Mittwoch, 5. Dezember 2012

Die letzte Station

Das sei jetzt also ihre letzte Lebensstation, sagte sie.
Sie sagte es mit fester Stimme und scheinbar
ohne auf eine Antwort zu warten.
Angst schwang mit in der Stimme.
Und dabei wissen wir sehr wohl,
dass unsere letzte Station
schon heute sein kann.
Oder morgen.
Wo wir auch sein mögen.

Mitten im Leben sind wir
vom Tod umgeben
Martin Luther


Der Tod ist gross.
Wir sind die Seinen
lachenden Mundes.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Rilke

Kommentare:

  1. Kann man aus den Labels schließen, dass Deine Mutter den Abschied nahen fühlt? Oder ist es eine Retrospektive?

    Gruß
    Moi.

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    1. Ja, so ist es. Aber es geht ihr gut, ich würde meinen: sehr gut. Sie hat einfach realisiert, dass sie nicht noch einmal umziehen wird. Sie weiss es. Ich hingegen weiss es für mich nicht.

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    2. Warum der vergleichende Zusatz:
      ...ich hingegen weiß es für mich nicht."

      Macht Dir "das Feld der Möglichkeiten" Angst?
      "Beneidest" Du sie um ihre "Gewissheit"?

      Gruß
      Moi

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    3. In einem gewissen Sinne ist sie in ihrer Erkenntnis weiter als ich: sie weiss, dass sie auf den Tod wartet. Ich weiss es an sich auch, verdränge es aber täglich und stündlich mit meinem Beruf, meinem Dasein als Vater etc. Sie kann die Gewissheit des bevorstehenden Todes nicht so "elegant" beiseite schieben wie ich.
      Danke für Deine Frage!

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  2. Thesen sind traurig und erschreckend Gedanken.

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    1. Was genau ist erschreckend?

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    2. Ich bin mir nicht sicher, Peter. Tod manchmal macht mir Angst.

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    3. Der Tod macht mir nicht so sehr Angst (ach, zeitweise doch)...viel mehr Angst habe ich aber vor dem Sterben.

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