Dienstag, 27. Dezember 2011

Hände, die sich berühren (XVII)

Dieses Hin und Her an Nähe und Distanz macht ihn zusehends mürbe. Und dann fragt er sich, ob es denn überhaupt von Dauer sein würde, diese Begegnung mit dieser Frau, die jeden Satz von ihm auf die Goldwaage legt, die ihn permanent analysiert (und dabei oftmals ins Leere trifft) und mustert, als würde er eine Prüfung absolvieren müssen.

Will er sich das Leben noch komplizierter machen? Und überhaupt, was hätte er dieser Frau zu bieten? Und sie ihm, mal ganz ehrlich? Trotzig zieht er sich zurück, will nicht mehr, so wie sie auch nicht mehr will. Vielleicht liegt es am Alter, vielleicht aber vor allem auch daran, dass er sein Herz im Grunde der Dinge schon längst einer anderen Frau vergeben hat, wenn dabei auch hoffnungslos vergeben, aber er kann die Situation ja nicht zurecht biegen, er kann nichts erzwingen, er hat zu akzeptieren, was ist. Und er hat verstanden, dass er keine Kompromisse mehr eingehen will.

Gefühle lassen sich nicht biegen und brechen, Gefühle gehorchen nicht dem Diktat der Logik, Gefühle kümmern sich nicht um räumliche Distanzen, um Zivilstände und Lebensmittelpunkte. 

Nun ja, es ist halt so, wie es ist. 

Kommentare:

  1. Gefühle lassen sich weder herbeireden noch erzwingen. Aber sie können sich langsam entwickeln. Mit jeder Begegnung, jedem Mail, jedem SMS - wenn man sein Herz öffnet. Und wehe, wenn sie plötzlich da sind... dann kriegt man sie nicht mehr so einfach los. Sie trotzen jeder Vernunft. Auch wenn die Situation hoffnungslos ist...

    Es ist so schwierig, das Unabänderliche zu akzeptieren.

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  2. @Rosalie: richtig müsste es in der Geschichte heissen, dass er sein Herz einer anderen Frau vergeben hat....ich hab es jetzt entsprechend angepasst, sonst bekommt die Geschichte eine Wendung, die ich so nicht wollte :-).
    Liebe Grüsse, P

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  3. Ich habe Deine Geschichte schon richtig verstanden. :-)
    Er hat versucht, seine grosse unglückliche Liebe zu vergessen und der Versuch, sich auf eine neue Frau einzulassen ist gescheitert. Weil sein Herz nicht frei ist und vermutlich war die neue Bekanntschaft eine tolle Frau - aber nicht die Richtige...

    Eigentlich habe ich auch mehr über meine eigene Erfahrung geschrieben. Deine Ausführungen über Gefühle haben mich dazu inspiriert.

    LG, Rosalie

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  4. Ja, das denke und fühle ich auch. Wenn das Herz besetzt ist, und sei es noch so unerwidert, dann ist kein Platz für neue, oder auch alte Hände, die einen berühren. Gefühle gehen nicht einfach... sie bleiben. Und auch das hat seinen Sinn, denke ich. Lieben Gruß und danke für deine wertschätzenden Worte in meinem blog. Ich habe mich sehr darüber gefreut. morgenrot

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  5. Es berührt mich sehr dein letzter Satz. Und er ist so wahr!

    Aenne

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  6. Ja, das ist schon so... unglücklich verliebt sein... das kenn ich nur zu genüge...

    Man kann sich ablenken, aber die Schmetterlinge im Bauch sind nicht da... also hat es auch keine Zukunft, leider...

    LG
    Geneviève

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