefe, sondern Dinge von den Großeltern und Eltern. Manchmal kommt auch einen Frage hoch, die niemand mehr beantworten kann, da kann man sich natürlich ärgern, aber man muss doch immer vorwärts schauen, ärgern nützt nichts.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, Liebe Grüße Ulrike

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  2. Ich habe mich auch irgendwann von all diesen Zeugnissen längst vergangener Vergangenheit getrennt - und es bisher nicht bedauert. Aber selbst WENN ich es mal bedauern sollte: ich wollte und will ja mit dem Verzicht auf derlei "Andenken" gerade erreichen, dass ich mich auch in späteren Lebensaltern nicht sentimental in die Vergangenheit versenke, sondern das Glück in der jeweiligen Gegenwart suche.

    Ich bin nicht mehr die, die diese Briefe geschrieben und erhalten hat. Und jene, die sie schrieben, sind auch lange nicht mehr diesselben. Warum also Gefühl und Geist auf solche Zeugnisse des Vergangen fokussieren? Das alles ist vorbei, hat mich berührt und auch geprägt - was davon geblieben ist, ist das, was ich heute bin. Es wird durch Rückschau nicht MEHR.

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    1. Hallo Claudia, ich bin Manuela und komme auch aus Berlin. Ich bin hier gern in einigen Blogs unterwegs und finde immer wieder total nette Worte, Bilder,Gedanken und freue mich dran.

      Deine Gedanken zum "Andenken" an vergangene Dinge finde ich bemerkenswert. Ohne Schnörkel und mit viel Wahrheit.Für mein Empfinden. Soll ein gutes Orakel für das neue Jahr sein.
      Ich weiß nicht ob dich die Zeilen erreichen, wünsche ein tolles neues Jahr
      Lieben Gruß aus auch Berlin

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  3. Als Trost ;) :https://www.youtube.com/watch?v=7mXEiB38J5E

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  4. Das ist schön für meine vllt baltige freundin den ich möchte ihr das schenken danke

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