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Freitag, 9. Mai 2014

Tussikratie (die)

Aufgeschnappt (Definition nach Theresa Bäuerlein und Friederike Knüplin)
Die "Tussikratie", wie sie Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling in ihrem Buch definieren.

Stefanies Heldenreise

Stefanie aus Kaiserslauten habe also eine "Heldenreise" durchgemacht, meint die rührselige Heidi Klum, die aktuell wohl bestbezahlte, fleisch gewordene Realsatire.

Eine Heldenreise?
Vielleicht wird dereinst ein Gymnasium in Kaiserslauten nach Stefanie benannt.
Und Klum wird deutsche Kulturministerin.
Und Pro 7 wird staatlich subventioniert. 
Und wir alle verblöden nur noch.

Sonntag, 29. Dezember 2013

Die Welt will getäuscht sein

Heute beim Frühstück bin ich in der NZZ am Sonntag auf einen interessanten Beitrag gestossen, der über Fakes im Internet berichtet, genauer: über Menschen, die bewusst eine völlig falsche Identität annnehmen und mit der sie andere Personen gelinde gesagt an der Nase herumführen - willentlich und mit welchen Motiven auch immer (NZZ-Artikel online nicht verfügbar, vgl. dafür diesen hier).


Bild: auch ein Fake - deutsche Kleinstadtidylle irgendwo in China und hergestellt für die heimische Hochzeitsindustrie. 

Im Zentrum der besagten Geschichte steht Viktoria und ihre Internetbekanntschaft mit einem angeblichen Mann aus den USA. Schlussendlich stellte sich heraus: der Mann ist nicht der, den er vorgab zu sein. Mehr noch: der Mann war bzw. ist eine Frau. Viktoria hat aus dieser Betroffenheit heraus eine Internetseite lanciert und ihre Geschichte in ihrem Blog veröffentlicht. Eine verrückte und wahre Geschichte, die wohl nicht nur mich etwas ratlos zurücklässt. Ja ich staune und frage: wie weit wollen Menschen nicht nur aktiv täuschen, sondern passiv getäuscht werden, indem man auch bei sehr schalem Gefühl und negativen Erlebnissen ein "gutes Bild" des Gegenübers aufrechterhalten will, weil es, zum Beispiel, bequem ist und bohrende Fragen auslässt oder Illusionen nicht zerstört? Wegschauen nennt man das auch salopp. Oder blind sein oder sein wollen.

Damit will ich die tragische Geschichte von Viktoria nicht etwa bagatellisieren, und wer die Naivität oder auch Gutgläubigkeit von Menschen ausnutzt, ist und bleibt ein Schweinehund. Ich meine aber auch: für solche Geschichten braucht es letztlich immer zwei. Oder nicht? Und vor allem: sie ist keine Erfindung des Internetzeitalters, sowenig wie der Heirats- und vor allem Liebesschwindler eine Erfindung des Internetzeitalters ist (Mozarts Don Giovanni steht stellvertretend für Fiktionen aller Art), und Gefälschtes da und dort durchzieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte, heisse dies nun trojanisches Pferd oder potemkisches Dorf: immer stand dabei die Lüge und die bewusste Irreführung der Betrachter im Zentrum. Und was genau wollte dabei der Betrachter? Immer die nackte Wahrheit wissen?

Und an dieser Stelle noch dies:
Die Welt will getäuscht sein, also werde sie getäuscht
Paul IV, 1476 - 1559, Papst von 1555 - 1559

Freitag, 22. Februar 2013

Heute vor 70 Jahren

Heute vor 70 Jahren
um  17 Uhr
wurde sie
und ihr Bruder umgebracht.
Enthauptet.

Und heute Mittag
war ich beim Italiener um die Ecke
mit einem alten Studienfreund.
Und er erzählte mir
von seinen Ängsten am Arbeitsplatz
und davon, dass das Duckmäusertum sich breit mache im Betrieb.
Nur nicht auffallen sei die Devise.
Vorauseilender Gehorsam mache die Runde.
Und ich nicke und verstehe.
Wir passen uns alle
irgendwie und
wenn auch bloss subtil an
und wollen nicht anecken.

Sophie und Hans Scholl
sind und bleiben
Symbol eines aufrechten Ganges.

Montag, 18. Februar 2013

über Pappnasen

Fasnacht - sprich Karneval- kann man auf unterschiedlichste Art und Weise feiern. Ich selber bin kein grosser "Fasnächtler", zu laut und schrill geht es nach meinem Geschmack zu und her.

Doch die Basler Fasnacht, die heute Morgen exakt um 0400 Uhr begonnen hat und bis am Mittwoch dauert, ist etwas ganz Besonderes, ja wohl etwas Einmaliges. Ich denke, dass man als Besucherin und Besucher bald begreifen wird, dass in Basel ein im besten Sinn des Wortes protestantischer Geist weht, auch und vor allem an der Fasnacht. Hier wird in geordneten Bahnen gefeiert und gelacht. Wer nicht fähig ist, die feinen Zwischentöne zu vernehmen an den zahlreichen Schnitzelbänken, verpasst vieles und hat womöglich die falsche Fasnacht gewählt, an der im übrigen Pappnasen absolut verpönt sind wie auch Filzhüte mit Bierhumpen. Und dergleichen mehr: hier die Liste der absoluten No go für all jene, die noch nie an der Basler Fasnacht waren.

Übrigens, liebe Leserinnen und Leser aus Deutschland: wenn in der besagten "Regelliste" vom "grossen Kanton" gesprochen wird, ist Deutschland damit gemeint. Womit wir also über 27 Kantone (26+1) verfügen - zumindest an der Fasnacht. Herzlich Willkommen!

Donnerstag, 31. Januar 2013

weibliche Projektionsfläche (?)

Man kann sich Don Giovanni auch ganz anders als bisher vorstellen, nämlich: als Projektionsfläche von Frauen. Die Regisseurin an der Staatsoper Hamburg stellt genau diesen Gedanken in den Mittelpunkt ihrer Inszenierung....und warum können wir Frauen anscheinend ohne Don Giovanni nicht leben...ich nehme es mit Interesse zur Kenntnis und finde die Inszenierung mehr als nur gelungen.

Als ich kürzlich mit einer Frau über Brüderle und die Sternjournalistin sprach, meinte sie ziemlich angriffslustig: ach komm, wo Frauen und Männer zusammenkommen, kann es halt erotisch funken, zumal um Mitternacht in einer Bar, wo man wohl kaum bei Kamillentee über Einsteins Relativitätstheorie fachsimpeln möchte. Da hat sie wohl nicht ganz Unrecht.

Was ich nicht möchte: eine aseptische Arbeitsatmosphäre gepaart mit biederer Muffigkeit. Und so tun, als seien wir alles asexuelle Wesen, nur weil es gewisse Idioten gibt, aber auch Ignoranten (männliche wie weibliche), die erotisches Spiel (bitte, ich spreche hier nicht von plumper Anmache!) reflexartig mit sexueller Belästigung gleichsetzen. Brüderle und die Sternjournalistin hin oder her.
P.S.: wie steht es nun mit Don Giovanni genau, liebe Frauen?

Übrigens: unter der erwähnten Prämisse ist die Inszenierung von Amsterdam noch radikaler als jene von Hamburg und fokussiert sich ganz auf die Umwelt von Don Giovanni, indem dieser zum Objekt seiner Umwelt wird. Oder anders gesagt: nicht Don Giovanni macht die Frauen zu Objekten seiner Lust, sondern er wird zum Objekt weiblicher Lust umgedeutet...eine schöne, elegante und subtile Umdeutung (Umdeutung?) all dessen, was bisher unter Don Giovanni gezeigt worden ist.

Dienstag, 29. Januar 2013

Vom einfühlsamen Freund, oder: eine kleine Polemik

Aufgeschnappt und zitiert (in: Magazin des Opernhauses Zürich, 02/Seite 12):

Das eigene Leben reflektierend und ständig bemüht, sein Handeln und Fühlen sensibel wahrzunehmen, nach aussen zu kehren und zu optimieren, hat sich der Mann auf einer ewigen Metaebene verheddert, von der er nicht wieder herunterkommt. Auf die junge Frau wirkt die neue männliche Innerlichkeit, das subtile Nachhorchen in die tiefsten Windungen der Gefühlsregungen schrecklich kompliziert. Und auf die Dauer furchtbar unsexy (...). statt fordernd zu flirten, gibt er sich als einfühlsamer Freund. Er achtet auf sich, ist höflich, lieb, immer gepflegt und gewaschen, benutzt Parfums und Crèmes, macht Diäten und hört wunderbar melancholische Mädchenmusik (...). Spiegeln gleich stehen sich die Geschlechter gegenüber und hyperreflektieren ihre Beziehung zu Tode, bevor sie überhaupt angefangen hat.

Diese Zeilen stammen von Nina Pauer, der Autorin des Buches "wie wir vor lauter Kommunizieren unser Leben verpassen". Wie soll ich diesen (postfeministischen??) Beitrag interpretieren? Als Plädoyer für den starken Mann (braun gebrannt dank Solarium - Skilehrertyp für Arme), bitte sehr mit obligatem Drei-Tages-Bart und pseudo verwaschenen Jeans, lässigem Hüftschwung (gut eingeübt vor dem häuslichen Spiegel im Schlafzimmer) und mit ausrangierter Zigarette zwischen den Mundwinkeln (sie wissen schon: die Marlborowerbung von anno dazumal)? Der nicht lange fackelt (man muss ja nicht immer reden) und dessen intellektuelles und moralisches Niveau irgendwo (Ballermann?) und irgendwann (spätestens mit 16) auf der Strecke geblieben ist? Der verdammt genau weiss, was er will (und sei es bloss das eine) und auf Heavymetal oder Jürgen Drews steht?

Ich frage.
Und ich staune ein bisschen.
Gerade im Kontext der jüngsten Debatten.
Was wird eigentlich "vom Mann" erwartet?
Soll er vielleicht verschiedene Gesichter haben?
Allenfalls je nach Tages- und Nachtzeit?
Mal Macho, dann sanft, dann Vater des gemeinsamen Kindes (so vorhanden), dann Freund, dann Draufgänger, dann was denn noch?
Oder nichts von dem oder alles von dem ein bisschen?

Ich glaube schon, dass man von einer Orientierungskrise sprechen kann.
Von einer männlichen, ja - und gewiss auch von einer weiblichen.
**
Und hier noch
als Gutenachtkuss (ist das fordernd genug?), liebe Nina Pauer,
wunderbar melancholische Mädchenmusik.
I like it!

Sonntag, 27. Januar 2013

Tag des Gedenkens

Heute geht der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zu Ende. Ich las in der Sonntagspresse nichts darüber. Weshalb bloss? Das Erinnern an das letztlich Unaussprechliche ("wir wissen viel , aber verstehen wenig") ist unsere Pflicht, und ich meine dies ohne jeglichen Pathos. Es braucht nur -doch immerhin- immer wieder neu ein kurzes Innehalten, ein Nachdenken, ein tiefes Durchschnaufen.
Weil Erinnerung immer auch Befreiung ist. 

Mittwoch, 9. Januar 2013

Tanz dich frei


Ich würde gerne wissen, wie Historiker/innen in 100 Jahren unsere Zeit bewerten werden. Wenn ich mir gelegentlich diese Frage stelle, so schwimme ich im Teich des Nichtfassbaren. Was treibt uns in unseren saturierten Gesellschaften wirklich an? Warum gehen die Menschen auf die Strasse, und wogegen protestieren sie bzw. wofür setzen sie sich ein? Jugendliche und jene, die sich trotz arriviertem Alter immer noch als solche halten, setzen sich in meiner Stadt für eine grossflächige Tanzparty ein nach dem Motto "tanz dich frei". Und geben sich dabei der Lächerlichkeit preis, dieses Postulat als "antikapitalistisch" zu bezeichnen. Das kann es ja ernsthaft nicht gewesen sein. Oder hat dies alles mit ungewolltem Dadaismus zu tun?

Montag, 31. Dezember 2012

Billiges Fleisch

Beim Einkaufen für den heutigen Silvesterabend ist mir durch den Kopf gegangen, dass all jene, die billiges Fleisch aus industrieller Produktion konsumieren und Berge davon essen könnten, nicht nur Banausen sind. Sie sind vor allem keine Erotiker, weil sie keinen Bezug zur Sinnlichkeit haben. Sie wollen horten, nicht geniessen, weil sie gar nicht wissen, was Genuss ist. Wer mit Antibiotika vollgepumptes Fleisch aus dem Aldi oder anderswo isst, kann kein guter Liebhaber sein. Definitiv nicht. 

Freitag, 21. Dezember 2012

Nicht ohne mein Handy

Aufgeschnappt und unter der Rubrik "Debiles" abgebucht:
Schon heute gibt jede fünfte Frau an, dass sie lieber eine Woche lang auf Sex verzichten würde als auf ihr Handy. Wenn das so weitergeht, verzichtet der Mensch bald einmal gänzlich auf das bisschen Sex vor dem Kommunikationsakt.

Freitag, 23. November 2012

Alles im Griff

Den wahren Feminismus erkennen wir daran, dass er unbeirrt weiterhin die Machtfrage stellt: Die Machtfrage zwischen Frauen und Männern, gesellschaftlich wie individuell.
Alice Schwarzer

Nun dann: innerhalb der italienischen Mafia jedenfalls scheint diese Frage klar beantwortet zu sein: fallen die Männer weg, springen die Frauen ein. Gleichberechtigt, wie mir scheint. Und ebenso skrupellos.

Emotional, emotionaler, am emotionalsten

(Gewisse) Umfragen soll man nicht allzu ernst nehmen. Vor allem dann nicht, wenn sie gleich weltweit durchgeführt werden zu Themen, die einer objektiven Messung und damit Überprüfung nicht standhalten. Aber einen gewissen Unterhaltungswert kann man ihnen gewiss nicht absprechen, zumal wenn es um Themen wie "Emotionalität" geht.

Um es gleich vorwegzunehmen: die Menschen auf den Philippinen belegen gemäss Umfrage den "emotionalsten" (151.) Rang, was ich intuitiv durchaus nachvollziehen kann: wer die teilweise obskuren, von einem naiven katholischen Volksglauben genährten Riten mitverfolgt hat, wird die Diagnose
"emotional pur" nicht als abwegig bezeichnen können. Dass wir Schweizer aber über mehr Emotionen verfügen sollen als die angeblich heissblütigen Italiener, löst bei mir ein heiteres Lächeln aus. Also nix da von südländischem Herz und Schmerz, im Land der Kühe und Banker ist man diesbezüglich besser bedient. Und dass unsere nördlichen Nachbarn emotionsloser sind als wir, leuchtet mir irgendwie auch ein, mal abgesehen von den roten Köpfen im deutschen Bundestag oder an Parteitagen der SPD, wo mit dick aufgetragener Fanfare mit der Kavallerie gedroht wird.

Nun ja, spätestens am Sonntag werde ich wieder voller Emotionen sein, wenn Rossinis Oper la Cenerentola aufgeführt wird. Nein, so lange wird es doch nicht dauern, weitere emotionale Schübe erwarten mich über das ganze Wochenende verteilt. Ob ich deswegen von einem emotionalen Virus aus den Philippinen heimgesucht worden bin, vermag ich nicht zu beurteilen.


via chartsbin.com

Freitag, 9. November 2012

Von Natur aus Bier aufmachen

Einer von einer Frau verfassten Kolumne entnommen:


Weil ihnen das von Natur aus eigen ist, sind Männer in der Lage, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auf Fussball. Oder Eishockey. Schlimm? Von wegen. Der Mann hat die Gabe, völlig darin aufzugehen und alles um sich herum zu vergessen während dieser Zeit. Die Frauen gehen zur Entspannung ins Yoga. Dort verharren sie dann im Hund und analysieren die Checkliste, meist mit einem unbefriedigenden Ergebnis. Während die Männer ein weiteres Bier aufmachen und finden, ihr Leben sei doch eigentlich sehr in Ordnung.

Wären die Frauen klug genug, sich ein paar dieser männlichen Eigenschaften zu eigen zu machen, würde dies ihr Dasein ungemein vereinfachen. Anders gesagt: Mit einer gesunden Portion männlicher Lockerheit wären Frauen wirklich unschlagbar.


Pardon: das sollen also "männliche Eigenschaften" sein? Fussball, Eishockey und Bier aufmachen?
Ja Hallo, bin ich da im falschen Film?
Was für Männer meinst du denn, gute Frau?
Vermutlich deine ganz eigenen.

Mittwoch, 7. November 2012

Männlich oder was?

Der Psychologe Herb Goldberg glaubt sieben Grundsätze "maskuliner Imperativen" geortet zu haben, die da wären:


  1. Je weniger Schlaf ich benötige,
  2. je mehr Schmerzen ich ertragen kann,
  3. je mehr Alkohol ich vertrage,
  4. je weniger ich mich darum kümmere, was ich esse,
  5. je weniger ich jemanden um Hilfe bitte und von jemandem abhängig bin,
  6. je mehr ich meine Gefühle kontrolliere und unterdrücke, und
  7. je weniger ich meinen Körper achte,
desto männlicher bin ich.

Gibt es wirklich noch Männer, die so einfach ticken bzw. gestrickt sind? 
Und wenn ja:  was wären das für Männer (Männer?) ?
Ich will es nicht glauben. 
Oder bin ich so blind, es nicht zu sehen?

Oder könnte es auch sein, dass jene Männer glauben, dadurch jenen Frauen zu imponieren, die auf solche "männlichen Tugenden" abfahren?

Freitag, 19. Oktober 2012

Aber Vati!

Ich liebe Filmserien aus der DDR. Zum Bügeln schaue ich mir jeweils den Polizeiruf 110 an (die Produktion war wohl als "Gegenderrick" gedacht). Darin zeigt sich die Volkspolizei besonders höflich und verständnisvoll. Und den Schwank "aber Vati" finde ich besonders gelungen. Mal ganz abgesehen vom Unterhaltungswert sind diese Filme, die den DDR-Mief geradezu sympathisch darstellen, hervorragende Zeugnisse der Zeitgeschichte, indem sie offenbaren, welches Bild sich die offizielle DDR geben wollte. In den Serien, die ich kenne, sind  da und dort auch erstaunlich kritische Voten zu vernehmen. Und bald kann man das Gefühl haben, die DDR sei eigentlich etwas ganz Kuscheliges gewesen.

Nun gönne ich mir Erichs Luxusbad. Wenn auch die Duftnote kaum definierbar scheint, wirkt das Produkt wunderbar entspannend. Und danach ziehe ich mir eine alte DDR-Produktion rein. Aber Vati!

Dienstag, 25. September 2012

Die kostenlose Umarmung




















Erst kürzlich waren sie wieder einmal hier, die Aktivistinnen und Aktivsten der Bewegung *Free Hugs", sprich der "kostenlosen Umarmung". Sie sind in allen grossen Städten dieser Welt anzutreffen und stehen mit einem auffälligen Plakat gut sichtbar an einer stark frequentierten Ecke der Stadt. Ich beobachte mit Interesse die Szene. Viele Passanten/innen ziehen scheinbar unbeteiligt vorbei, wenige bleiben stehen und zögern, und noch weniger gehen spontan auf die "kostenlosen Umarmer/innen" zu und nehmen das Angebot an.

Sind wir in einer derart gefühlskalten und anonymen Welt, dass es solcher Aktionen bedarf? Was empfinden die Menschen, die sich derart umarmen lassen? Geniessen sie den jeweiligen Augenblick und ziehen alsbald zufrieden von dannen? Und jene, die "kostenlos umarmen"? Fühlen sie sich als Missionare - oder "Überzeugungstäter/innen", die etwas gegen die "soziale Kälte" unternehmen wollen, und sei es bloss - oder immerhin? - eine Umarmung?

Diese und weitere Fragen werde ich bei nächster Gelegenheit den "Umarmern" und "Umgearmten" stellen. Ob ich vom Angebot allerdings Gebrauch machen werde, steht indes auf einem ganz anderen Blatt. Gänzlich will ich es nicht ausschliessen. Weil es ja u.U. gut tun kann, einfach so eine Umarmung, mitten in der Stadt, mittags um 12 Uhr, kurz vor dem Mittagessen.

PS
Wird es bald kostenlose Küsser und Küsserinnen geben, mithin als logische Fortsetzung der Gratis-Umarmung? Ich bin gespannt. 

Mittwoch, 19. September 2012

Erzkatholisch und so furchtbar korrekt

Statusmeldung für heute Morgen halbacht nach der Zeitungslektüre und dem Hören der Frühnachrichten:

Irgendwie geht mir  in letzter Zeit dieses penetrante Zelebrieren von politischer Korrektheit auf den Wecker. Die Tugendwächter -unsere Tugendwächter!- melden sich in letzter Zeit vermehrt und mit aufgeschwellter Brust und klugem Gesicht zu Wort. Dabei müsste nur gesagt werden: Mist bleibt Mist. Weshalb dann die Hysterie unserer politischen Behörden? Mist stinkt, das genügt vollends als Argument.


Hätten Sie nicht irgendein Image für mich, 
irgendsowas, was man vor sich hertragen kann? 
Ich schäm mich im Moment ganz fürchterlich -
den andern sieht man´s auch auf den ersten Blick an,
daß sie sich ständig mit was Großem abgeben 
und nicht, wie der Rest der Welt, im Kleingeist ersticken. 
Schließlich erkennt man die, die richtig leben, 
an der richtigen Kleidung und dem richtigen Blick.

Ach, wir sind doch alle so erzkatholisch, 
egal, wie frei und links wir uns geben,
ständig wolln wir unser Gewissen beruhigen, 
uns vor allem ins richtige Bett reinlegen,
ständig wolln wir zeigen, wie sozial wir sind, 
und wie edel, hilfreich und gut, 
ständig wolln wir zeigen, wie mutig wir sind, 
nur leider fehlt uns dazu ständig der Mut.

Hätten Sie vielleicht noch ein Abzeichen frei, 
einen Trachtenjankerl oder´n Jutekleid, 
irgendeine im Moment grade schicke Partei, 
aber bitte: im Namen der Gerechtigkeit. 
Vor allem aber muß es modern und liberal sein, 
auch konservativ, nur es darf nicht banal sein, 
dieses Mäntelchen, um das wir uns so drängen, 
um es dann gemeinsam in den Wind zu hängen.

Ach, wir sind doch alle so erzkatholisch, 
egal, wie frei und links wir uns geben,
ständig wolln wir unser Gewissen beruhigen,
uns vor allem ins richtige Bett reinlegen, 
ständig wolln wir zeigen, wie sozial wir sind, 
und wie edel, hilfreich und gut -
ach, da lob ich mir die ungeschliffene, unausgegorene, 
dreckige Wut!

Freitag, 14. September 2012

Wie weit darf denn Satire gehen?

Sprechen wir doch nochmals über Satire, Polemik und Meinungsäusserungsfreiheit. Den empörten Ruf, ein dummes Filmchen zu verbieten, höre ich. Was alles wollen wir sonst noch verbieten? Hier eine kleine Auswahl an nicht gerade feiner (antikatholischer) Satire. Ich frage: soll das jetzt auch auf den Index wie anno dazumal?



Ganz schön deftig, nicht?

Ostern vorbei? Komm auch du zur Katholischen Kirche, wir haben das ganze Jahr dicke Eier. Immer ein Platz frei im Priesterseminar



















relief that truth is out at last