Donnerstag, 5. Januar 2012

Auf der Suche nach der Gegenwart

Heute habe ich versucht, jede Handlung, jede Handbewegung, jeden Atemzug ganz bewusst zu tun. Ich versuchte, möglichst viel aus meiner unmittelbaren Nähe aufzunehmen, dem alten Mann zuzuschauen, wie er im Supermarkt ratlos vor den vielen Gurkengläsern steht und sich nicht entscheiden kann, oder der Verkäuferin, wie sie seelenruhig die Kasse bedient und sich ob der langen Warteschlange nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wenn es mir gelingt, ganz im Jetzt zu sein, werde ich ruhiger, nehme meinen Atem bewusst wahr und freue mich später, als ich den auf mich niederprasselnden Regen spüre. Nach dem Abendessen spiele ich eine ganze Stunde Karten mit meiner Tochter.

Doch nein, es gelingt mir nicht, die Erinnerungen gänzlich ruhen zu lassen, sie sind da, wie die Spielkarten da sind oder der Esstisch. Gegenwart als entwickelte Vergangenheit. 

Kommentare:

  1. ach, die Gegenwart ist einfach auch so flüchtig ...
    die Vergangenheit hingegen ist fest, stabil, immer da, und die Zukunft ist eeeeeeeeeeeeeewig, da hats viel mehr Platz für Gedanken und Träume ;)

    Weißt du, ich kenn dieses "im Jetzt leben wollen" nur zu gut, doch mittlerweile mach ich mir damit keinen Stress mehr. Denn Tatsache ist, dass ich sowieso immer im Jetzt bin, nur eben meine Gedanken und Träume nicht.

    Gerade jetzt beim schreiben bin ich in der Gegenwart, immer wieder, immer noch, die Gegenwart geht mit mir mit. Doch kann ich das auch nur, weil ich dich bereits in der Vergangenheit "kennen gelernt" habe.

    Das freut mich übrigens, ich schau gern hier bei dir vorbei (auch wenn ich, sorry, eher selten kommentiere).

    GLG Ju

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  2. schau mal, in dem Link ist ein kleiner Film,hab ich grad gesehen und an dich gedacht:
    http://der-weg-info.blogspot.com/2012/01/das-glucklichste-volk-der-welt.html

    lieben Gruß, Ju

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  3. Liebe Ju, Danke! Ich schau mir den Film nach dem Morgenessen gerne an :-). LG und schönes WE!

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