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Sonntag, 17. November 2013

Wie ich am 24. November stimmen werde


zur Vorlage 1: 
in keinem Betrieb soll der höchste Lohn das Zwölffache des kleinsten Lohns betragen. Das heisst. dass die innerbetriebliche Lohnspanne 1:12 betragen kann - und nicht darüber. Ich gebe zu: ein radikales Begehren. Aber ich stimme ihm trotzdem zu - aus taktischen Gründen, aber auch, weil ich das Begehren in seiner Stossrichtung als richtig erachte.

zur Vorlage 2:
ich stimme Nein - weil es eine Mogelpackung ist und das traditionelle, sprich konservative Familienmodell steuerlich begünstigen will. 

zur Vorlage 3: 
ich stimme der vorgesehenen Erhöhung der Autobahnvignette zu, da massvoll und sachlich gerechtfertigt. 

Voilà, ich hoffe wie immer a) auf eine möglichst hohe Stimmbeteiligung und b) dass ich nicht zu den Verlierern des nächsten Urnengangs gehöre (das wäre nicht das erste Mal....). 

Mittwoch, 7. November 2012

Was klein beginnt....

Aufgeschnappt beim Surfen auf der Homepage der US-Demokraten und gleich notiert:

One voice can change a room. And if a voice can change a room it can change a city. And if it can change a city it can change a state. And if it can change a state it can change the nation. And if it can change the nation it can change the world.

Wer wollte dem widersprechen?

Mittwoch, 19. September 2012

Erzkatholisch und so furchtbar korrekt

Statusmeldung für heute Morgen halbacht nach der Zeitungslektüre und dem Hören der Frühnachrichten:

Irgendwie geht mir  in letzter Zeit dieses penetrante Zelebrieren von politischer Korrektheit auf den Wecker. Die Tugendwächter -unsere Tugendwächter!- melden sich in letzter Zeit vermehrt und mit aufgeschwellter Brust und klugem Gesicht zu Wort. Dabei müsste nur gesagt werden: Mist bleibt Mist. Weshalb dann die Hysterie unserer politischen Behörden? Mist stinkt, das genügt vollends als Argument.


Hätten Sie nicht irgendein Image für mich, 
irgendsowas, was man vor sich hertragen kann? 
Ich schäm mich im Moment ganz fürchterlich -
den andern sieht man´s auch auf den ersten Blick an,
daß sie sich ständig mit was Großem abgeben 
und nicht, wie der Rest der Welt, im Kleingeist ersticken. 
Schließlich erkennt man die, die richtig leben, 
an der richtigen Kleidung und dem richtigen Blick.

Ach, wir sind doch alle so erzkatholisch, 
egal, wie frei und links wir uns geben,
ständig wolln wir unser Gewissen beruhigen, 
uns vor allem ins richtige Bett reinlegen,
ständig wolln wir zeigen, wie sozial wir sind, 
und wie edel, hilfreich und gut, 
ständig wolln wir zeigen, wie mutig wir sind, 
nur leider fehlt uns dazu ständig der Mut.

Hätten Sie vielleicht noch ein Abzeichen frei, 
einen Trachtenjankerl oder´n Jutekleid, 
irgendeine im Moment grade schicke Partei, 
aber bitte: im Namen der Gerechtigkeit. 
Vor allem aber muß es modern und liberal sein, 
auch konservativ, nur es darf nicht banal sein, 
dieses Mäntelchen, um das wir uns so drängen, 
um es dann gemeinsam in den Wind zu hängen.

Ach, wir sind doch alle so erzkatholisch, 
egal, wie frei und links wir uns geben,
ständig wolln wir unser Gewissen beruhigen,
uns vor allem ins richtige Bett reinlegen, 
ständig wolln wir zeigen, wie sozial wir sind, 
und wie edel, hilfreich und gut -
ach, da lob ich mir die ungeschliffene, unausgegorene, 
dreckige Wut!

Sonntag, 11. Dezember 2011

Italiens Faschismus

Unglaublich.
Der Faschismus treibt seine tollsten Blüten.
Mitten in Europa.
Mussolinis Geist lebt ganz offensichtlich weiter.

Was lese ich soeben in der Online-Ausgabe der NZZ:

Ein zunächst friedlicher Protestmarsch in der norditalienischen Stadt schlug am Samstagabend in Gewalt um, wie italienische Medien berichteten. Rund hundert mit Knüppeln, Steinen und Brandsätzen bewaffnete Krawallmacher attackierten das die Zigeunersiedlung und zündeten dort Autos und Häuser an. Den Berichten zufolge wurde aber niemand verletzt.

Ein 16-jähriges Mädchen hatte zuvor vorgegeben, auf dem Nachhauseweg von zwei Zigeunern vergewaltigt worden zu sein. Bei der Polizei gab sie später zu, freiwillig Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Gegenüber ihrer Familie hatte sie die Vergewaltigungsgeschichte erfunden, um den Verlust ihrer Jungfräulichkeit zu rechtfertigen. Die Familie schickte sie zu regelmässigen Kontrollen bei einem Frauenarzt.

Nach Bekanntwerden der Lüge beendete die Polizei die Gewalt gegen das Zigeunerlager und nahm zwei Männer im Alter von 20 und 59 Jahren fest. Turins Bürgermeister Piero Fassino sagte, Lynchjustiz gegen unschuldige Menschen, nur weil sie Ausländer seien, sei nicht hinnehmbar.

Man beachte:

Die Polizei beendet die Gewalt erst nach Bekanntwerden der Lüge (!!), und:
Lynchjustiz sei gegen unschuldige Menschen nicht hinnehmbar. In contrario heisst dies: wenn Menschen "schuldig" sind, ist Lynchjustiz hinnehmbar.

Dies ist heute geschehen , mitten in Europa.

Ausgerechnet in Italien.
Faschismus in Reinkultur.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Nur Frauen wählen

Am 23. Oktober werden wir in der Schweiz ein neues Parlament (National- und Ständerat) wählen. Seit ich das Stimm- und Wahlrecht habe, wähle ich stets dieselbe Partei, deren Mitglied ich auch bin. Und seit rund 20 Jahren wähle ich im übrigen nur deren Frauenliste. Männer wähle ich seither nicht mehr, aus grundsätzlich-politischen Überlegungen, die ich später auflisten werde.

Auch wenn ich mit der Partei bzw. deren Frauen nicht immer einverstanden bin, bleibe ich ihr bzw. ihnen treu. Es stimmt halt schon: man wechselt eher die Partnerin bzw. den Partner als die Parteizugehörigkeit. So werde ich also auch am 23. Oktober die Frauenliste der sozialdemokratischen Partei in die Urne werfen - unverändert.

Viel Glück, liebe Frauen!

Sonntag, 11. September 2011

Mao und andere Tabus

Heute war ich mit einer chinesischen Kollegin unterwegs, einer verheirateten Mutter und Naturwissenschaftlerin, in Begleitung der Kinder. Ich kann mit ihr über alles reden, aber bitte nicht über Politik! Anfänglich reizte es mich, mit ihr über Mao zu debattieren oder über den "Grossen Sprung", über die Kulturrevolution und manch anderes mehr.

Aber die Lust dazu ist mir definitiv vergangen, denn dann schaltet sie, einem Automatismus gleich, auf stur und leiert die ideologischen Phrasen runter und enerviert sich dabei aufs Gröbste. Also schweige ich lieber, wenn das Stichwort Tibet fällt oder Taiwan, so wie heute. Dann sage ich bloss augenzwinkernd: wann kommst du wieder zu mir nach Hause, um ein Glas Weisswein zu trinken? Sie lächelt verlegen und lässt ihrerseits Mao und den Grossen Sprung augenblicklich ruhen.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Mladic

Endlich.
Heute ist er verhaftet worden.
Er nannte sich General.
Doch vor allem war und ist er ein verrückter Massenmörder.
Vor nicht allzu langer Zeit: ein Massaker mitten in Europa.
Über 8'000 Menschen ermordet.
1995.
Viel zu lange schaute Europa dem Gemetzel zu.
Zauderte.
Bemühte das Völkerrecht, während dessen das Abschlachten längst begonnen hatte.
1995.
Erinnerung ist Befreiung.
Joschka Fischer sprach Klartext,
namentlich 1999,
am legendären Parteitag der Grünen zum Kosovo-Einsatz.
Er, der als Kriegshetzer beschimpft wurde.
Derweil der Schlächter Mladic sich als Helden feiern liess.
Mladic ist heute verhaftet worden - heute ist ein guter Tag.