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Samstag, 30. Juli 2016

Ferienbilanz

Ferien: bald vorbei.
Bleibende Eindrücke, Flucht aus dem Alltag.
Nähe und Streit.
Viel gegenseitiges Verständnis als auch Unverständnis.
Heisse Nachmittage am Strand oder in den Bergen.
Zäh dahinfliessende Zeit.
Launischer Atlantik: wild und zahm in derselben Stunde.
Abends Wein, manchmal viel davon.
Der Sommer dauert nicht mehr so lange.

Donnerstag, 7. August 2014

Vom Reisen in Nord und Süd

Aufgeschnappt und zustimmend zitiert:

wer in den Süden reist, sucht Zerstreuung, 
wer in den Norden reist, sucht sich selbst. 

Donnerstag, 6. Februar 2014

Dienstag, 1. Oktober 2013

Urlaubstag

Heute ist mein letzter Urlaubstag. 
Mein Kopf ist schlicht leer, leerer kann er gar nicht sein. 
Die vergangene Nacht war beschissen. 
Ab 0430 Uhr hellwach.
Das akute Bedürfnis, die Fenster gross zu öffnen und 
die von Nebel durchtränkte Luft tief einzuatmen.

Nachmittags mit Kindern spielen, eine willkommene Ablenkung. 
Und schreiben.
Müde Augen, müder Geist.
Mein Appetit war auch schon grösser. 
Lustlosigkeit macht sich breit. 

Heute Abend
Racletteabend. 
Der kühle Weisse wird vom Gast 
gleich mitgebracht.
.....
.....


Sonntag, 4. August 2013

Am Piburger See



Piburger See.
Nur sein.
Klares Wasser, leichte Brise.
Im Gepäck etwas Käse, Brötchen, Tomate, vegetarischer Aufschnitt.
Im Halbschatten liegen - direkt am Seeufer, die zahlreichen Wurzeln im Boden stören kaum.
Dann einige Runden schwimmen und die kalte Strömung geniessen.
Stille, nur wenige Teenies erinnern daran, dass man hier nicht allein ist.
Pure Gegenwart, die alles und nichts bedeuten kann.
Stunden vergehen.
Nichts lässt sich aufhalten, konservieren.
Piburger See, Sommer 2013.
Ob ich dich jemals wieder sehen und spüren werde? 

Dienstag, 9. Juli 2013

Sommertage

Sommertage stimmen mich auf eigentümliche Weise melancholisch. Anders als im Winter erinnert mich der Sommer an unbeschwerte Kindertage. Strandferien in Italien, und abends der obligate Geruch von Pizza aus dem Holzofen. Ich spüre die Hitze des Sandes unter meinen Füssen, sehe die Menschenmasse  am Strand, die gebauten Sandburgen von uns Kindern, den Eisverkäufer und die Lirascheine unter meinem Badetuch. Gerne erinnere ich mich jetzt daran, und doch, nein, ich will keine solchen Ferien mehr verbringen, schon lange nicht mehr. Vielleicht, irgendwann, werde ich aus Nostalgiegründen dennoch wieder hinfahren.

So sitze ich in der abgedunkelten Wohnung. Ein feines Lüftchen macht sich bemerkbar, der Parkett ist sauber gewischt und voller Glanz. Ich habe einige Stunden freie Zeit. Tue nicht viel. Schreiben, lesen. Ich lasse mich bewusst treiben und spüre den Schweiss auf meinem Nacken.
Heute ist die Gegenwart dünn.
Zähe Stunden, kriechend und schwer.  

Samstag, 28. Juli 2012

In der Hotelbar

Abends in der schönen alten Hotelbar werden Erinnerungen wach, und ich versuche schon gar nicht, sie abzuwehren. Ich schaue durch die grossen Fenster auf die vom Halbmond beleuchteten Berge und bestelle mir ein weiteres Gläschen Kirsch.
Meditation kann verschiedenste Formen annehmen. 

Langeweile

Warum haben wir keine Zeit? Inwiefern wollen wir keine Zeit verlieren? Weil wir sie brauchen und verwenden wollen. Wofür? Für unsere alltäglichen Beschäftigungen, deren Sklaven wir längst geworden sind. [. . .] Am Ende ist dieses Keine-Zeit-Haben eine grössere Verlorenheit des Selbst als jenes Sich-Zeit-lassende-Zeit-Verschwenden.
Martin Heidegger (die Grundbegriffe der Metaphysik)


In letzter Zeit bewege ich mich nicht mehr so sehr im Kreis wie auch schon. Und ich entdecke je länger je mehr die Vorzüge der Langeweile, der wir so sehr aus dem Weg gehen wollen. Dabei ginge es gerade in Zeiten des Urlaubs darum, ihr vermehrt nachzuspüren und damit ganz gegenwärtig zu sein. Die Langeweile führt uns zu jenem Punkt, der, ganz befreit von der Vergangenheit, sich nicht von der Zukunft (die ohnehin ein Konstrukt ist) einnehmen lässt. Durch das Zulassen der Langeweile kommen wir unseren innersten Bedürfnissen näher, da wir, frei von Aktionismus, einfach nur da sein können, ganz im Sinne Nietzsches des zweckfreien Wartens auf Nichts.
Ich spüre an meinen Füssen das Wasser des Bergsees und spiele mit den Steinchen, die ich vorfinde. Ich denke an nichts und niemanden (und wenn doch Bilder hochkommen, lasse ich sie einfach vorbeiziehen), nicht an gestern, nicht an morgen und bin zumindest in jenem Moment frei von Sehnsüchten, Melancholie oder Illusionen. Die Zeit bleibt für einen Augenblick buchstäblich stehen, weil sie nicht instrumentalisiert, sprich keinem bestimmten Zweck (im Sinne einer wie auch immer gearteten Kosten/Nutzen-Optimierung) zugeführt wird. 

Ich atme und bin. 
Nicht mehr und nicht weniger. 

Samstag, 21. Juli 2012

Urlaub

Zeige mir, wie du Urlaub machst
und ich sage dir, wer du bist. 
***
Auf Reisen gleichen wir einem Film,
der belichtet wird.
Entwickeln wird ihn die Erinnerung.

Max Frisch
***



Je langweiliger das Leben
umso mehr das Bedürfnis
nach sun, fun and nothing to do

Donnerstag, 12. April 2012

Zwei kleine Jungs

Zwei kleine Jungs spielen stundenlang auf bzw. mit dem Eis des halbwegs zugefrorenen See. Mittels spitzen Steinen, Stöcken und viel Kraftaufwand versuchen sie, durchwegs sorgfältig geplant, Löcher in das Eis zu bohren bzw. zu schlagen. Staunende Mädchen machen mit, feuern an, suchen ihrerseits nach weiteren spitzen Steinen nahe des Seeufers und hoffen, dass das unter der Eisoberfläche unruhig und schwarz wirkende Wasser bald einmal durch das noch nicht gänzlich offene Loch schiesst. Die Jungs schwitzen wie verrückt, feuern sich gegenseitig an, besprechen laufend den Sachverhalt, harren aus, derweil die Füsse schmerzen und die Hände sowieso.

Später wird sie der kalt schneidende Wind zwingen, ihr Vorhaben frühzeitig abzubrechen. Gut gelaunt und befreit von schweren Gedanken ziehen sie von dannen, müde, abgekämpft und mit dem wohligen Gefühl, wieder einmal etwas Handfestes getan zu haben. Die Mädchen protestieren (wir wollen fischen! wir wollen fischen!) und sind insgeheim froh (die kalten Füsse!), das Eisfeld räumen zu können.

Die Jungs sind in Wahrheit längst erwachsen und konnten wieder einmal Kind sein. Später, beim gemeinsamen Nachtessen, werden sie kichernd an ihr Abenteuer denken, etwas fachsimpeln und sich gegenseitig zuprosten. Wie Jungs von damals. Nur dass sie mittlerweile schon etwas älter geworden sind. 

Samstag, 7. April 2012

Ostern

Mal ganz ehrlich: wie kann man heute in einer säkularen Welt noch an die Auferstehung glauben? Meine Tochter wird mir morgen anlässlich von Ostern bestimmt wieder fragen, wie es denn möglich sei, dass ein Mensch von den Toten auferstehen kann. Seit sie im kirchlichen Unterricht ist, treibt sie diese Frage an. Ich mache es mir diesbezüglich vielleicht zu einfach und antworte jeweils, dass es für diese Frage keine richtige oder falsche, jedenfalls keine endgültige Antwort geben könne. Natürlich ist es aus einer wissenschaftlichen Sicht schlicht nicht vorstellbar, dass ein Mensch von den Toten aufersteht. Aber darum geht es hier, so meine ich, nicht. Es geht für mich eher um die Idee, dass mit dem Tod nicht alles beendet ist, dass das Leben vielmehr - in mutierter Form- weitergeht.

Doch ich gebe zu, dass ich als Agnostiker bei solchen Themen eher hilflos dastehe und versuche, meine Sicht der Dinge verständlich und jedenfalls nicht religiös verbrämt darzulegen, ohne dabei eine absolute Wahrheit beanspruchen zu wollen. Weil es die ohnehin nicht gibt. So werden wir morgen ein schönes Osterfest in den verschneiten Bergen feiern und uns ganz dem Leben widmen. Nach jedem Regen kommt die Sonne, nach jeder Katastrophe keimt wieder Hoffnung auf: ich denke, dass gerade Ostern als ein Symbol der Hoffnung und letztlich des Lebens verstanden werden kann. 

Samstag, 18. Februar 2012

Sils-Maria, einmal mehr

Mit der Webcam aufgenommen - heute Morgen.
Sehnsucht, die bald wieder gestillt werden muss.
....mit Blick Richtung St. Moritz...hach!

und hier mit Blick Richtung Maloja, rechts die Halbinsel Chasté...


Gesehen habe ich viele Landschaften und gefallen haben mir beinahe alle,... und wohl die schönste, am stärksten auf mich wirkende von diesen Landschaften ist das obere Engadin
Hermann Hesse








Hier sein, in diesem Raum ohne Ende in dieser Zeit, die sich ausdehnt, beide nicht wandelbar, in sich bewegt

Freitag, 14. Oktober 2011

beim Tango fremd gehen

Beim Tango, sagte mir gestern Abend der Tanzlehrer, müsse man alles vergessen, den Ehemann bzw. Ehefrau, den Freund, die Partnerin, einfach alles. Dann zähle nur noch der Moment, dann dürfe, ja müsse man -im übertragenen Sinn verstanden- fremd gehen, sich der subtilen Erotik des Tangos hingeben und sich von der melancholischen Musik leiten lassen. Wichtig sei auch, auf dem Tanzparkett im richtigen Moment Mut zur Pause zu haben und dabei die in diesem Augenblick gegebene (körperliche und emotionale) Nähe des an sich fremden Gegenübers zuzulassen. Kein Tanz für eifersüchtige Ehemänner bzw. Ehefrauen! Lasst lieber den Tango aus und beschränkt Euch auf Foxtrott oder cha-cha-cha.

Doch vor allem und in erster Linie sei den Eifersüchtigen ins Buch geschrieben: Man geht allein zum Tango, und man verlässt allein den Tango. Das ist Tango, richtig verstanden.

Montag, 10. Oktober 2011

Tango

Du hast Recht: Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann, ich ergänze: den man tanzen muss, um ganz nah an ihm zu sein. Das wusste ich bisher nur nicht. Nun erfahre ich es, Schritt für Schritt im buchstäblichen Sinn. Der Mann führt nicht, die Musik ist es bzw. ihre Traurigkeit, die uns den Weg ebnet. Noch sind die Schritte zaghaft, suchend, mechanistisch. Tango ist ein sehr intimer Tanz, da gibt es keine halben Sachen. Für einen Moment ist man ganz Eins mit der Tanzpartnerin bzw. Tanzpartner. Dann gibt es nur noch den Tango und seine Traurigkeit. Ein schönes, trauriges Gefühl.

Dienstag, 20. September 2011

Fernweh

So sah es heute Nachmittag im Engadin aus.

Hach, der Silsersee, mit Blick Richtung Maloja.

Samstag, 6. August 2011

Einfach nur Ferien

Zwei weitere Ferientage mit meiner Tochter verbracht.
Abends ein Musical auf offener Seebühne, ein tolles Erlebnis.
Danach ein Wandertag.
Berge zum Greifen nahe.
Der Wasserfall: donnernd und doch sanft.
Die Tage unaufgeregt verbringen.
Die Gedanken: auch anderswo, natürlich.
Die Sinuskurve als Begleiterin.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Von besonderen Landschaften















Hermann Hesse für Ju zu ihrem Beitrag über Zug:

Gesehen habe ich viele Landschaften und gefallen haben mir beinahe alle, aber zu schicksalhaft zugedachten, mich tief und nachhaltig ansprechenden, allmählich zu kleinen, zweiten Heimatländern aufblühenden wurden mir nur ganz wenige, und wohl die schönste, am stärksten auf mich wirkende von diesen Landschaften ist das obere Engadin (aus Engadiner Erlebnisse 1953)

Dienstag, 26. April 2011

Zurück aus den Bergen

Zurück aus den Ferien. Ich brauchte ihn, den Bergfrühling, wie er mich sanft streichelte und einmal mehr daran erinnerte, dass alles im Fluss und damit vergänglich ist. Stundenlang sass ich am Ufer des grossen Bergsees (mit Nietzsche im Kopf: ganz Mittag, ganz See, ganz Zeit ohne Ziel) und habe zusammen mit meiner Tochter mit den auf dem Wasser schwimmenden Eisplatten gespielt, die sich mit letzter Kraft gegen die immer wärmer werdende Aprilsonne wehrten. Abends dann ein gutes Buch bei Jazz in der Hotelhalle, zuvor ein feines Essen bei einem guten Glas Rotwein.

Ja, so lässt es sich leben. So lässt sich das oftmals mühsame (weil durchorganisierte) Alltagsleben vergessen. Es fällt mir immer wieder schwer, diesen mythischen Ort der Kraft zu verlassen. Ich liebe diesen Müssiggang, dieses sich vom Augenblick Treibenlassen. Einfach da sein und die Stille aufsaugen. Nichts bewerten müssen, dem Wind zuhören, wie er kräftig aus Norden bläst und leichte Wellen auf dem See herzaubert, die wiederum die letzten Eisbrocken -mittlerweile zu Eissteinchen zusammengeschmolzen - zum Tanzen bringen und dabei ein eigenartiges Knacksen verursachen.

Je länger je mehr merke ich, dass ich kühle Temperaturen brauche, um einigermassen glücklich zu sein. Kälte und Eis treiben den menschlichen Geist an, Hitze und Feuchte machen bloss träge und denkfaul.

Nachtrag (2330 Uhr)

Ich bin müde, kann bzw. will dennoch nicht ins Bett. Unruhe treibt mich an. Ich beginne, in einem Buch zu lesen, lege es kurz später dann doch wieder weg, laufe in der Wohnung herum, schaue mir die sternenklare Nacht an. Dann gehe ich zum Laptop und surfe herum, bleibe mal hier, mal dort hängen, um gleich weiter zu surfen. Unfähig, zur inneren Ruhe zu kommen, unfähig zur Konzentration. Letztlich: unfähig (jedenfalls heute Abend), sich dem Hier und Jetzt zu stellen. Irrationale Angst auch davor, "etwas zu verpassen". Der späte Abend lässt mich müde werden und schärft, scheinbar in paradoxer Weise, dennoch die Gedanken und Gefühle. Doch das Stochern im Nebel hört damit nicht auf. Einzige Gewissheit an diesem Abend: nach einem kühlen Glas Wasser und dem obligaten Zähneputzen werde ich müde ins Bett steigen und hoffentlich bald den tiefen Schlaf finden.