Montag, 18. März 2013

An diesem trivialen Montagabend

Schreiben ist für mich schon längst zu einer Therapie geworden. Manchmal flüchte ich, um schreiben zu können, auch wenn ich nichts zu schreiben habe. So wie jetzt. Draussen: starker Schneefall, windig, unfreundlich, bald dunkelt es ein. Die Wohnung ist nun leer und ich kann mich ganz meinem Refugium unterwerfen. Heute mag ich nicht mehr nach draussen gehen, zu müde und abgekämpft bin ich. Ich huste und habe Schnupfen. Was werde ich mit meiner freien Zeit heute Abend tun? Nur bitte keine Menschenansammlungen, mein Kopf brummt zu sehr. Schreiben strengt mich an, lesen auch. Doch die Unruhe in mir lässt mich nicht ruhen. Da kann ich noch so viel Tee trinken. Da hilft wohl nur eines: den Wäschekorb endlich abbügeln, dazu einen Krimi aus der Büchse reinziehen, die Bella Block vom Samstag habe ich zum Glück aufgenommen.
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Das Spielen mit einem "anderen Leben" ist vermutlich blosse Koketterie. Ein anderes Leben gibt es nicht, so lange man in der eigenen Haut steckt und immer denselben inneren Mustern verhaftet bleibt. Und was wäre das überhaupt, ein "anderes Leben"? Ich weiss es nicht.
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Ein Arbeitskollege von mir ging vor Jahren ferienhalber nach Japan. In Osaka geht er in das Touristenbüro und lässt sich von der dortigen Angestellten beraten. Heute sind die verheiratet, und er schwärmt von der japanischen Kultur. Da treffen sich zwei wildfremde Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Und bleiben zusammen. Die Geschichte gefällt mir, warum auch immer. 

Kommentare:

  1. Aber in andere Leben hineinschauen- warum nicht?
    Wie wenn man abends durch Gassen schlendert, mal hier, mal da einen Einblick in hell erleuchtete Fenster tut....

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    1. Ja, das schon :-). .Aber es bleibt beim passiven Spiel des bloss Zuschauenden....

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  2. "Ein anderes Leben gibt es nicht, so lange man in der eigenen Haut steckt und immer denselben inneren Mustern verhaftet bleibt."
    Mach mich seit Jahren über innere Muster her und glaub es oder nicht: Alles läßt sich verändern, es ist nur eine Entscheidung, beim Alten zu bleiben oder etwas Neues zu beginnen. Einzige Vorraussetzung: Das Muster zu erkennnen. Gibts verschiedene Techniken dafür. Eines davon ist sicherlich schreiben, ehrlich schreiben, ganz ehrlich, bis es da steht. Schwarz auf weiß. Oder meinetwegen grün auf gelb. Meine Erfahrung :-)

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