Sonntag, 23. Mai 2010

Pfingsten

Diese Nacht war ich um halb zwei wach. Ich hasse diese Momente des Wachwerdens mitten in der Nacht, weil der "Anschlussschlaf" oftmals auf sich warten lässt. Ich verbringe dann mühsame Momente, höre die Viertelstunden der nahen Kirchenuhr schlagen. Irgend wann bin ich dann wieder eingeschlafen.

Mein Befinden heute Morgen: schlichte Traurigkeit, müde Augen, eine gewisse Resignation macht sich breit. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, die Vögel zwitschern laut und deutlich, das Grün wird immer kräftiger. Ich werde heute eine Wanderung mit meiner Tochter und ihrer Mama unternehmen, am Ufer des Flusses wird es ein Picknick geben, und ich werde den Feuermeister mimen und die Würste über die Glut halten. Wo Rauch, da Feuer? Nur dann, wenn genug Sauerstoff -und damit auch Leben- vorhanden ist.

Was mir zur Zeit fehlt:
Gedankendisziplin, Einsicht in die Notwendigkeit, Gelassenheit, innere Ruhe, Vertrauen in das Leben.
Statt dessen: Rastlosigkeit, Sturheit, starke Gefühle, Sehnsucht, Melancholie.

Momente, in denen ich zerstreut bin (rede, womöglich scherze), gleichsam nüchtern, und dann folgen plötzlich unsagbar heftige Emotionen, bis hin zu Tränen
R. Barthes, Tagebuch der Trauer, S. 39

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