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Freitag, 20. Dezember 2013

5 Dinge, die glücklich machen

Aha - fünf Dinge, die uns glücklich machen:
  1. Der Beruf und eine Arbeitsstelle. Das ist enorm wichtig. Der Verlust der Arbeitsstelle dagegen führt zu einem grossen Rückgang des Glücks. Das ist für die meisten Menschen sehr schlimm.
  2. Freunde, Bekannte und Familie haben und regelmässig Zeit mit ihnen verbringen. 
  3. Gesundheit
  4. Leben in einer Demokratie. Menschen sind auch glücklicher, wenn sie in lokalen politischen Entscheiden mitwirken können. 
  5. Materieller Wohlstand. Ist man gut gestellt, gehts einem besser. Arm sein ist eine grosse Belastung.
Klingt ziemlich banal, lieber Bruno Frey. 
These 2 ist diskutabel, ich meine: das kann auch den Atem nehmen, wenn man zuviel davon abkriegt und wenn dabei das Du fehlt (siehe fehlende These 6). 
These 5: na ja, zuviel Geld ist auch ungesund. 
These 4 bezüglich politischer Partizipation finde ich interessant. Demzufolge müssten die Menschen umso glücklicher sein, je mehr sie im politischen Entscheidungsprozess eingebunden sind. Wollen das die Menschen durchwegs? Viele sind eher froh, wenn sie nichts damit zu tun haben und bloss alle vier Jahre das Parlament wählen. 
Mir fehlt noch These 6: Menschen brauchen ein Du - und dieses Du ist nicht zwingend in einer Familie, bei Bekannten oder Freunden zu finden. 

Dienstag, 19. November 2013

Glauben zu können: alles wird gut!

Nicht selten ertrage ich meine eigenen Beiträge nicht, vor allem dann nicht, wenn ich in schlechter Stimmung bin und ich Zeilen aus glücklicheren Tagen lese: Erinnerungen an den letzten Sommer (zum Beispiel). Ähnlich geht es mir mit Fotoaufnahmen: kurze Momente des kleinen Glücks in Millionen von Pixel festgehalten und eine Kontinuität suggerierend, die es kaum geben kann: das Glück ist von kurzer Dauer, mag es noch so scharf und farbig festgehalten worden sein.

Ja, und auch dies: Sehnsucht glauben zu können: alles wird gut!

Und mit arglosem Übermut,
Durch dunkle Wege, der Zuflucht entgegen
Und glauben können: Alles wird gut!
Manchmal wünscht' ich, die Dinge wär´n so einfach geblieben
Und die Wege gingen nur grade aus.

Manchmal wünscht' ich, es wär' nochmal viertel vor sieben
Und ich wünschte, ich käme nach Haus

Reinhard Mey

Montag, 4. November 2013

Von der Bescheidenheit

Vielleicht muss ich einsehen bzw. akzeptieren, dass, ganz banal gesprochen, nicht alles möglich ist, dass unser Leben beschränkt ist (weil wir es sind) und wir vermehrt mit dem zufrieden sein müssen, was wir haben bzw. vorfinden. Doch Nein, dies ist kein Plädoyer für Friede, Freude, Eierkuchen. Oder doch?

Und vor dem Zubettgehen:
Liebe kommt auf uns zu, nicht umgekehrt, wie oft wohl ist mir dieser schlichte Satz in den letzten Tagen in den Sinn gekommen? Er scheint mich regelrecht zu verfolgen. 

Sonntag, 13. Oktober 2013

Wunschliste (nicht abschliessend)

Manchmal möchte ich
alles vergessen können,
nur noch spielen,
unbekümmert sein,
voraussetzungslos geliebt werden,
frei von wirtschaftlichem Druck sein,
nicht immer denken müssen,
einfach sein.

Heute Sonntag stattdessen
Kopfschmerzen,
gedankenversunken,
melancholisch,
wartend,
von innerer Unruhe getrieben,
In zweifelnder Erwartung vor der nächsten Nacht.

Was tun?
Schwimmen gehen,
in der Sauna herumliegen,
im Wildwasser herumalbern
und mit Kindern um die Wette tauchen.
Abends zum Thailänder
und auf eine ruhige Nacht hoffen.

Sonntag, 4. August 2013

Vom Glück

Du, Glück, bist von kurzer Dauer.
Du bist ja doch bloss ein Passagier.
Kommst und gehst, wann du willst.
Verführer des innigen Moments.
Reichst mir deine Hand, um dich gleich wieder zu verabschieden.
Warm bist du, und doch so kalt.
Du bereitest mir und all jenen, die du heimsuchst, den freien Fall vor, ich ahne es.
Ich liebe und ich hasse dich. 

Montag, 22. Juli 2013

Vom Abgrund und vom Glück

Der Abgrund ist manchmal viel näher, als man sich dies einzugestehen mag.

Das Eis auf dem Bergsee kann so schrecklich dünn sein, obwohl es nach einer dicken Schicht aussieht - die warnenden Hinweise am Ufer ignorieren wir damm einfach. Es ist fahrlässig, sich an das Glück zu orientieren, geschweige denn sich daran festzuklauben. Ein falscher Fusstritt im Hochgebirge genügt, um abzustürzen. Ein stabiles Hoch, da brauchen wir keine Meteorologen zu sein, währt nicht ewig, und doch mag es uns zeitweise überraschen, wenn es in sich zusammensackt, über Nacht und wie wenn nichts gewesen wäre. Die Instabilität beherrscht unser Leben (so jedenfalls meine Erfahrung), und doch hätten wir so gerne ewiges vom Hochdruck bestimmtes Wetter, ewiges Glück, ewige Liebe.

Manchmal habe ich das Gefühl, im sommerlichen Hoch zu ersticken, kriege keine Luft und wünsche mir Wolken am Himmel, die eine wenn auch nur vorübergehende sommerliche Melancholie erzeugen. 

Donnerstag, 27. Juni 2013

Was schlapp macht

Wohlergehen - materiell, mental, wie auch immer- ist der Kreativität grundsätzlich abträglich.
Nur wer den Abgrund kennt,
kann die seelischen Schmerzen ausloten und sie beschreiben.
So wie zu viel Schlaf bloss schlapp macht,
ist ein zuviel an Glück ein Valium,
das süchtig macht.
Leichtigkeit
kann auch
zur Last werden. 

Sonntag, 21. April 2013

Weder Schwarz noch Weiss
















Man kann das Bodenlose verspüren auch auf vermeintlich festem Grund,
man sieht das Netz, das uns auffangen würde,
und doch ist die sich offenbarende Tiefe unerträglich.
Glücklich sein (für kurze Momente) im Raum des prinzipiell Unglücklichen,
die Schuhe sind wasserdicht, so es nicht sintflutartig regnet.
Auch der beste Sonnenschutz kennt eine Verfallsdauer.
Hoffnung: ja, auch wenn der Grund aus blossem Schiefer besteht. 

Donnerstag, 18. April 2013

Wunschlos glücklich

Wunschlos glücklich sein. Wie ist dieser Zustand zu erreichen?
Aus Einsicht, dass es so, wie es ist, gut ist?
Aus Bescheidenheit, weil mehr zu wollen nur einer Gier entspräche?
Ist es überhaupt erstrebenswert, wunschlos glücklich zu sein?
Nicht mehr zu wollen als das, was ist.

Anders gefragt:
wie wird man so frei, unabhängig vom Äusseren wunschlos glücklich zu sein? Denn darum ginge es wohl letztlich, unabhängig zu sein von äusseren Bedingungen. Doch wer kann das schon? Ich jedenfalls nicht, auch wenn ich mich bemühe. Ich schaue mir den Himmel an, er ist bedeckt, die Luft: angenehm mild. Ich sitze draussen auf der Terrasse, ein kleines Lüftchen geht und Besuch ist angesagt. Ich trinke ein Gläschen Wein (Rosé), esse ein Stückchen Käse (Appenzeller, sehr rezent). Und da sind noch Erdbeeren (aus Spanien, was unökologisch ist, ich weiss). Und weshalb bin ich doch nicht restlos glücklich? Wann wäre denn dieser Zustand erreicht?
Weisst Du es immer so genau, Du, die gerade diese Zeilen liest? Dann verrate mir Dein Geheimnis. 

Freitag, 5. April 2013

Der Vogel im Käfig (oder: nochmals von der Entführung)

Ich bin ein Vogel im goldenen Käfig, schreibt Morgenrot.
Sind wir nicht alle (unabhängig von unserem Zivilstand und Alter) in unseren Käfigen gefangen, wohlbehütet, und doch: da fehlt doch etwas Wesentliches. Das Gespräch, Gegenüber, Eigenleben, Sinnlichkeit, die mich mich fühlen lässt.
Vielleicht müssen wir uns vermehrt auf die Suche nach unserem Innern machen, das innere Kind in uns spüren und dieses vor allem befreien, damit wir uns befreien können. Die Konventionen als solche erkennen und damit demaskieren, vielleicht, jedenfalls sich der Mechanismen der inneren Gefangenschaft bewusst werden, um überhaupt handlungsfähig zu sein.
Warum tun wir uns so verdammt schwer, aus dem Käfig zu fliegen?
Wohin geht die Reise, unsere Reise, unsere Lebensreise?
Morgen Abend werde ich mir wiederum Mozarts Entführung aus dem Serail an unserem Stadttheater zu Gemüte führen und dabei auch mich auf der Bühne ertappen und nicht wenige, deren Blogs ich lese.
Konstanze begibt sich auf ihre innere Traumreise, um sich selbst zu erkennen.....mögen wir es ihr gleichtun.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Die Glücksjagd

Die ständige Jagd nach dem Glück -worin dieses auch immer bestehen mag- kann uns ins totale Offside katapultieren, indem wir, atemlos geworden, das vermeintlich kleine Glück von nebenan gar nicht mehr zu erkennen vermögen. Die Jäger werden zu Gejagten ihrer Trunkenheit. 

Dienstag, 19. Juni 2012

ein bisschen Glück

Manchmal
besteht Glück
bloss darin,
nach einer Wanderung
eine Cervelat über die heisse Glut zu legen,
Senf aus der Tube auf den Teller zu drücken
ein Stückchen Brot dazu zu essen
und wenn es luxuriös sein soll
wird dazu ein kaltes Bier getrunken.

Durchatmen,
mit Blick auf die Berge
dazu der Bergsee
blau wie Tinte.

Später riecht man wie eine Rauchwurst
und ist
mit sich und der Welt zufrieden.

Mittwoch, 28. März 2012

Vom inneren Glück

Natürlich ist mir klar, dass das Glück nicht im Äusseren gefunden werden kann. Denn das Äussere ist äusserst fragil, brüchig, dem steten Wandel unterzogen...und wer sich auf diese Weise abhängig macht, ist unfrei.

Das wahre Glück kommt aus dem Innern.
Sagt man so schön, nicht wahr?
Ich versuche dem auch nachzuleben, versuche, mir selbst ein guter Freund zu sein, ganz im Moment leben und geniessen zu können, frei sein von äusseren Bedingungen und damit auch vom Wohlwollen von Menschen. Doch die Sehnsucht und jener nicht immer leicht fassbarer Wunsch, ganz in der Heimat (in einem breit verstandenen Sinn gemeint) ankommen zu können und so etwas wie Glückseligkeit zu erleben, bringt mich immer wieder aus dem Tritt. Macht mich zeitweise atemlos, unruhig, so dass ich ein Getriebener werde, der zwar die innere Ruhe propagiert und selbst doch keine findet. 

Samstag, 25. Juni 2011

An einem Samstag

















Heute war ich mit meiner Tochter in einer Auenlandschaft am Wandern und habe unterwegs einige Schnappschüsse mit dem Handy gemacht.

Wandern, am Fluss spielen mit den vielen Steinchen, Badehosen anziehen und schwimmen, sich dabei nicht nur vom Fluss treiben lassen. Ein weiterer Versuch, ganz in der Gegenwart zu sein, beim Baden die harten Steine unter den Füssen spüren, selber wieder Kind sein.

Im Verlaufe des Nachmittags machen wir ein Feuer wie die Profis :-) und geniessen die Würste, den mitgenommenen Bohnensalat, das frische Brot, das Obst sowie kleine Sünden in Form von Süssigkeiten. Wir haben Hunger und Durst...und sind voller Tatendrang.

So gehen wir also des Weges, beobachten dabei allerlei Falter und Libellen. Es ist ein abwechslungsreicher, schöner Weg. Sattes Grün, spätnachmittags liebliches Licht, Abendrot.

Biker sind auch unterwegs.
Vor allem aber: Ruhe, in der Kraft liegt.

Dienstag, 27. Juli 2010

wohltuende Illusionen

Ferien.

Ich sitze im Hotelzimmer und weiss noch nicht, ob ich in die grosse Hotelhalle will. Bin unschlüssig, ob ich nun schreiben oder mich in einem Buch vertiefen soll. Melancholie macht sich breit, es liegt natürlich auch daran, dass ich in Sils-Maria bin, meiner zweiten Heimat. Hier liebe ich die Frische und die kalten Nächte. Morgen früh sollen es gerade mal 2 Grad sein. Es ist kein Zufall, dass ich immer wieder hier in die Ferien komme, denn dieser Ort vermittelt die Illusion der Zeitlosigkeit. Namentlich in „meinem“ Hotel wird dies zum nicht ausgesprochenen Prinzip erhoben. Als Thomas Mann mit seiner Familie da war, sah es gleich aus, die Rituale waren dieselben, nur dass damals die Kinder noch artig sein mussten und es abends kein Kinderkino gab. Wenn ich vom Fenster aus den Silsersee und die dunklen, wolkenverhangenen Berge, die ihn umgeben, betrachte, so erfasst mich eine spezifische Wärme von seligmachender Gleichgültigkeit. Dann denke ich nicht an morgen, denke nicht an das Büro, an die Politik oder an andere weltliche Gegebenheiten. Dann bin ich nur noch hier, in der puren Gegenwart und doch umhüllt von Geschichte und gelebter Tradition.

Ich möchte gerade in jenen Augenblicken meine unerfüllte und unerreichbare Liebe in meinen Armen halten, wissend, dass dies einer Illusion gleichkommt, so wie Manches hier eine Illusion ist, aber ich lasse mich für eine Weile gerne von Illusionen einvernehmen, ja sie tun mir gut, ich darf für eine Weile einfach vergessen, das Abendessen geniessen, ebenso den obligaten Kirsch aus Zug als Schlummertrunk und die in Szene gespielte Salonmusik. Der Leiter des Haustrios, ein begnadeter Pianist aus der Slowakei, hat kürzlich gesagt, mit seinen Kompositionen wolle er die Jugend seines Herzens vor dem Leben retten. Wenn ich seiner Musik genau hinhöre, so beginne ich ihn zu verstehen. Ja, es tut zeitweise gut, in einer Art Trutzburg (hinter deren Mauern freilich modernste Haustechnik versteckt ist) das Altmodische zu zelebrieren. Ich liebe es, hier von Menschen umgeben zu sein, die abends vertieft in ihren Sesseln einfach nur lesen wollen und sonst nichts. Hier gibt es keine Disco, keine Luxusboutiquen und dergleichen mehr, dafür eine wunderschöne alte Bibliothek. Mein kleines Doppelzimmer, das ich mit meiner Tochter teile, gleicht einer komfortablen Mönchszelle.

Morgen soll es schön sein, mit angenehmen Wandertemperaturen. Dann werden wir aufbrechen und ins autofreie Fextal wandern, vielleicht werden wir dabei allerlei Tieren begegnen. Und vor allem werden wir der Ruhe begegnen und der Besinnung.

Sonntag, 4. Juli 2010

Vom Schreiben

Wenn ich einen Text zu schreiben beginne, weiss ich im Grunde der Dinge nicht, wohin mich die Reise jeweils hinführen wird. Natürlich beginne ich das Schreiben mit einem Grundgefühl (Angst, Trauer, Freude, wie auch immer), entsprechend gefärbt wird der Text dann auch ausfallen. Aber das effektive Endergebnis ist mir beim Auftakt des Schreibens nicht bekannt, ebenso wenig die Selbsterkenntnis, die ich aus meinen eigenen Texten allenfalls gewinnen kann - wenn es denn überhaupt eine Selbsterkenntnis gibt (was an sich Ziel des Schreibens wäre). Meine Texte können mich auch ratlos zurücklassen, aber ich bin in jedem Fall erleichtert, wenn ich meinem Drang folge und schreibe. Dies ist auch heute Morgen nicht viel anders.

Meine Tochter ist für zwei Wochen an der Ostsee mit ihrer Mama. Ich werde während dieser Zeit arbeiten und meinen Alltag so gut wie möglich gestalten. Danach werde ich Ferien machen und mit meiner Tochter nach Sils-Maria fahren. Ich habe die Absicht, dort an einer Schreibwerkstatt, die jeweils morgens unter der Leitung der Schweizer Schriftstellerin Gabrielle Alioth stattfinden wird, teilzunehmen. Einen besseren Ort kann ich mir für eine solche Tätigkeit nicht vorstellen. Meine Tochter wird in der gleichen Zeit vom hoteleigenen "Kindergarten" betreut werden, nachmittags werden wir dann zusammen wandern gehen, Spielplätze hoch in den Alpen aufsuchen, Teile des Bergells durchwandern, im Fextal nach Rehen und anderen Waldtieren Ausschau halten, Musik hören, spielen, vorlesen, malen, dem Geläut der Pferdekutschen zuhören, im wunderbar kühlen Silsersee baden...neuerdings darf sie abends mit mir auch in die Hotelbar kommen - selbst dort wimmelt es im übrigen von Kindern in ihrem Alter, auch abends :-).

In den letzten Tagen verspürte ich intensive Glücksgefühle, welche andauern. Ich geniesse dies und bin unendlich dafür dankbar, meiner Seelenverwandten begegnet zu sein.

Montag, 31. Mai 2010

das kurze Glück des Moments

Spätnachmittags, die Sonne scheint für einen kurzen Moment, ansonsten viele Wolken, windig. Meine Stimmung entspricht ziemlich genau der aktuellen Wetterlage.

Vor allem: ich fühle mich leer, nicht hoffnungslos, aber müde in einem umfassenden Sinn. Wenn ich Leere empfinde, kann ich auch nicht schreiben, alles ist blockiert, das strukturierte Denken fällt schwer. Mögen all meine Wünsche in Erfüllung gehen: gut gemeinte, standardisierte Sätze, die Trost zu spenden versuchen. Allein, ich glaube je länger je mehr, dass das glückliche Leben (stark individuell und im umfassenden Sinn verstanden) schwer zu finden und vor allem selten ist. Anhaltendes Lebensglück gehört ins Reich der (kindlichen?) Phantasie, daher bereite ich mich darauf vor, (wieder vermehrt) das Glück des Moments schätzen zu lernen, kurze, euphorische Augenblicke zu erleben, die allesamt in eine vorübergehende Zufriedenheit münden (wäre dies allenfalls das Lebensgefühl Drogenabhängiger?), da jene Augenblicke eben Augenblicke sind und keinen anhaltenden Charakter haben, vielmehr entziehen sie sich unserer Existenz, kaum sind sie aufgetaucht, einer Sternschnuppe oder einem Regenbogen gleich.

Um wenigstens kurze glückliche Momente zu erleben, braucht es viel Selbstreflexion und Selbstbeobachtung: was macht mich tendenziell glücklich, was unglücklich? Weshalb bin ich in jenen Situationen glücklich, in anderen nicht? Aber auch: akzeptieren, dass Glück letztlich ein Geschenk und ein Mysterium ist, es kann, wie A., aus dem Nichts plötzlich auftauchen, um alsbald wieder im Nichts zu verschwinden (das liest sich jetzt so locker, in Wahrheit ist es eine Erfahrung, die auch weh tut). Dazu kommt: der Mensch kann nicht alles, seine Macht ist endlicher Natur. Kann ein zufriedenes Leben auch gelebt werden jenseits von Glücksgefühlen? Camus kommt mir in den Sinn, der dazu aufrief, uns (selbst) Sysiphus als glücklichen Menschen vorzustellen. Ich gestehe, dass ich noch nicht so weit bin, mir diese Vorstellung definitiv anzueignen (zeitweise aber schon, wenn ich gänzlich niedergeschlagen bin). Noch rebelliere ich zeitweise dagegen - allein, wie lange noch?

Doch selbst die kurzen Momente des Glücks sind rar, wenigstens in meinem Leben. Wenn meine Tochter über die Schönheit eines Falters strahlt, macht mich dies glücklich. Es gäbe noch andere Beispiele, gewiss. Aber ich merke, dass mir dies alles doch nicht genügt, ich möchte mehr vom Leben. Werde ich es vorfinden, dieses spezifische Glück, das eben doch etwas länger anhalten sollte als bloss einen Augenblick? Diese Frage treibt mich an und führt mich zeitweise an den Rand der Verzweiflung.