Montag, 15. Dezember 2014

Wir Glücksucher

Wir, die Glücksucher, mögen uns zeitweise fragen, wo das kleine oder grosse Glück stecken mag. Und wenn wir in Paris oder Berlin sind und nach einem vollgepackten Tag müde das Hotelzimmer aufsuchen, so wissen wir, dass manche vor uns -und manche nach uns- genau auch hier jenes Glück suchten und für einen Moment wohl auch fanden, die Kissen bleiben dieselben, der Blick auf das Brandenburger Tor sah mancher schon vor uns, und das gemeinsame, wärmende Bad haben wir auch nicht erfunden. Sie kommen und gehen, die Glücksucher, ich sehe sie überall, auch wenn es ihnen nicht im Gesicht geschrieben steht, und spätabends, nach dem letzten Drink an der Bar, ziehen auch wir uns zurück und erzählen uns dieses oder jenes aus unserer Biografie, derweil die Uhr tickt und es schon bald wieder Morgen wird.

Samstag, 29. November 2014

Die Zauberflöte in Bern

Was wäre das Leben ohne Musik? Heute Abend Bob Geldolf, und nächste Woche endlich wieder mal die Zauberflöte in einer wunderbar gelungenen Neuinszenierung in Bern.

Montag, 24. November 2014

Sonntag, 16. November 2014

Erkenntnisse

Ich schreibe nicht mehr so häufig, weil ich aktuell keinen Anlass dazu sehe. Vielleicht schreibe ich nur dann, wenn es mir schlecht geht. Dafür habe ich neulich meine Beiträge diagonal durchgelesen und komme zum Schluss: vieles, was ich schrieb bzw. schreibe, ist nur gültig für den Augenblick. Liebeskummer zum Beispiel ist oftmals bloss eine Momentaufnahme, dem Herbstwind gleich, der das Laub wunderbar durcheinanderwirbelt und Platz schafft für neues Laub, das den Boden für den Winter wärmen wird. Und ich dachte mir schon, ob ich alles oder doch so manches löschen soll vom Geschreibsel, aber auch dies wäre unehrlich, denn im Augenblick des Schreibens war es ja doch wahr. Gewiss, gesicherte individuelle Wahrheiten gibt es wohl, aber diese offenbaren sich nicht in Gefühlsausdrücken, sondern in Überzeugungen. Laub, so weit das Auge reicht, und der Himmel ist wolkenverhangen, der Wald in seinen prächtigsten Farben und kontrastiert aufs Wunderschönste mit dem dominanten Grau des Novembers. Am Horizont erblicke ich die Alpen, im Föhnlicht versunken. Mein Leben ist anstrengend, fordernd, aber auch lustvoll, mal karg, mal ausufernd. Wie es mir in letzter Zeit geht - diese wunderbare Musik könnte es nicht besser auf den Punkt bringen.

Freitag, 10. Oktober 2014

Lili Grün

Es gibt keine Liebhaber.
Die Männer sind gleich so schrecklich verheiratet (...)
Ich hab' dich lieb, und ich will dir gehören, 
Jedoch so grosse Worte würden jetzt bloss stören,
Und morgen neun Uhr dreissig
geht mein Zug.


Lili Grün: Mädchenhimmel! Gedichte und Geschichten. Gesammelt, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Anke Heimbert. Aviva-Verlag, Berlin 2014

Montag, 6. Oktober 2014

Donnerstag, 25. September 2014

Du und ich

Du und ich. Wie hast du es neulich gesagt? Wir, du und ich als ein Miteinander, seien für die schönen Momente des Lebens da, für mehr reicht es nicht, du bist in deinem Film, ich in meinem. Dein Alltag ist dort, meiner ist da. Das wussten wir von Anfang an, dass dem so ist - ist nicht traurig, vermutlich bewahrt es uns auch vor allerlei Trübsal, Enttäuschungen und Missverständnissen. Also kommen wir zusammen, wenn es der Moment erlaubt, wenn das sog. Zeitfenster es zulässt, mal hier, mal dort, dann reden und trinken und essen wir zusammen, gehen an eine Ausstellung, an ein Konzert, in die Berge, schlafen miteinander, als hätten wir noch 1000 Sommer vor uns, und erzählen uns Geschichten, wie es damals denn war, du in deinem Film, ich in meinem, du mit 20, ich mit 20, ja weisst du noch? Und ich weiss, hätten wir uns damals getroffen, es wäre nicht gut herausgekommen mit uns, alles zu seiner Zeit, Und was morgen ist, wissen ja eh nur die Götter, so sie uns überhaupt zusehen.

Sonntag, 7. September 2014

Verlangen und Melancholie


Gestern, nach einer schönen Bergwanderung mit anschliessendem Rockkonzert vor geradezu kitschiger Landschaft (Mondscheinnacht, See und Berge) sauge ich mich heute mit Kirchhoffs neuen Roman -Melancholie und Verlangen- voll. Wiederum eine wahre Fundgrube lebenskluger Sätze und mit einer Geschichte, wie sie nur gelebtes Leben schreiben kann. Und dies lesend bei wunderbarer Herbstsonne, "immerzu lachend (...) mit dem Blau der falschen Unsterblichkeit" (Bodo Kirchhoff, Verlangen und Melancholie, S. 118).

Montag, 1. September 2014

Der Herr Gysi und die Waffenlieferungen

Ausgerechnet der Herr Gysi, ehemaliger prominenter Mitarbeiter der Stasi (ja ja, er kann es tausend mal wiederholen, dass er kein IM war, und doch war er einer), führt aus, dass die heute beschlossenen Waffenlieferungen an die Kurden im Irak "völkerrechtswidrig" seien.




Völkerrechtswidrig.


Und dies aus dem Munde eines Herrn Gregor Gysi, des grossen Putin-Verstehers und Rechtfertiger der russischen Aggression und Kriegsführung gegen die Ukraine. Hier gilt das Völkerrecht nicht - wie entlarvend.

Soll noch einer sagen, der Dadaismus sei ausgestorben!
Gysi, der grosse Heuchler, einmal mehr.

Samstag, 30. August 2014

Herbst

Die Tage und Wochen vergehen schneller als mir lieb ist. Der Herbst wird sich bald bemerkbar machen und uns an die Vergänglichkeit erinnern. Manchmal, ob der ganzen Hektik des Lebens, habe ich das Gefühl bzw. die Einbildung, all dies hätte mit mir nichts zu tun: auch eine Art Verdrängung. Die Wochen und Monate vergehen, Jahre ziehen durchs Land, und irgendwann steht man da und fragt sich: wie war das möglich? War ich nicht erst 20, 30, 40 Jahre alt?


Meine musikalischen Jugendidole von damals, sie werden alt und grau, stehen trotzig auf der Bühne und wollen uns sagen: da sind wir noch!


Die Blätter, sie fallen schon in diesen Tagen, die Verfärbungen der Blätter, sie sind unübersehbar.

Samstag, 16. August 2014

Heiter

Stilvoll abgestürzt - moderat auf jeden Fall.
Ein heiterer Abend inmitten von illustren Figuren.
Und morgen nach Zürich.  

Mittwoch, 13. August 2014

Volltussis

Es gibt Ignoranten und Vollidioten da und dort.
Und manch Anderes mehr.
Und es gibt auch Volltussis, die einfach nur doof und hohl sind.
Beweise gefällig?
Bitte sehr - und ziemlich unappetitlich:
Willkommen bei den Volltussis.