Dienstag, 28. Februar 2012

Wieder Gantenbein

Kurz vor dem Einschlafen aufgeschnappt:

Noch jede Frau, die er umarmt hatte, fühlte sich geliebt; jede aber, die er wirklich zu lieben begann, sagte ihm früher oder später, dass er, wie alle Männer, von Liebe keine Ahnung habe.
Max Frisch, Mein Name sei Gantenbein

Kommentare:

  1. An diese Stelle kann ich mich erinnern, lieber Peter. Ist das bitter oder Sarkasmus (bei Castorp ist Sarkasmus gerade Thema).
    Ehrlich gesagt, heute identifiziere ich mich nicht mehr damit. In früheren Zeiten wäre es so gewesen. Aber das Zitat haut trotzdem rein.

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  2. Ich meine, der Homo Faber bei Max Frisch geht in eine ähnliche Richtung. Er verliebt sich in seine eigene Tochter, er merkt dies nicht, weil er sie nie kennen gelernt hat. Ich meine, seine eigene Tochter würde ihm in einer Situation auch sagen, dass er von Liebe keine Ahnung hat. Korrigiere mich, wenn ich daneben liege. Es ist ein paar Jahre her, dass ich Homo Faber gelesen habe.

    Gruß Dieter

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  3. Aber weiss schon genau und treffend, was Liebe ist. Liebe wird mit sovielen Zuständen verwechselt, ich finde es schon bedrohlich, dieses Wort.

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  4. Ich verstehe diesen Satz nicht immer gleich. In letzter Zeit neige ich zu sagen, dass in ihm keine Resignation steckt, ebenso wenig Sarkasmus. Eher Ernüchterung darüber, dass nach der Phase des ersten Kennenlernens sich eine gewisse Routine einschleicht, vielleicht auch: eine zu intensive Nähe entsteht, was beim Gegenüber Beklemmungen auslöst. Ich weiss es nicht...heute will ich es auf diese Weise deuten.

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