Dienstag, 9. Oktober 2012

Vor dem Schaufenster

Heute während der Mittagspause schlenderte ich durch die Gassen unserer Stadt. Vor einem Schaufenster mit Kinderkleidern blieb ich stehen und sah mir gedankenversunken die kleinen Kleidchen an ab Grösse 56. So schnell geht das also, dachte ich mir, jetzt muss ich Grösse 146 kaufen. Und bald wird es 152 sein. So verweile ich eine Weile vor dem Schaufenster, während Lebensepisoden scheinbar willkürlich durch meinen Kopf schiessen: meine Tochter als Kleinkind beim unbeschwerten Spiel oder auch: Geburtstagstorte mit 3 Kerzen. Und ich erinnere mich vor dem Schaufenster auch daran, wie ich als Kind mit meinem Vater -es muss Hochsommer gewesen sein- im Meer badete und herumblödelte.

Wo gehen sie hin, all diese Momente des Glücks und der verdichteten Gegenwart? Vielleicht bleibt am Schluss der Blick durch unser Schaufenster als Bilanz unseres gelebten und ungelebten Lebens. 

Kommentare:

  1. Sie bleiben in unserem Herzen um uns an gefühlskalten Tagen innerlich zu wärmen. Sie sind immer da, man muss sie nur abrufen. Und am Ende unseres Lebens sind sie alles, was bleibt. Darum müssen sir so viele wie möglich sammeln!

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  2. Ja, die Zeit vergeht so schnell ! Kaum vorstellbar, das meine Tochter in einem Monat schon 12 und mein Sohn im Januar 8 wird !

    Und wie schnell man gewisse Dinge vergisst... ich hüte seit einem knappen Jahr ein kleines Mädchen - sie ist jetzt 16 Monate alt - das ist reine Fitness... ich konnte mich gar nicht mehr richtig daran erinnern, wie es ist, wenn man andauernd aufpassen muss, was die Kleine macht oder anstellt... :)

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