Dienstag, 31. Januar 2012

Das Wechseln der Räder am fahrenden Zug

Immer wieder verspüre ich dieses sonderbare Gefühl der absoluten Vergänglichkeit. Ich versuche, den Schnellzug namens Leben aufzuhalten, ihn zu zwingen, etwas langsamer zu fahren - aber er fährt mit ungebremsten Tempo -Destination unbekannt- fort und bedient viele Haltestellen nicht.

Und dann gibt es auch Momente, wo der Schnellzug doch bloss ein harmloser Regionalzug ist. Er fährt langsam durch die Gegend, hält auch an und lässt 
uns Fahrgäste ein- und aussteigen. Umsteigemöglichkeiten sind dabei gegeben - noch.
Das Wechseln der Räder am fahrenden Zug jedoch ist ein schwieriges Unterfangen.  

Kommentare:

  1. Vielleicht sollte man sich einfach an der Aussicht ergötzen, die uns der Zug schenkt und gar nicht darüber nachdenken ob er schnell oder langsam fährt. LG

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    1. Schön, Dich hier wiederzusehen :-). Im TGV mag es ganz gemütlich sein, und dennoch bevorzuge ich Züge mit langsamerem Tempo, weil ich da die Landschaft viel besser sehen kann. Vor allem kann ich auch aus dem Zug aussteigen und muss nicht die Schlussdestination abwarten: vordefiniertes und in sich geschlossenes Leben möchte ich lieber nicht haben.

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    2. Ich glaube, ich habe dein Zugbild ganz anders verstanden als du. Was du aus deinem Leben machst, hast du selbst in der Hand. Wie lange dein Leben dauert, hast du nicht in der Hand. Deswegen sollte man sich nicht lange damit beschäftigen, wie alt man ist oder wird, sondern lieber jeden Tag genießen.

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  2. Letzendlich sollte man nicht vergessen, dass man sein eigener Zugführer ist und halten kann, wo man will und auch langsamer fahren kann. Wahrscheinlich ist es das Verantwortungsgefühl, was einem zum weiter schnell fahren zwingt. Ehe, Familie, Kinder, man denkt, in diesen Zug ist man eingestiegen, also muß man es auch gut zu Ende bringen. Genug Geld verdienen, den eingeschlagenen Rhythmus beibehalten, den Lebensstandard erhalten. Ich kann sowas gar nicht, schon das kleinste bißchen Zwang und Verantwortung erdrückt mich. Aber mein Kind hab ich z.B. auch ohne das erzogen... getrennt, halt jedes zweite WE beim Vater, ohne Haus in einer kleinen Mietswohnung, ohne super Job, teils noch im Studium. Und hat auch funktioniert.

    Ein Zwang ist, dass man Geld braucht, aber m. E. nicht so viel. Die meisten Leute arbeiten zu viel und die Familie leidet auch. Man kann Frau und Kind gar nicht mehr genießen und schöne Sachen mit ihnen unternehmen. Meistens gibt es aber nur entweder oder.. also macht man die von der Firma vorgegebene Arbeitszeit nicht mit, verliert man den Job. Eine Bekannte ist jetzt, nach einem Burnout in jungen Jahren mit super Job, erstmal mit Freund ein halbes Jahr nach Hawaii auf einer Ranch arbeiten.. also Möglichkeiten gibt es meistens.

    LG :).

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