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Dienstag, 10. Dezember 2013

Furcht

Notiz vor dem Zubettgehen:
Furcht (immer wieder, mal betonter, mal kaum wahrnehmbar) vor dem existenziellen Nichts (also: das Gefühl vom in die Welt geworfen zu sein ohne jeglichen Halt und ohne jegliche Hoffnung) und vor dem Unvermögen zu schreiben und damit zu denken. 

Freitag, 8. November 2013

Vom Hoffen

Wie ich einem lieben Menschen soeben schrieb:

Ich werde dieses Wochenende lesen, sein. laufen. Und manchmal etwas weinen, mich der Vergänglichkeit stellen, trauern um die verlorene Zeit, die verflossene Zeit, nicht wissend, was ich wirklich in den letzten Jahren gemacht und erreicht habe, die bange Frage nach dem allenfalls verlorenen Jahrzehnt. Die verpassten Möglichkeiten und die Angst, immer wieder diese Angst, den passenden, ja entscheidenden Moment schlicht zu verpassen bzw nicht zu erkennen. Ja, nicht zu erkennen!

Und hoffen, dass noch Manches möglich ist, Ewigkeit im Augenblick, das Leben wirklich leben, nicht immer mental die Handbremse tätigen, Mensch sein und damit Mut haben, Fehler zu begehen, umfallen, wieder aufstehen. Intensiver Regen beruhigt mich, so wie jetzt.
Das Sterben macht mir jetzt keine Angst, morgen mag es wieder anders sein. Was mir hingegen Angst macht: die absolute Einsamkeit inmitten vieler Menschen, die mich umgeben.
Das muss die Hölle sein. 

Freitag, 23. August 2013

Flucht ins bodenlose Nichts

(...)
- is nich traurig, is ja Wahrheit -
Und ich leb mein Leben

Wolf Biermann

Als sei der gestrige Tagebucheintrag eine Vorahnung gewesen.

Heute musste ich am frühen Nachmittag fluchtartig das Büro verlassen. Die innere Unruhe treibt mich in einen Engpass und bedrängt mich zusehends. Draussen angekommen flüchte ich weiter in eine Buchhandlung. Bei den Neuerscheinungen angekommen schaue ich mir die diversen Romane an: Liebesromane so weit das Auge reicht. Ich blättere dieses oder jenes von jedenfalls mir unbekannten Autoren durch. Je länger ich das tue, umso mehr scheine ich den Boden unter den Füssen zu verlieren. Ich nehme so etwas wie den freien Fall wahr. Wiederum erfasst mich eine unbarmherzige Welle von ungebändigten Fliehkräften. Ich suche das Weite und befinde mich schlagartig in den Gassen meiner Stadt. Überall Menschen mit Einkaufstaschen, Touristen mit Fotoapparaten, Mütter mit Kinderwagen, da und dort ein Strassenmusiker. Ich laufe weiter und komme mir wie unter einer Glocke vor: ich nehme nur noch bruchstückhaft wahr, was um mich geht. Die Sonne ist unerträglich, ich schwitze und weiss nicht, wohin ich noch flüchten könnte: da ist nichts, was Trost spenden könnte. 

Mittwoch, 10. April 2013

Von den Schnürsenkeln

Letzte Nacht war wie vorletzte Nacht.
Nur die kreisenden Gedanken waren andere. 
Teilweise zumindest. 
Absurde Ängste suchen mich heim. 
Ängste, die eine ferne Zukunft betreffen.
Wer wird mir
dereinst
die Schnürsenkel binden,
wenn ich es nicht mehr kann? 
Wer wird mich waschen,
wenn ich es nicht mehr kann?
Finale Frage:
wer wird mich noch lieben?
Wen werde ich 
dannzumal
lieben?
Wie lieben?
Wie wird sich das anfühlen?
Um 0500 Uhr hat mich der Schlaf erlöst.
Um 0600 Uhr ging der Wecker, gnadenlos.
Ich stehe auf und stelle mich dem Alltag.
Über die Schnürsenkel 
mag ich
nicht mehr
nachdenken.
Und ja: 
morgen
kann ich schon tot sein.

Mittwoch, 13. März 2013

Angst als Feind

Heute aufgeschnappt (Quelle nicht mehr präsent):
Angst ist der Feind des Staunens, das doch die sokratische Bedingung des Philosophierens ist. 

Also:
Die Überwindung der Angst als sachlogische Voraussetzung jeglicher Auseinandersetzung mit dem Sinn unseres Daseins und damit unseres Lebens schlechthin. Doch wie die Überwindung gelingt, ist mir zumindest nicht immer klar. Aber ich sehe schon, dass die Aussage stimmig ist - Angst kann nie eine gute Ratgeberin sein. 

Montag, 11. März 2013

Angst, präzisiert

Es geht mir nicht um Angst in einem pathologischen Sinn verstanden. Ich habe keine Depressionen, stehe morgens frisch auf und frühstücke, als ob ich Schwerarbeiter wäre. Es geht mir um etwas gänzlich Anderes, und dies muss ich unterstreichen, um nicht missverstanden zu werden: Ich gehe von Sartres Begrifflichkeit aus, derzufolge Angst als Bewusstwerden meiner grundsätzlichen Unbestimmtheit als Mensch zu verstehen ist. Ich weiss, dass dies nur ein Deutungsmuster sein kann und Sartre kein Säulenheiliger ist. Es muss und es gibt noch andere Stimmen in der Philosophie, die diesen Pfad verlassen haben. Daran will ich mich vermehrt orientieren oder zumindest die Spurensuche aufnehmen.

Sonntag, 10. März 2013

Angst

Gottlob selten packt mich eine nicht näher definierbare Angst. Ein Gefühl, alles werde zu viel. Zu schwer, zu hoffnungslos, zu schnell, ja zu schnell. Ich lasse dieses vermaledeite Gefühl einfach vorbeiziehen, bewerte es nicht. Ich stehe sodann auf der Terrasse und beobachte den finsteren Himmel, spüre den leichten Regen auf meiner Haut und atme tief durch. Nichts fiele mir dazu mehr ein. 

Sonntag, 18. März 2012

Himmelhoch jauchzend....

....zu Tode betrübt.

Heute hatte ich einen guten Sonntag - bis auf den Abend.

Manchmal erwischt mich die Welle des Trübsals völlig aus dem Hinterhalt. Mittags eine entspannte Tafelrunde in einer gemütlichen Kneipe auf dem Land: Sicht auf die Berge, leichter Nieselregen, grauer Himmel. Ich esse viel, trinke auch viel, proste meinem Gegenüber nicht selten zu. Gelächter da und dort, gute Gespräche jenseits des Berufsalltags.
Gegen Abend, als ich wieder zu Hause bin, packt mich das nackte Elend. Plötzlich: keine Lust auf Nichts und Niemanden. Ängste irrationaler Natur machen sich in mir breit. Das Eukalyptusbad setzt dem ein Gegengewicht, die gute Laune meiner Tochter ohnehin. Und wie es gekommen ist, ist es wieder verschwunden, dieses elende Gefühl der Bodenlosigkeit und der Hoffnungslosigkeit.
Solche Momente hasse ich, weil sie mir Angst machen. Und doch muss ich immer wieder lernen, mit ihnen umzugehen. 

Mittwoch, 15. Februar 2012

Träume wahr werden lassen

Und beiläufig fragt er mich, was zu tun sei, wenn Träume wahr werden.
Meine Antwort (spontan geäussert):
lass sie doch wahr werden!

Sind Träume, die wahr werden, überhaupt ein Problem?

Weil sie vielleicht "zum falschen Zeitpunkt" kommen?


Wenn dem so wäre: wann wäre der Zeitpunkt "richtig"?
Gibt es denn überhaupt "den richtigen Zeitpunkt"?

Oder
sind Träume, die wahr werden, ein Problem,
weil sie vielleicht Bestehendes gefährden (könnten)?
Wenn dem so wäre: ist das Bestehende demnach zu schwach, um den Träumen zu widerstehen?

Wenn Träume wahr werden, dann will das Leben, dass sie wahr werden.
Glaube ich.

Doch
will der Vogel seinen Traum immer wahr werden lassen,
wenn er im schönen Käfig sitzt,
gefüttert, gehegt und gepflegt wird?

Da wären wir also wieder:
Bei der Furcht vor der Freiheit.
***
Und jetzt noch Schumann, weil es irgendwie passt.
Ich schliesse die Augen und lass mich von ihm berieseln

Dienstag, 17. Januar 2012

Bizarre Gedanken

Notiert:
Spätabends kommen mir manchmal bizarre Gedanken hoch, die kaum weiterführend sind.
Da absolut spekulativ.
Und doch treiben sie mich an und lassen Unruhe aufkommen.
So wie jetzt.
Wo stehe ich in 10 Jahren?
Die Frage allein erfüllt mich mit Unbehagen.

Ja, nur ein Tropferl im Meer.


Samstag, 14. Januar 2012

Angst

Was täte ich, gäbe es das Angstgefühl nicht?
Welche Handlungen würde ich tun, wenn es die Angst nicht gäbe bzw.
wenn ich sie nicht spüren würde?
Wäre das Leben fundamental anders?

Die Frage bleibt hypothetischer Natur, da deren Beantwortung nur angstfrei zu haben ist. Zu vermuten ist, dass Angst auch ein Schutz darstellt, aber in erster Linie doch ein hemmender Faktor ist, der sich uns in unserem Leben oftmals entgegenstellt. 

Dienstag, 27. Dezember 2011

Fliegen wie ein Vogel

Kürzlich hatte ich für einen Moment Lust, einfach davon fliegen zu können wie ein Vogel. Möglichst hoch hinauf und sich dann fallen lassen, um zu fliegen, über die Stadt, die Berge, das Meer. Wie angewurzelt stand ich da und sagte mir: aber fliegen kann ich nicht. Ich liess es dann sein und lief weiter, genoss die dunkle Nacht und den dichten Nebel, der mich wie mit einer warmen Decke umhüllte. Und nicht zuletzt wusste ich, dass ein Vater gewissermassen von Amtes wegen nicht wie ein Vogel fliegen kann und nicht fliegen darf. 

Montag, 18. Juli 2011

Beim Wandern notiert

  • Nähe kann unerträglich werden, sie kann erdrücken und damit Fluchtgedanken auslösen. Wer die Freiheit des anderen nicht respektiert (aus welchen Gründen auch immer), begeht eine Grenzüberschreitung. Liebe zeichnet sich namentlich dadurch aus, dass sie loslassen kann. Wer demgegenüber den anderen zu kontrollieren versucht, liebt nicht, sondern will besitzen - aus Habgier, aus Unreife, aus Angst, aus welchen Gründen auch immer.
  • Nähe bedingt, einer Pendelbewegung gleich, Distanz, sonst droht der Erstickungstod.
  • Lebenskompromisse sind längerfristig nicht lebbar.
  • Zivilcourage ist ein Wort, das leicht auszusprechen ist. Sie auszuleben ist jedoch bedeutend anspruchsvoller.
  • Jeder braucht seine Geheimnisse und seine Freiräume. Wer ihm/ihr diese nicht zubilligen kann oder will, will herrschen, nicht lieben.
  • Sollte ich jemals wieder mit einer Frau unter dem gleichen Dach wohnen (ich kann es mir aktuell überhaupt nicht vorstellen): ich bräuchte zwingend ein eigenes Schlafzimmer.
  • nochmals notiert: bedingungslos lieben tue ich einzig meine Tochter.

Montag, 23. Mai 2011

Diffuse Ängste

Kurz vor dem zu-Bett-gehen erfasst mich heute Abend eine diffuse Angst, umfassend und in einem existenziellen Sinn zu scheitern. Es sind Ängste, die ich seit Jahren kenne und die mich manchmal heimsuchen. Auch wenn es objektive Gründe hierzu nicht geben mag, sie sind dennoch da. Sie sind lähmend und bedrohlich, verschwinden aber in der Regel ebenso schnell wie sie gekommen sind. Was Not tut ist Vertrauen in das Leben zu haben. Nicht immer will mir dies gelingen.