Donnerstag, 28. März 2013

Gründonnerstag

Gründonnerstag, es ist Abend, und ich bin allein. Was mir gerade recht ist. Meine Tochter übernachtet spontan bei einer Freundin, so dass ich die folgenden Stunden so gestalten kann, wie ich will. Doch was werde ich überhaupt tun? Zum einen passt es mir, dass es unentwegt regnet. Wäre schönes Wetter hätte ich wohl das Gefühl, nach draussen gehen zu müssen, weil die Vögel ihr Abendlied von den Bäumen singen, die Sonne lieblich scheint und der Grill auf der Terrasse darauf wartet, in Betrieb genommen zu werden. Doch davon werde ich verschont. Ich kann stattdessen mit ruhigem Gewissen mich einbunkern und mich der Stimmung, die draussen herrscht, völlig hingeben: ich sehe etwas Nebel, Regen und den Waldrand (gegen Westen). Gegen Osten schaue ich auf die Stadt, die merkwürdig still vor sich hindöst.
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Wenn ich alleine bin, koche ich nur rudimentär. Heute gibts ein Spiegelei mit Rösti, dazu viel Wasser. Alleine trinke ich nie höchst selten Alkohol, weil mich das deprimieren würde. Ich mag jetzt nicht darüber nachdenken, weshalb ich dies so empfinde. Danach werde ich lesen (Palmens Logbuch), später werde ich mir einen Film aussuchen, die Beine strecken und mich berieseln lassen. Noch später werde ich ein Lavendelbad nehmen und danach ins Bett hüpfen.
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An Ostern werden wir uns noch vom Winter verabschieden. Wie sich das gehört: man verabschiedet sich von guten Freunden. In den Bergen hat es noch einen Haufen Schnee, juhe. Das heisst: nochmals so richtig im hohen Schnee stapfen, nochmals mit dem Schlitten den Berg runter donnern, nochmals den winterlichen Clown spielen, kalte Füsse spüren, später in der Berghütte eine heisse Suppe essen, dazu dunkles Brot und etwas Alpenkäse. 
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Meine Tochter fragt mich in letzter Zeit häufig, ob "dieser Jesus" überhaupt gelebt habe. Ja, den historischen Jesus gab es. Ob er denn aber wirklich Blinde sehend gemacht habe, fragt sie weiter, das könne doch nicht sein. Na ja, das wisse ich auch nicht, ich weiss nicht einmal, ob ich daran glaube oder nicht. Ehrlich gesagt glaube ich nicht daran, aber dennoch kann der Satz wahr sein. Ich versuche, das Ganze als Metapher zu erklären. Sie nickt. Und ich bin ratlos und kann im Grunde der Dinge wenig mit Religion anfangen. Vor allem diese Karfreitagshysterie, wie sie noch in gewissen katholischen Gebieten praktiziert wird, ist mir sehr fremd - und auch suspekt. 

Euch allen wünsche ich frohe Ostertage. 

Kommentare:

  1. hallo Peter, ich bin heute Abend auch allein und genieße, etwas nachdenklich, gerade mit mir ein gutes Glas Rotwein. Zum Wohl! Ich wünsche dir schöne Ostertage. morgenrot

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    1. Liebe Morgenrot, so kann ich ruhigen Gewissens auch ein Gläschen trinken und mitten durch die virtuelle Welt mit Dir anstossen. Prost und Dir alles Liebe. P.

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  2. Danke für das 'alles Liebe'. Bin da gerade nicht sehr verwöhnt. :-) Schade, dass die Schweiz so weit hinter den Bergen liegt. Bin schon beim zweiten Glas. Er ist wirklich gut. Der Rotwein. :-) Dir auch alles Liebe

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    1. Danke Dir...na ja, die Schweiz liegt nicht in Australien ;-). Die Vorstellung, ein Gläschen mit Dir zu trinken, gefällt mir ;-). Wünsche Dir einen entspannten Abend ...Peter

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  3. Ich würde mich euch sehr gerne anschließen, wenn ich darf. Bin heute Abend auch allein und schleppe eine merkwürdige Traurigkeit mit mir herum.

    Euch beiden schöne Feiertage und liebe Grüße!

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    1. aber gerne. Gläser hat es genug, Wein ebenso;-).

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    2. Ich danke dir. Ich trinke gern ein Glas mit euch. (Und finde es gerade sehr schade, dass dies eine virtuelle Erfahrung bleiben muss.)

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