Sonntag, 14. Oktober 2012

Fliehkräfte


Fliehkräfte

Klappentext

Hartmut Hainbach ist Ende fünfzig und hat alles erreicht, was er sich gewünscht hat: Er ist Professor für Philosophie und hat seine Traumfrau geheiratet, die er nach zwanzig Jahren Ehe immer noch liebt. Dennoch ist Hartmut nicht glücklich. Seine Frau ist nach Berlin gezogen, sodass aus der Ehe eine Wochenendbeziehung geworden ist, die gemeinsame Tochter hält die Eltern auf Distanz, der Reformfuror an den Universitäten nimmt Hartmut die Lust an der Arbeit. Als ihm überraschend das Angebot zu einem Berufswechsel gemacht wird, will er endlich Klarheit: über das Verhältnis zu seiner Tochter, über seine Ehe, über ein Leben, von dem er dachte, dass die wichtigen Entscheidungen längst getroffen sind.

Was vermag gute Literatur? Ich denke, dass gute Literatur sich vor allem darin auszeichnet, dass sie seelische Landschaften in all ihren Verästelungen, Widersprüchen und Nuancen zu erfassen vermag. Sie ist in der Lage, ein Gespräch zwischen Personen so zu beschreiben, als glaubte man als Leser, unmittelbar dabei zu sein und jegliche Bewegung, Erregung, Zuspruch und Ablehnung zu registrieren. Gute Literatur erzählt uns eine Geschichte über Raum und Zeit hinweg, in der die handelnden Personen Prozesse durchmachen, sich häuten und Bilanz ziehen. Gute Literatur will nicht bloss unterhalten, sondern auch ausloten, verunsichern, beunruhigen und Optionen skizzieren, ohne dabei pathetisch Partei zu ergreifen. All dies und manch Anderes mehr finde ich im grossartigen Roman von Stephan Thome vor. Was für eine gewaltige Sprache hier angeschlagen wird, was für eine Gabe, auch feinste Harmonien und Disharmonien menschlicher Kommunikation exakt auf den Punkt zu bringen. 

Kommentare:

  1. Ich kann diesem Kommentar nur uneingeschränkt zustimmen. Für mich war der Roman ein Genuss!

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    1. Mittlerweile habe ich 2/3 gelesen. Ich geniesse in der Tat jede Zeile und werde nach Abschluss der Lektüre "Bericht erstatten".

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  2. Danke für den Tipp!

    Ich schicke einen Tipp zurück:
    http://www.perlentaucher.de/buch/maja-haderlap/engel-des-vergessens.html

    Sie ist in diesem Bundesland aufgewachsen:
    http://ratherthanfacebook.blogspot.co.at/2011/11/blank-and-vast-perfect-match.html
    (auch heuer standen wir wieder auf dem Grab)

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