Mittwoch, 16. Mai 2012

Von der Wurstbude

Wie wär es denn, einen kleinen Wurststand zu führen? Nicht zu viel denken müssen, keine Berichte mehr verfassen müssen, keine mühsamen Sitzungen erdulden müssen, sich dem Diktat der Zeit etwas entziehen können. Und da und dort ein kleines triviales Schwätzchen halten können, wie geht es denn heute, Herr Müller?

Und doch werde ich keinen Wurststand eröffnen. Weil auch dies kein Garant für Glück wäre. Und natürlich, da sind die sog. Sachzwänge zu beachten, will sagen: die Wohlstandsfalle hat auch mich im Griff. Also werde ich weiterhin molochen und das Lebensgefühl, das mit der kleinen Wurstbude einhergeht, wo auch immer in konkretes Leben umzuwandeln versuchen - gerade dann, wenn es beim Molochen besonders mühsam wird und ich mich im Grunde der Dinge bloss nach einer deftigen Wurst mit viel Senf und dunklem Brot sehne. 

Kommentare:

  1. Wie oft habe ich ähnliches gedacht und auch ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass auch das nicht das Richtige, das einzig Wahre sein kann.
    In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Wochenende

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  2. Das ist es, nicht jeden Traum kann man leben, zuerst muss man Geld verdienen, leider.
    Meine Freundin, leider mit 50 an Hirntumor gestorben, war nach der Wende selbständige Tierärztin. SIe sagte mir auch, ich würde am liebsten in ein Kloster gehen, immer abreiten, abrechnen und wieder arbeiten, aber sie hatte ja auch noch Kinder, für die sie aufkommen musste. Ja so ist das Leben, nicht immer freundlich zu den Menschen.
    Liebe Grüße Ulrike

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  3. Das Leben ist immer freundlich mit den Menschen.
    Die Menschen sind nicht immer freundlich mit dem Leben.

    Laraina

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  4. Dazu fallen mir spontan zwei Gedanken ein:
    1. Eine Freundin von mir sagt schon mal, ach, wäre ich doch Fleicherfachverkäuferin... und meint damit sowas Ähnliches wie du mit deiner Wurstbude... ich persönlich denke dann, ach wäre ich doch Bäckereiverkäuferin... hilft aber nix. Und
    2. So lustig ist dass dann wahrscheinlich auch nicht, weil es andere Probleme mit sich bringt
    daher
    3. et iss wie et iss. Machen wir das Beste draus. LG mayarosa

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    1. Tja, ich kann da nicht widersprechen. LG, Peter

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