Mittwoch, 16. Oktober 2013

Vom Wissen wollen



Manchmal wüsste ich gerne, wie es in deinem Herzen aussieht,  was du gerade tust, was du gerade denkst. Auch jetzt zum Beispiel, in diesen Sekunden und Minuten. Wo mögen deine Gedanken sein, deine Gefühle, deine Ängste, Hoffnungen und Sorgen? Jetzt, in einer Stunde, morgen, in einer Woche?

Wenn du aus dem Fenster schaust, siehst du das schöne weit offene Feld vor dir, die Bergkette und den gegenüberliegenden Wald. Und Pferde. Ruhig ist es bei dir, und der Ofen spendet behagliche Wärme. Und all dies und manch anderes mehr kann ich für einen Augenblick vergessen oder so tun, als würde ich nicht daran denken. Dabei sehe ich dich ja doch immerzu, deine Augen, dein Blick, deine Bewegungen, deine Hände. 

Bilder schwirren durch meinen Kopf, fragmentiert und ungeordnet, einem emotionalen Chaos gleich, so wie Gefühle mich jederzeit heimsuchen, sie alle fragen nicht nach meiner Erlaubnis. Plätze sind emotional besetzt, Räume, Landschaften, Ortschaften, Getränke, Mahlzeiten, Gewürze, Gerüche, Musik, Gegenstände, Geschirr, Möbeleinrichtungen, Jahreszeiten, Wochentage, Tageszeiten. 

An Flucht ist ohnehin nicht zu denken: 
das Herz lässt sich nun mal nicht amputieren.

Kommentare:

  1. Nein, fliehen kann man nicht. Und die Gedanken lassen sich
    nicht verbieten. Sie kommen immer wieder und man muss sich
    mit ihnen auseinandersetzen. Heute, morgen und in einer Woche.
    Einen schönen Mittwochabend wünscht Dir
    Irmi

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  2. "Plätze, Orte, Landschaften ... sind emotional besetzt"... Das hast Du schön gesagt. Ja, das kenne ich gut. Und sie werden es lange bleiben.

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    1. Weisst Du, ich kann nicht mehr "unbelastet" entlang der Sense laufen, ungetrübt den Blick über den Bieler- und Neuenburgersee schweifen lassen, im Nikolaiviertel in Berlin bummeln....ich verknüpfe dies alles mit dem, was war. Und ja, es wird lange so bleiben....

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  3. Wenn Du DAS glaubst, wird es so sein/bleiben. Muss es ja.
    Aber warum jammerst Du dann darüber?

    Und nein, man muss sich nicht mit allen Gedanken auseinandersetzen die Einlass suchen. DU bist der Chef. Wenn man sich von ihnen versklaven lässt, ist das eine ureigene Entscheidung.


    LG
    Vimea.

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    1. So souverän bin ich nun mal nicht, der Chef in mir hat auch Schwächen und Defizite. Wenn ich es bloss mit dem Kopf betrachte sage ich Dir: logo, Du hast recht. Aber das kann ich nicht. Jammern tue ich nicht, ich halbe bloss fest, was ist.

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