Dienstag, 15. Oktober 2013

Vom grossen Schweigen

Ich denke an Annas geschlossenem Blog.
Vom Schweigen.
Ja, das Schweigen, das grosse Schweigen.
Wer schweigt, demonstriert seine Macht.
Wer schweigt, will strafen.
Wer schweigt, schweigt im Grunde der Dinge gar nicht.
Schweigend zeigt er uns seine kalte Gleichgültigkeit.
So wie der schweigende Gott,
der unnahbar schweigt, wenn wieder einmal gemetzelt wird. 

Kommentare:

  1. Schweigen kann aber auch ein Zeichen der Schwäche sein.
    Ich glaube nicht das Anna aus Schwäche schweigt, denn so wie ich es verstanden habe hat sie mit einem Kapitel abgeschlossen und öffenet ein Neues. Ich freu mich für sie.
    Keep going and keep it high.

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    1. Lieber Hans, jetzt hast Du mich komplett falsch verstanden. Ich bezog das Schweigen nicht auf Anna, sondern auf meine Situation. Annas Blog handelte ja vom Schweigen, das war bloss der Aufhänger.

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    2. Autsch.
      Für den Fall das Du beschwiegen wirst, nimm bitte meinen ersten Satz. Denn wer seine Macht mit Schweigen zeigen will ist der eigentlich Schwache.
      In dem Fall gilt auch wieder: Keep going and keep it high!

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  2. Ich las deine Gedanken über das Schweigen jetzt mehrmals. Vielleicht sind sie auch ein wenig an mich gerichtet. Und doch. Es bleibt der intensive Wunsch nach Verstehen. Liebe Grüße an dich. morgenrot

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    1. Ja, genau dies: der Wunsch nach Verstehen. Wer schweigt, verunmöglicht diesen zentralen Wunsch.
      Ich grüsse Dich liebevoll zurück, schön, dass Du bei mir vorbei schaust.

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  3. Wäre nicht auch eine andere Sichtweise denkbar?

    Wer schweigt, ist ohnmächtig und hilflos.
    Wer schweigt, will sich schützen.
    Wer schweigt, weiß nicht, was er noch sagen soll.
    Wer schweigt, hat aufgegeben.
    Wer schweigt, findet keine Erklärungen mehr.
    Wer schweigt, fürchtet den Sog der Worte.

    Ich weiß, dass es sich schrecklich anfühlt, einem solchen Schweigen gegenüberzustehen. Es fühlt sich genauso an, wie du es oben beschrieben hast. Aber das bedeutet nicht unbedingt, dass es auch so gemeint ist, dass dies die Absicht ist, die hinter dem Schweigen steckt.

    Wobei meine Sätze natürlich auch nur Spekulation sind...

    Genau das ist das Schlimme am Schweigen: Es zwingt zur reinen Spekulation, es erlaubt keine Korrektur der eigenen Gedankengänge mehr, sondern wirft uns vollständig auf uns selbst zurück.

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    1. Liebe Schattentänzerin, danke Dir für diese Sicht der Dinge....ja, Du hast recht, meine Perspektive mag zu einseitig die Machtperspektive in den Vordergrund rücken. Es leuchtet mir ein, dass Schweigen auch Ausdruck grosser Furcht sein kann, oder auch Ausdruck von Ohnmacht, weil man sich schützen muss und Distanz sucht.

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  4. Ich kann mich der Schattentänzerin nur anschliessen. Ich habe gehadert mit seinem Schweigen, empfand es als Zumutung, als Respektlosigkeit, dass meine Nachrichten einfach unbeantwortet blieben. Und dann kam ich zur Erkenntnis, dass ich es einfach hinnehmen muss. Mich selber nicht so wichtig nehmen. Der Psychologe sprach von Demut. Und ich begann, seine Entscheidung zu respektieren und nichts Destruktives hineinzuinterpretieren. Inzwischen hat sich ja herausgestellt, dass es weder Gleichgültigkeit noch Ignoranz war, sondern schlicht und einfach Überforderung und Angst. Das macht es nicht unbedingt besser. Aber irgendwie doch erträglicher.

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    1. ....Merci....bin vermutlich von meiner Perspektive zu sehr eingenommen worden.....

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