Samstag, 1. Mai 2010

Von der Vernunft und dem kindlichen Ich

Grau und kühl ist es heute Abend
eingehüllt in einer Decke sitze ich auf dem Balkon
blicke auf die Stadt
und höre dem Regen zu
vor nicht allzu langer Zeit
dachte ich mir
dass es doch irgendwo auf dieser Welt
einen Menschen geben muss
mit dem man sich verbunden fühlt
wo immer dieser Mensch auch sein mag
die berühmte Nadel im Heuhaufen
was riet mir damals mein Umfeld
loslassen
Vertrauen haben
dem Leben Recht geben
und nun weiss ich
dass es diesen Menschen in der Tat gibt
er wohnt zwar nicht um die Ecke
das wäre wohl zuviel vom Leben verlangt
aber es gibt ihn
Ich sitze auf dem Balkon
eingehüllt in einer Decke
nach Wärme suchend
jener Mensch ist nicht da
physisch nicht da
und trotzdem ist er da
ich glaube ihn zu spüren
räumliche Distanz hin oder her
komplizierte Umstände hin oder her
Sachzwänge hin oder her
feiner Regen fällt
ansonsten Stille
ein Gefühl von Dankbarkeit stellt sich ein
Melancholie macht sich breit
die Züge sind jetzt gut zu hören
wegen der Windlage
Die Phantasie sagt mir
aufstehen
den nächsten Zug nehmen
ich mag mein kindliches Ich
weil es immer wieder rebelliert
gegen die sogenannte Vernunft
gegen Sachzwänge
es zwingt mich zu einem inneren Dialog
und lässt mich hoffen
hüpfen
lachen
zuversichtlich sein

Kommentare:

  1. Dein Leben geht sichtlich weiter. Zaghaft scheinst du - zumindest vorübergehend - Frieden gefunden zu haben, lieber Peter. Warum nur muss immer ein anderer Mensch das fehlende Puzzlestück sein. Dadurch wird man so angreifbar und verletzbar.
    Liebe Grüße
    autum

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  2. ...klingt gut, lieber Peter...

    LG, Rachel

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