Mittwoch, 14. Dezember 2011

Gute-Nacht-Lied


(...)
Wenn ich betrunken bin, dann such' ich keinen Streit, dann kommt mein
bess'res Ich, das alles versteht und verzeiht (...)
Wenn ich betrunken bin, dann werde ich ganz still, dann schaue ich nach
innen, und da seh' ich, was ich will. Dann lächl' ich scheinbar grundlos,
und dann steh' ich kerzengrade, die Erdenschwere an den Füssen, und spüre
die Gnade: Ich brauch', um irgendwann beseelt unter den Tisch zu sinken,
weil ich naturbetrunken bin, überhaupt nichts zu trinken. Vielleicht bin ich
wie Obelix als Kind in Zaubertrank hineingefallen, und das hält jetzt vor,
ein Leben lang? Manchmal bin ich in Wirklichkeit stocknüchtern in mir drin -
wenn ich betrunken bin.

Kommentare:

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  2. Ich glaube, lieber Herr Castorp, dass Du -nicht nur bei R. Mey- etwas mehr zwischen den Zeilen lesen solltest. Oder anders gesagt: wer betrunken ist, mag sehr wohl wissen, was er tut. Und, umgekehrt, in nüchternem Zustand weiss der Mensch oftmals nicht, was er tut. Oder nochmals anders gesagt: es stimmt halt schon: im Wein liegt die Wahrheit. Probiere es doch einmal aus, was würde z.B. Deine Frau da alles mitbekommen? :-)

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  3. Ich mag den Reinhard Mai,
    seine Lieder erzählen vom leben und bei ihm dominiert der Erzähler, nicht die Musik, die unterstreicht den Text nur,
    in diesem Lied, denke ich , meint er weniger das Betrunken sein durch den Alkohol sondern von anderen Dingen und Geschehnissen, jedenfalls höre ich das heraus.
    Wenn doch Alkohol im Spiele ist, ist es ein stiller liebenswerter Betrunkener, von dem er hier erzählt.
    Das sind meinen Gedanken, für mich war es ein Morgenlied,
    liebe Grüße Hans-Peter, Ulrike

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  4. Ulrike hat das wunderschön in Worte gefasst ..das was ich so nicht hätte formulieren können!

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