Samstag, 9. Juli 2011

Übung, im Hier und Jetzt zu sein

Heute ein weiterer Selbstversuch, ganz in der Gegenwart zu sein.

Nachmittags beim Baden ist mir dies recht gut gelungen. Im Wellenbad konnte ich alles um mich herum vergessen, später dann beim Ballspiel mit meiner Tochter ebenso. Plötzlich tauchen sie aber wieder auf, die Gespenster aus der Vergangenheit, einer Verfolgung gleich, selbstverständlich unangemeldet und forsch. Nicht immer müssen die Bilder aber negativ besetzt sein, es können auch gute Erinnerungen wachgerüttelt werden.

Im Freibad, wo ich heute war, war ich dort bereits als kleiner Bub. Urplötzlich sah ich den kleinen Jungen, wie er oben auf dem Sprungbrett steht und einen Kopfsprung wagt. Ich sah ihn herumrennen, mit seinem Vater spielen. Dann holt mich die Gegenwart wieder ein, die Tochter will weiter spielen, wo ich doch gerade gedankenversunken im Bassin stehe und beinahe ins Grübeln gerate.

Gegenwart und Vergangenheit lassen sich natürlich nicht strikt voneinander trennen. Sie sind vielmehr kommunizierende Röhren, denn die Gegenwart ist nichts anderes als entwickelte Vergangenheit. Die Forderung, mental ganz im Hier und Jetzt zu sein, kennt dennoch keine überzeugende Alternative.

Kommentare:

  1. BIN ich nicht JETZT, weil ich GESTERN WAR?

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  2. Ja, als Kontinuität des Daseins. Unangenehm ist es dann, wenn ich im Gestern verharre und darob das Jetzt verpasse.

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  3. Du kannst, wenn denn, nur JETZT im Gestern verharren.

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  4. Ja, nur wird dies dann zum Problem, wenn ich tatsächlich im Gestern verharre (und mitunter die Vergangenheit verkläre) und dadurch die Gegenwart vernachlässige, ja vergesse. Ich kann nur die Gegenwart gestalten, die Vergangenheit muss ich bewältigen, verstehen, akzeptieren und letztlich im Jetzt integrieren.

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