Montag, 29. März 2010

Wochenausblick

Eine "tochterfreie" Woche steht mir bevor - ich gebe die Kleine heute meiner Exfrau ab, so wie immer am Montagabend, dann findet stets der Schichtwechsel statt. Wir essen dann jeweils noch zusammen, ehe ich von dannen ziehe.
Was werde ich in dieser Woche machen? Nun, es wird eine kurze Woche sein, über die Ostertage machen wir ohnehin etwas zusammen - je nach Wetter gehen wir in die Berge. Ich habe also den bevorstehenden Abend sowie Dienstag- und Mittwochabend frei, am Donnerstag gehen wir in die Oper ("la finta giardiniera", Mozarts erste Oper, komponiert hat er sie mit 19 Jahren). Die Voraussetzungen für gemütliche Abende sind nicht schlecht, zumindest heute haben wir schönstes Frühlingswetter, ich habe auf meiner kleinen Terrasse Abendsonne. Lesen möchte ich wieder, ungestört und in vollen Zügen. Doch ich weiss, dass mich meine Konzentration im Stich lassen wird, die innere Unruhe wird sich wieder melden und mich herumtigern lassen. Dieser Zustand ist unproduktiv, aber ich kann im Moment nichts dagegen tun, auch Sport hilft wenig. Eines würde helfen: das Akzeptieren der aktuellen Situation, versuchen, das Beste daraus zu machen und versuchen, diese auch als Chance wahrzunehmen. Ich gebe zu, dass mich diese Situation herausfordert, je später der Abend, umso grösser die Unruhe und das Grübeln. Aber das ist, leider, auch nichts Neues.

Kommentare:

  1. Lieber Peter,
    deinen Tiger kenne ich, der läuft bei mir auch rum. Wie ich so vieles von dem, was du beschreibst, kenne. Nur zu gut, Diese Unrast, diese Unstetigkeit im Geiste, ohne zu wissen, worauf sie aus ist. Mit M. bin ich diesem Tiger schon sehr hart auf die Fährte gekommen. Ich weiss, in welche Richtung er sich bewegt, nur ich weiss nicht, wie ich ihm auf der Fährte bleiben soll. Was ist, wenn ich ihn stelle? Erlegen? Oder leben lassen?
    Das Akzeptieren der Situation? Lieber Peter? Hilft das? Bislang klappte es bei mir nicht. Akzeptieren heisst irgendwie auch immer aufgeben.
    Klar, meine Situation ist aus der Luft gesehen diametral zu deiner. Jeden Abend kann ich meine kleine Tochter und die anderen beiden, größeren Kinder sehen. Und doch, der Tiger läuft.
    Peter, warum sind wir beide, jeder auf seine Weise, nicht in der Lage, glücklich zu sein?
    Liebe Grüße
    autum

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  2. Was suchen wir? Was macht diese Unstetigkeit, diese Unruhe aus? Suchen wir einen anderen Menschen, suchen wir gar uns? Also, jeder von uns das eigene Ich?

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  3. Lieber autum, ja, das wird es wohl sein, die Suche nach dem eigenen Ich, damit die Suche nach der Identität, also die scheinbar banale Frage "wer bin ich", die Max Frisch entlang seiner Romane, namentlich im "Stiller", so vorzüglich entwickeln konnte.

    Was macht der Tiger? Kann man ihn integrieren? Vielleicht muss man ihn halt doch akzeptieren, ja, eine gewisse Resignation damit auch annehmen? Ich weiss es nicht. Ich spüre ihm nach, will wissen, was er mir zu sagen hat.

    Ja, das Glück, das sich nicht verordnen lässt. Ich wünsche Dir bei Deiner Suche alles Gute - und Merci für Deine Beiträge bzw. Kommentare, die mich immer wieder zum Nachdenken verführen...

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