Montag, 20. Februar 2012

Asexualität

Heute Abend in der Badewanne (mit Lavendelöl, wunderbar entspannend) habe ich mich gefragt, ob ein asexuelles Leben grundsätzlich zu mehr Glück und Gelassenheit führt. Fällt der sexuelle Aspekt weg, konzentriert man sich dann nicht umso mehr auf das, was sich schlicht "Freundschaft" nennt? Frei von Trieben zu sein hiesse nicht zwingend, die Sehnsucht nach dem Zweiklang aufzugeben - vielleicht wäre sie dann gar umso grösser, weil durch den Wegfall der körperlichen Lust die geistig-emotionale Komponente umso mehr zum Tragen käme. Ich frage mich selbstkritisch, ob die Lust, seine Triebe auszuleben, auch so dominant werden kann, dass sie lebensbestimmend wird (und uns damit okkupiert statt frei macht). Wohin mit seiner Lust, wenn sie -aus welchen Gründen auch immer- nicht (ständig) ausgelebt werden kann in jener Form, die man sich wünscht? Solche Fragen fallen bei einem asexuellen Menschen weg. Er ist wohl freier und damit souveräner in seinem Leben, und irrationale Entscheidungen dürften bei ihm weniger zum Tragen kommen. Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit (Nietzsche). 

Kommentare:

  1. Interessante Frage, die sich bei einer reinen Männer/Frauenfreundschaft (Hetero) so kaum stellt und darum solche Freundschaften sich auch von gemischtgeschlechtlichen Freundschaften unterscheiden. Aber ist so eine asexuelle Freundschaft auch zwischen unterschiedlichen Geschlechtern überhaupt möglich? Ich glaube, dass sich diese sexuelle "Stimmulation" zwischen Mann und Frau nie vollkommen ausschalten lässt, auch wenn keine körperliche Beziehung besteht. Aber diese "Spannung" kann sich natürlich auch sehr anregend und bereichernd auswirken.

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  2. Mir stimuliert schon allein die Vorstellung dass du in der Badewanne liegst....

    Das fühlt sich für mich sehr frei und souverän an.

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  3. Besten Dank für Eure Bemerkungen! LG, Peter

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  4. Und woher meine Lust aufs Lavendelöl ?

    Peter, du bist so unangestrengt.
    So dich, so du.

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