Samstag, 3. April 2010

Ostern

Heute hatte ich einen vollen Tag: morgens mit der Exfrau joggen, danach rasch duschen, umziehen, einkaufen. Um 1400 Uhr kommt dann ein alter Studienkollege mit seiner Frau und seinen beiden Kindern vorbei, um etwas Gemeinsames zu unternehmen. Auf dem Programm steht ein Kindertag, ich kenne in einer Kleinstadt unweit von hier einen absolut tollen Indoor-Spielplatz. So gingen wir hin, die Frau des Freundes geht shoppen, die Väter sind mit ihren Kindern am Spielen, stundenlang. Als sich der Hunger meldete, ging die ganze Runde in eine gute Pizzeria. Nun bin ich wieder zu Hause.

Mein Freund ist Existenzialist. Immer wieder stellt er mir die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz. Er ist ein herzengsguter Vater, dann und wann mit der Erziehung etwas überfordert. Er lässt vieles geschehen bzw. überlässt es seiner Frau. Konflikten mit seinen Kindern (aber nicht solche beruflicher Natur) weicht er eher aus. Warum leben wir überhaupt? Warum gibt es Leben, zu welchem Zweck? Und was ich von Ostern halte. Mir sagt dieses Osterfest wenig, ich kann mit der Auferstehungsgeschichte wenig anfangen. Ich denke je länger je mehr, dass alles vergänglich ist und dass die menschliche Existenz keinem wie auch immer gearteten höheren Sinn folgt. Der Mensch lebt und stirbt, das war's dann. Das heisst für mich aber noch nicht zwingend, dass es keinen Gott gibt. Wenn es ihn denn gibt, dann stelle ich mir ihn als zynisch vor, oder aber er ist in einem tiefen Schlaf. Er kann aber auch wach sein, dann bleibt er jedoch passiver Beobachter und lässt sein Werk unbeeinflusst geschehen. Morgen werde ich nicht in die Kirche gehen, nein, ich werde vielmehr Ostereier mit meiner Tochter färben. Dann verstecken wir das Ganze, und die Mama muss das Nest suchen. So haben wir das Programm vereinbart. Ob er dabei zuschaut, kann ich nicht beantworten, und die Frage beschäftigt mich nicht.

Kommentare:

  1. Hallo Peter,

    ich glaube an Gott, und ich weiß, es gibt ihn, so komisch es für dich vielleicht klingen mag.
    Er hat sich mir auf eine Weise gezeigt, die menschlich nicht zu lösen war. Deshalb glaube ich auch an Wunder, lächel..
    Aber ich bin trotzdem eine ganz normaleFrau, eine, die mit beiden Beinen im Leben steht,
    die mit Gutem und Bösem konfrontiert wird,
    eine die manchmal auch zweifelt....

    Doch, das muss jeder Mensch für sich entscheiden, glaube ich, man kann da keinen Zwang auferlegen...

    Dein Tag heute wird schön sein, lächel..so gut vorbereitet, vor allem mit deiner Tochter...

    herzlichst, Rachel

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  2. @Rachel, schön, dass Du Deinen Glauben gefunden hast. Ich habe keinerlei Zweifel, dass Gott für Dich existiert, präsent ist. Ich selber habe keinen solchen Zugang, ich bin zwar Protestant, gewissermassen ein nicht gläubiger Protestant, aber ich bin nicht aus der Kirche ausgetreten ,und ich werde es auch nicht tun, da ich mich kulturell durchaus zum Protestantismus bekenne. Wir Protestanten sind halt manchmal ein komisches Völkchen :-). Herzliche Grüsse, Peter

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