Samstag, 16. März 2013

Rituale

Erstaunlich immer wieder die banale Feststellung, wie Rituale beruhigen können, obwohl -oder gerade deswegen- hierin "das bloss Mögliche" zelebriert wird. "Das Unmögliche" hingegen ist jenseits all dem und wartet darauf, behutsam und nur punktuell zum Leben erweckt zu werden - wenn es denn überhaupt am Leben ist. Rituale des Alltags sind das beste Gegengift, das Mögliche erträglich zu gestalten. Bestelle deinen Garten, meint Voltaire. Ich putze also nun die Wohnung, lasse die Sonne durch die Wohnung fluten und gehe danach zum Italiener um die Ecke: Pizza, Salat und Primitivo di Manduria. Und ich wünsche allen ein gelungenes Wochenende mit einem wenn auch bloss nur kleinem Fenster, das sich aber weit öffnen und liebliche Frühlingsgrüsse passieren lässt.

Kommentare:

  1. Rituale gehören zu unserem Leben, wenn wir es auch nicht immer wahrhaben wollen.
    Danke für deine lieben Wünsche.
    Einen schönen Samstag wünscht dir
    Irmi

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  2. Es gibt auch Rituale, die das Unmögliche beschwören. Vor vielen Jahren pflegte ich zusammen mit Freundinnen die Jahreskreisfeste zu feiern und zu unserem Ritual gehörte es jedes Mal, den magischen Kreis zu ziehen, der den Raum zwischen den Welten umschloss:

    "Der Kreis ist geschlossen,
    wir sind zwischen den Welten,
    und was zwischen den Welten ist,
    kann die Welt verwandeln."

    Die Idee dahinter war, in diesem rituellen Raum unser Leben umzuträumen, es neue zu weben und mit unseren Wünschen zu gestalten. Mehr als einmal haben wir es damals gewagt, das Unmögliche zu rufen. Und hin und wieder ist es sogar wahr geworden... :-)

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  3. Rituale sind seit der Urgesellschaft die Ordung im Zusammenleben.
    Stell Dir mal vor, es gäbe kein Geburtstag, kein Feiertag, keine Events, die immer wieder gefeiert werden, wie arm wäre denn das Leben. Wenn das fehlt, verfremden die Menschen.
    Liebe Grüße Ulrike

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