Mittwoch, 28. März 2012

Nächtlicher Anruf - revidiert

Ich stelle mir vor:

Nach dem nächtlichen und vermeintlich befreienden Telefon legte er sich wieder hin und suchte den Schlaf. Kaum erfasste ihn eine bleierne Müdigkeit, klingelte es erneut.

(schläfrig) Ja, Hallo?
(nach einer Pause) Ich bin's.
(wieder ganz wach, freudig) Ach, wie geht es dir jetzt? Wo bist du?
(mit bestimmter Stimme) Ich werde nicht kommen.
(überrascht, hilflos) Was....was, ich werde nicht kommen...? Du hast doch gebucht.
(nach einer Pause) Ja, habe ich. Und vor einer Stunde gleich wieder storniert. 
(sichtlich erregt) Warum zum Teufel denn das?
(sanft, aber bestimmt) Ich kann es doch nicht. Bin hier verwurzelt. Habe hier mein Leben.
(hilflos) Ist das dein Ernst, dein letztes Wort? Ach komm, ich nehme die nächste Maschine und komm zu dir, dann reden wir über alles.
(resignierend) Hat keinen Sinn. Alles hat keinen Sinn. Du bist in deinem Leben, ich in meinem. Das war schon immer so, und so wird es auch bleiben. 
(leise und nach Worten ringend) Was soll ich da noch sagen?
(leise und traurig zugleich) Am besten gar nichts mehr. 

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Finde ich auch - das Drehbuch liess sich nicht anders schreiben. Kein Happyend, vorderhand zumindest nicht.

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