Dienstag, 5. Februar 2013

Draussen im Bademantel

Manche, die ich kenne, schätzen den Winter nicht. Sie sehnen den Frühling herbei, die wärmende Sonne und blühende Felder. Ich hingegen liebe den Winter aus Überzeugung. So auch heute Abend weiss ich ihn zu schätzen. Nach dem wärmenden Lavendelbad stehe ich auf meiner Terrasse und schaue in die dunkle, kalte Nacht. Intensiver Schneefall. Die wenigen Häuser mit den kaum beleuchteten Fenstern gegenüber meiner Wohnung sehe ich kaum, so inbrünstig lassen die Wolken die feinen Schneekristalle auf die Stadt fallen. In solchen Momenten stehe ich einfach da und schaue diesem Schauspiel wohlwollend, ja mit Glücksgefühlen zu. Ich friere nicht, obwohl ich im Bademantel stehe, barfuss. Und beinahe glaube ich für diesen einen Moment, dass ich zufrieden bin. Zufrieden mit mir und meiner Situation. Und ich weiss sehr wohl, dass es bald kippen kann. Morgen vielleicht schon, zum Beispiel beim Mittagessen, wenn ich das ganze momentane Leben aus einer anderen Perspektive betrachte. Dann könnte ich leicht in ein Jammertal geraten und all das, was eben war, widerrufen. Doch heute Abend schaue ich einfach dem Schneetreiben zu, atme tief die nach Winter riechende Luft ein und höre auf zu denken. Vielleicht, weil es innerlich so kribbelnd warm und draussen so behaglich kalt ist. Und ja, morgen kann alles anders sein - mental zumindest. 

Kommentare:

  1. Ich hoffe, morgen Ihnen Glück bringen und Frieden.

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  2. Peter, diesen Moment hast du toll beschrieben. Ich glaube, ich würde ihn ähnlich fühlen. Lieben Gruß morgenrot

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  3. Du schreibst so schön flüssig aus dem Bauch heraus. Darum beneide ich Dich. Und ja, manchmal mag ich den Winter auch. Momentan bin ich ihn leid. Leider. Aber das kann sich auch wieder ändern.
    Ich wünsche Dir ein sonniges Winterwochenende. Viele Grüße Synnöve

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    1. Danke für die Blumen :-) und auch Dir ein schönes kaltes Winterwochenende. Herzlich, Peter

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