Samstag, 18. Februar 2012

Dieses immer wieder....

Warum kehre ich immer wieder nach Sils-Maria zurück, fragen Anna und Miss Zen. Letztere ergänzt, dass es ihr langweilig wäre, immer wieder an denselben Ort zurückzukehren.

Ich glaube, dass man dann immer wieder an einen Ort (eine Stadt, ein Dorf, eine Landschaft, was auch immer) zurückkehrt, wenn man dort so etwas wie Heimat gefunden hat, Heimat in einem breit verstandenen Sinn gemeint, also: Heimat als etwas Vertrautes, Wohlwollendes, Bekanntes sicher auch, das keine Angst zulässt. Einmal angekommen, kann man gleich wieder andocken an den letzten Aufenthalt und so in eine sofortige Entspannung kommen, die auch und namentlich die Seele mit einschliesst.

Jeder wird dies kennen, jenes Gefühl, an einem bestimmten Platz angekommen und Teil eines immer wieder neu inszenierten und doch vertrauten Rituals zu sein. Mag sein, dass es Menschen gibt, die dies gar nicht wollen, da sie es missverstehen als langweilige Routine und stattdessen immer wieder Neues entdecken wollen. Auch dies kann seinen Reiz haben, und auch ich möchte noch einiges von dieser Welt sehen. Aber es gibt eben Orte, die für Menschen einmalig sind, weil sie dort etwas vorfinden, wonach sie lange (und vermutlich gar nicht bewusst) gesucht haben. Und dann - entdecken sie es und wollen ab diesem Zeitpunkt immer wieder zurückkehren. Mir würde etwas sehr wichtiges fehlen, hätte ich keinen Ort des Rückzugs, der Besinnung und, nicht zuletzt auch, der Erinnerung.

Ich wünsche jedem, dass er seinen Ort finden möge, in welcher Form auch immer. 

Kommentare:

  1. Jeder Mensch braucht einen vertrauten Raum und Ort, um sich in Zeiten der Verunsicherung sicher zu fühlen. Die Erinnerung an gute Zeiten gibt Kraft. So einen Ort zu kennen ist doch toll.

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    1. Ja, es sind Kraftorte und Oasen, die kleine Fluchten aus dem Alltag ermöglichen...

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  2. Dieser Ort scheint sehr magisch zu sein. Mit Urlaub verbinde ich "Neues" entdecken, den Horizont erweitern und fremde Kulturen kennenlernen. Jeder tickt eben anders, wahrscheinlich magst Du das Bekannte und Vertraute oder Deine Seele findet nur an diesem Ort die Ruhe. Ich sehe es wie Oscar Wilde: Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf. Einen schönen Abend wünsche ich Dir!

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    1. Liebe Mrs. Zen, danke für die Rückmeldung. Keine Frage, Reisen veredelt den Geist, aber dafür braucht man viel Zeit. Die heutigen Reisegewohnheiten -und die uns zur Verfügung stehende freie Zeit- lassen es kaum noch zu, sich wirklich auf eine fremde Kultur einzulassen. Was die Erweiterung des Horizonts anbelangt: auch einverstanden, aber dies müssen wir auch im Hier und Jetzt tun, indem wir das vermeintlich Bekannte immer wieder neu aus einer anderen Perspektive betrachten und damit auch hinterfragen.
      Ich wünsche Dir auch einen guten Abend.

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  3. Ich sehe es, wie du. Und so einen Ort wünsche ich auch jedem. Ich fühle mich hier in Portugal angekommen, es ist mein Zuhause. Das erste, das ich auch so wahr nehme. Dass ich bald wieder nach Deutschland muss, bricht mir das Herz.

    LG, dieMia

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    1. Liebe Mia. Ich hoffe, dass Du dennoch dann und wann wieder nach Portugal zurückkehren wirst/kannst. Und Portugal trägst Du in Deinem Herzen, so oder so....ich wünsche Dir alles Gute und freue mich, Dich hier zu begrüssen -
      Deine Blogs werde ich mir gleich mal ansehen!
      LG, Peter

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