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Samstag, 16. August 2014

Heiter

Stilvoll abgestürzt - moderat auf jeden Fall.
Ein heiterer Abend inmitten von illustren Figuren.
Und morgen nach Zürich.  

Montag, 1. Juli 2013

Die zweite Jahreshälfte beginnt heute

Kampf im Geschäft.
Mit mir selbst.
Die Augenlider wollen nicht mehr.
Einfach nur müde - selbstverschuldet (grösstenteils).
Draussen schönstes Sommerwetter,
drinnen nur ödes Dasein.

Flucht.
Noch ist der Nachmittag nicht verloren,
sondern jung.
Die zweite Jahreshälfte beginnt heute.

Montag, 10. Dezember 2012

Flucht

Nun beginnen sie wieder,
diese Weihnachtsessen,
Geschäftsessen.
Und so weiter.
Heute Abend beim Geschäftsessen.
Langer Tisch.
Laut.
Weisswein und so weiter.
Kalte Platten,
dann warme Platten.
Ich bin da und plaudere mit.
So gut es geht.
Und ich spüre dennoch
die Entfremdung.
Was tue ich da eigentlich?
Spannungen im Nackenbereich machen sich bemerkbar.
Doch wesentlicher:
ich verspüre so etwas wie Einöde
und beschliesse
endlich
aufzustehen
und zu gehen.
Es tut gut.
Morgen wird es besser sein.

Und noch dies, weil es einfach passt.
Gerade jetzt.
Danke, Max Frisch:


Zu den glücklichsten Minuten, die ich kenne, gehört die Minute, wenn ich eine Gesellschaft verlassen habe, wenn ich in meinem Wagen sitze, die Türe zuschlage und das Schlüsselchen stecke, Radio andrehe, meine Zigarette anzünde mit dem Glüher, dann schalte, Fuss auf Gas. Menschen sind eine Anstrengung für mich, auch Männer.
Homo Faber, Suhrkamp 1977, S. 92

Mittwoch, 11. April 2012

Kalt erwischt

Kaum zurück aus dem Kurzurlaub, hat es mich wieder erwischt: voller Terminkalender.
Ich bin schon jetzt müde, nur wenn ich daran denke, was ich alles noch machen sollte. Wochenende eingeschlossen.

Aber ich lasse mich nicht auf diese mentale Falle ein, ich versuche wenigstens, Widerstand zu leisten.


Versuche, von dem zu zehren, was ich in den letzten Tagen erleben durfte an Ruhe und dem sich-treiben-lassen.
Ich denke an die dunkle Nacht und die tanzenden Schneeflocken, an das dicke Eis auf dem See, das wir beim nachmittäglichen Spiel zu durchbohren versuchten mit Steinen und Stöcken.
An die nassen Schuhe und verkühlten Füsse, die sich später in der Sauna der wohligen Wärme aussetzen durften.
Und ich denke an die Lärchen, wie sie sich, dem starken Wind ausgesetzt, heftig hin und her bewegten und dazu scheinbar ein Lied pfiffen.
Und an manch Anderes mehr. 

Dienstag, 20. März 2012

Feierabend

Feierabend.
Kühler Weisswein, smalltalk.
Und noch ein Glas.
An der Theke ist es laut.
Bald bin ich wieder unterwegs.
Zum gegenwärtigen Lebenskompromiss.
Und dann läutet noch das Handy:
danke für Ihr Angebot von vorletzter Woche,
blablabla und dann:
leider ist es so, dass...
ich höre schon gar nicht mehr richtig hin.
Das Leben ist schön
und das Leben ist grenzenlos verschissen.
Manchmal möchte ich nur noch schreien.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Über das Wollen

Heute war wieder so ein Tag: im Grunde der Dinge nur mühsam. Was mich vor allem müde macht an solchen Tagen sind die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten. Ständig unter Menschen zu sein kann verdammt anstrengend sein, morgens, mittags, nachmittags, ununterbrochen. Zwischen den Sitzungen smalltalk da, ein Apéro hier, ein Schwätzchen dort. Und dann sollte man sich auch noch konzentrieren, aufmerksam sein, zu allem und jedem eine Antwort bereithalten.

Habe ich mir dieses Leben so vorgestellt, als ich 20 war? Und wie war das noch mit 30? Manches schleicht sich in unser Leben auf leisen Sohlen ein, es entstehen Gewohnheiten und Rituale, die lange Zeit als solche gar nicht zur Kenntnis genommen werden. Und plötzlich steht man eines Morgens nach dem Duschen vor dem Spiegel und denkt sich wie beiläufig: was tue ich da überhaupt? Genauer: will ich das, was ich tue, wirklich tun? Und hätte ich Alternativen, würde ich das, was ich tue, immer noch tun? Eine substanzielle Antwort bin ich mir immer noch schuldig.

Samstag, 27. August 2011

der Vorgesetzte

Heute morgen vermisse ich zum Beispiel meinen ehemaligen und langjährigen Vorgesetzten, einen Mann mit Weitsicht und analytischer Schärfe, souverän in jeder Hinsicht, verhandlungsstark, calvinistisch geprägt durch und durch, unbestechlich, unermüdlich, absolut verlässlich, sehr anspruchsvoll und grosszügig zugleich, kulturell gebildet, vielsprachig, mit feinster politischer Spürnase ausgestattet. Freitagnachmittags konnte ich ihm ein dickes Dossier in die Hand drücken, so erhielt ich es am darauffolgenden Montagmorgen zurück, mit allen notwendigen Kommentaren, Bemerkungen, Korrekturen etc. versehen.

Nicht zu vergleichen ist schwierig...nun muss ich mit dem Mittelmass leben.

Mittwoch, 24. August 2011

gehetzt

Das war wieder ein Tag. Von früh bis spät unterwegs, arbeiten, einkaufen, sich um das Kind kümmern, an Sitzungen hetzen, nach Hause springen, Nachtessen zubereiten, Haushalt schnell erledigen....und so weiter.

Solche Tage sind für mich immer wieder Übungen in Gelassenheit. Nicht immer gelingt es mir freilich, die Ruhe zu bewahren. Wenn der städtische Bus gleich vor meiner Nase abfährt, verfluche ich den Fahrer. Vor der Kasse im Supermarkt werde ich nervös, wenn die alte Frau vor mir ihr Kleingeld zusammenkramt, ich bin daran, ihr das fehlende Kleingeld nachzuwerfen, nur damit ich endlich an die Reihe komme.

In solchen Situationen versuche ich mich zu besinnen, atme tief durch und sage mir: ach komm, ist ja halb so schlimm, andere Menschen müssen ums tägliche Überleben kämpfen - na ja, das stimmt ja, sagt der innere Rebell in mir, aber das nützt mir jetzt auch nichts, ich sollte pünktlich die Sitzung eröffnen.

Gelassenheit ist eine hohe Tugend, ich übe mich täglich in ihr. Ich meine: eine sehr anspruchsvolle Disziplin.

Und schon wieder ruft meine Tochter nach mir !!
Und die Küche ist immer noch nicht aufgeräumt....
ach ja, und morgen muss das Altpapier bereitgestellt werden.

Montag, 30. Mai 2011

Wochenbeginn

Eine anstehende berufliche Verpflichtung von heute Abend erfüllt mich weder mit Freude noch mit Kummer. Ich registriere vielmehr Gleichgültigkeit und ein bisschen Neugier. Ich sehe mich schon in diesem grossen Saal in Anzug und Krawatte, small talk hier, small talk dort, derweil draussen Sommertemperaturen herrschen. Die Welt als grosse Bühne, auf der alle ihre Rollen spielen, die einen maskiert, die anderen mehr oder weniger authentisch. Wer die Regie in diesem Theater spielt (so es eine gibt), bleibt mir allerdings ein Rätsel.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Tun, was einem gefällt

Heute Morgen bin ich auf der Strasse zufälligerweise einem ehemaligen Arbeitskollegen begegnet. Er erzählt mir wie beiläufig, dass er gar nicht mehr arbeite. Alle 10 Jahre tue er das, nämlich für 3 bis 6 Monate Urlaub nehmen, unbezahlten Urlaub. Dieses Mal hätte es schon etwas Mut gebraucht, den gut bezahlten Arbeitsplatz zu verlassen, immerhin sei er jetzt 57 Jahre alt, aktiv ewerben könne man sich da nicht mehr in seinem Alter, und wenn man es doch tue, dann denken die Personalchefs: Hilfe, ein Verrückter. Aber er hätte es einfach machen müssen, er wolle noch so viel lesen, schreiben und einfach Musse haben.

Ich kenne seinen Hintergrund nicht. Vielleicht hat er etwas geerbt oder hat sonstwie Geld auf die hohe Kante gelegt. Aber nichtsdestotrotz ist es mutig, in diesem Alter mir nichts dir nichts den Job an den Nagel zu hängen und seinen Leidenschaften nachzugehen, seinen Alltag souverän zu gestalten und sich diesem Abenteuer zu stellen.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Vom Neuanfang

Es ist nicht einfach, den "Neuanfang" zu wagen - beruflich wie privat. Man trennt sich nur ungerne von dem, was man kennt. Das Unbekannte macht Angst, mindestens löst es Skepsis aus, oftmals Abwehr. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht, wie wahr. Selbstredend bin auch ich Gefangener meines eigenen Gefängnisses und zaudere, einen beruflichen Neuanfang zu wagen. Zweifel beherrschen mich und führen zeitweise zu nächtlicher Schlaflosigkeit. Ich bin Gefangener meiner eigenen Wahrnehmung, ja ich kenne nur das, was ich sehe, vermeintlich sehe. Offenbar bin ich durch und durch Schweizer, ich könnte auch schreiben: Europäer. Amerikaner haben da weniger Skrupel, sie sind, historisch und kulturell bedingt, zweifelsohne mutiger als wir und bereit, (wirtschaftliche) Risiken auf sich zu nehmen. Sie können "mal oben", dann wenig später auch "ganz unten" sein und erachten dies nicht als Schicksalsschlag. Ich bin weit davon entfernt, amerikanische Zustände für Europa herbeizusehnen. Aber "etwas mehr Amerika" -damit meine ich: mehr Mut zum individuellen Risiko- täte uns allen gut.

Mit Bange stelle ich fest, dass ich so etwas wie saturiert bin, und dieser Zustand führt zu Bequemlichkeit und Ängstlichkeit. Ich trage einen Kampf mit mir selber aus, kämpfe gegen innere Widerstände und Ängste.

Ich weiss aber sehr wohl: nur wer kriecht, stolpert nicht.

Nachtrag
Irgendwie passend zu meiner aktuellen Stimmung, kurz vor dem Sprung ins kühle Nass im nahe gelegenen Freibad

Donnerstag, 3. Februar 2011

Träume verwirklichen

Was sehen wir auf diesem kleinen Film?

Wir sehen eine Frau, die in ihrem Beruf Busfahrerin ist.
Sie lenkt grosse Fahrzeuge und bringt Menschen sicher von Punkt A nach Punkt B.

Aber eigentlich wollte sie Sängerin werden und auf grossen Bühnen auftreten.

Sie absolvierte eine Gesangsausbildung - doch aus dem Gesang wurde beruflich nichts - weshalb, weiss ich nicht. Sie konnte ihre Leidenschaft nicht zum Beruf machen.

Stattdessen ist sie also Fahrerin geworden.
Sie ist mittlerweile 49 Jahre alt und träumt immer noch ihren Traum, auf einer Opernbühne zu stehen und Arien von Rossini und Mozart zu singen.

Und nun stellt sie sich einem "TV-Wettbewerb" vor johlendem Publikum, das tobt und schluchzt, wenn es sie hören singt.

Warum hat sie es nicht geschafft, damals, nach ihrer Gesangsausbildung?

Ob sie statt auf der Bühne unter der Dusche singt? In der Badewanne?
Oder an Betriebsausflügen?
An Hochzeiten?

Wie viele Menschen können ihre Träume nicht verwirklichen?
Und warum können sie sie nicht verwirklichen?
Fehlt es an Glück, Zufall, Schicksal?
Fehlt es an Können?

Leidenschaft allein ist noch kein Garant für Erfolg - es braucht auch Ausdauer, viel Ausdauer.
Und Geduld.
Und Rückschläge, die zwangsläufig auftreten, sind zu erdulden.

Zudem:
nicht jeder, der ein Rindsfilet auf den Teller zaubern kann, wird gleich zum Starkoch befördert.
Und nicht jede, die auf dem Klavier Mozart spielt, bringt es zur Konzertpianistin.

Oder ist es dies:
will der Schreiner nicht mehr Schreiner sein (Peter Bichsel)?

Was treibt uns an im Leben?

Diese Busfahrerin will mir nicht mehr aus dem Kopf.
Was ist in ihrem Leben passiert?

Wäre sie glücklicher, hätte sie ihren Traum verwirklicht und stünde sie auf der Bühne des Opernhauses von Zürich oder Hamburg?

Was hätte sie tun müssen, um diesen Traum zu verwirklichen?
Mehr Mut zum Risiko?
Mehr Einsatz?
Oder hatte sie schlicht zu wenig Glück?
Fehlten die Beziehungen, das Netzwerk?
War sie nicht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort?
Fehlte jemand, der ihr Mut zusprach und ihr jeweils zärtlich ins Ort flüsterte:
Du schaffst es, du schaffst es!?

Vielleicht müssen wir auch (wieder) lernen, mit dem zufrieden zu sein, was wir haben und sind.

Und gleichzeitig müssen wir Visionen haben, sonst leben wir nur in den Tag hinein.
Menschen brauchen Orientierung.
Und sie brauchen Zustimmung und Unterstützung in dem, was sie tun...und tun möchten.

Dienstag, 16. März 2010

Bewerbung - und Sophie Zelmani

Ich habe mich vor eingier Zeit um eine neue Stelle beworben, mehr aus Verlegenheit als auch echtem Interesse, und nicht zuletzt auch um meine Marktchancen mal wieder zu testen. Resultat: durchzogen. Zwar habe ich drei Runden überlebt, in der letzten Runde war nur noch ein Konkurrent vorhanden, und diesem ist schlussendlich der Vorzug gegeben worden. Die Gründe konnte mir der Verantwortliche des Prozedere nicht genau benennen, es sei ein schwieriger Entscheid gewesen, am Schluss spiele halt auch die Chemie eine Rolle und politische Überlegungen. Na gut, ich bin nicht erschüttert, eher müde und abgeklärt. Bewerbungsrituale haben etwas Ermüdendes, zumal wenn sie sich über einen Zeitraum von über zwei Monaten erstrecken.
Was ich jetzt tue an diesem Dienstagabend? ein Melissenbad nehmen, Mozart hören, zu guter Letzt einen Krimi 'reinziehen. Und versuchen, aus diesem Marathon etwas zu lernen. Was wichtig ist: Gelassenheit und die Zuversicht, dass es beim nächsten oder übernächsten Mal klappen wird. Glücklicherweise bin ich zeitlich nicht unter Druck. Aber ich merke schon; das, was ich jetzt beruflich tue, mache ich aus Vernunft - von Passion kann keine Rede mehr sein.

Übrigens: ich habe nicht nur eine Schwäche für Sophie Hunger, nein, auch Sophie Zelmani erwärmt mein Herz - und wie.