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Dienstag, 22. Oktober 2013

Damals im Frühling

Die Sonne wärmte mich mehr als heute,
die Blätter, sie waren jung und grün,
der Wind, er war warm und stürmisch,
das Brunnenwasser, das sich prickelnd auf meiner Zunge anfühlte.
Blühende Bäume und Pflanzen da und dort.
Fülle des Lebens in Zweisamkeit.
Du und ich.

Und jetzt
die welken Blätter,
die Sonne,
die ihre wärmende Kraft zusehends verliert,
der auffrischende Wind aus dem Norden,
der mich abends frieren lässt,
das Brunnenwasser, das bald versiegt.
Welke Blätter da und dort.
Abschied von der Fülle.
In sich gekehrtes Leben ohne dich.
Ohne dich. 

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Herbsttage

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rilke

Was bleibt
sind die Erinnerungen.
Es gilt, Abschied zu nehmen und 
allein
durch den herbstlichen Wald zu streifen, 
die unruhigen Nächte zu überleben
und 
den unabdingbaren 
Wandel zu akzeptieren. 

Montag, 5. August 2013

Novembermelancholie

Nach diesem erneuten Hitzetag,
dem ich nutzlos ausgeliefert bin,
sehne ich mich
nach der Melancholie
des späten Nachmittags im November.
Abenddämmerung,
Nebelschwaden,
trüb und nass.
Nach ausgiebigem spazieren entlang des Flusses
zu Hause vor dem Schwedenofen sitzen
bei einem Glas Burgunder.
Es knistert so schön,
und der Kälte wird getrotzt.

Sehnsucht
nach
Kälte, Schnee und Nebel. 

Sonntag, 4. August 2013

Am Piburger See



Piburger See.
Nur sein.
Klares Wasser, leichte Brise.
Im Gepäck etwas Käse, Brötchen, Tomate, vegetarischer Aufschnitt.
Im Halbschatten liegen - direkt am Seeufer, die zahlreichen Wurzeln im Boden stören kaum.
Dann einige Runden schwimmen und die kalte Strömung geniessen.
Stille, nur wenige Teenies erinnern daran, dass man hier nicht allein ist.
Pure Gegenwart, die alles und nichts bedeuten kann.
Stunden vergehen.
Nichts lässt sich aufhalten, konservieren.
Piburger See, Sommer 2013.
Ob ich dich jemals wieder sehen und spüren werde? 

Dienstag, 9. Juli 2013

Sommertage

Sommertage stimmen mich auf eigentümliche Weise melancholisch. Anders als im Winter erinnert mich der Sommer an unbeschwerte Kindertage. Strandferien in Italien, und abends der obligate Geruch von Pizza aus dem Holzofen. Ich spüre die Hitze des Sandes unter meinen Füssen, sehe die Menschenmasse  am Strand, die gebauten Sandburgen von uns Kindern, den Eisverkäufer und die Lirascheine unter meinem Badetuch. Gerne erinnere ich mich jetzt daran, und doch, nein, ich will keine solchen Ferien mehr verbringen, schon lange nicht mehr. Vielleicht, irgendwann, werde ich aus Nostalgiegründen dennoch wieder hinfahren.

So sitze ich in der abgedunkelten Wohnung. Ein feines Lüftchen macht sich bemerkbar, der Parkett ist sauber gewischt und voller Glanz. Ich habe einige Stunden freie Zeit. Tue nicht viel. Schreiben, lesen. Ich lasse mich bewusst treiben und spüre den Schweiss auf meinem Nacken.
Heute ist die Gegenwart dünn.
Zähe Stunden, kriechend und schwer.  

Dienstag, 2. Juli 2013

Sommertag

Sommer.
Früher Nachmittag.
Das Büro ruft....noch.
Und dann, endlich
sich fallen lassen,
ohne Auffangnetz
und doch wissend,
dass die Landung sich sanft anfühlt.

Montag, 24. Juni 2013

Graues Wetter

Das aktuelle graue Wetter mag ich.
Nichts beelendet mich mehr als jenes ewig Optimistische, Feierliche
in Form
eines scheinbar nie zu Ende gehenden blauen Himmels.
Ich mag entlang eines Flusses laufen, wenn über mich die graue Decke herrscht
und ich
das kühlende Wasser wahrnehme
und mich auf das herannahende Sommergewitter freue.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Sommergewitter

Abendliches Sommergewitter.
Starker Regen, Böen.
Die Kaltfront hat uns erreicht.
Gerne höre ich dem Regen zu,
ich stehe auf der Terrasse und schaue auf die Stadt.
Momente des Loslassens, des Nichtdenkenmüssens.
Die Zeit rast davon, einmal mehr und immer akzentuierter.
Das Fenster ist weit geöffnet -
möge sich der Regen die ganze Nacht bemerkbar machen. 

Donnerstag, 11. April 2013

Frühling in Aussicht

Frühling jetzt - morgen noch viel Regen.
Samstag und Sonntag: Temperaturen um die 18 Grad.

Freitag, 29. März 2013

Schnee soweit das Auge reicht

Übrigens schneit es an diesem Karfreitag ununterbrochen. Und ich habe nicht einmal etwas dagegen. Mengen von Neuschnee!

Sonntag, 10. Februar 2013

Sonntags unterwegs...

Schnee, so weit das Auge sieht.
Klirrende Kälte bei blauem Himmel.
Eiszapfen da und dort.
Zugefrorene Bäche, hüpfende Vögel.
Im tiefen Schnee versinken
und die wärmenden Sonnenstrahlen
auf dem Gesicht spüren.
Stampfen und den Augenblick wahrnehmen.






Dienstag, 5. Februar 2013

Draussen im Bademantel

Manche, die ich kenne, schätzen den Winter nicht. Sie sehnen den Frühling herbei, die wärmende Sonne und blühende Felder. Ich hingegen liebe den Winter aus Überzeugung. So auch heute Abend weiss ich ihn zu schätzen. Nach dem wärmenden Lavendelbad stehe ich auf meiner Terrasse und schaue in die dunkle, kalte Nacht. Intensiver Schneefall. Die wenigen Häuser mit den kaum beleuchteten Fenstern gegenüber meiner Wohnung sehe ich kaum, so inbrünstig lassen die Wolken die feinen Schneekristalle auf die Stadt fallen. In solchen Momenten stehe ich einfach da und schaue diesem Schauspiel wohlwollend, ja mit Glücksgefühlen zu. Ich friere nicht, obwohl ich im Bademantel stehe, barfuss. Und beinahe glaube ich für diesen einen Moment, dass ich zufrieden bin. Zufrieden mit mir und meiner Situation. Und ich weiss sehr wohl, dass es bald kippen kann. Morgen vielleicht schon, zum Beispiel beim Mittagessen, wenn ich das ganze momentane Leben aus einer anderen Perspektive betrachte. Dann könnte ich leicht in ein Jammertal geraten und all das, was eben war, widerrufen. Doch heute Abend schaue ich einfach dem Schneetreiben zu, atme tief die nach Winter riechende Luft ein und höre auf zu denken. Vielleicht, weil es innerlich so kribbelnd warm und draussen so behaglich kalt ist. Und ja, morgen kann alles anders sein - mental zumindest. 

Montag, 28. Januar 2013

Alles zu seiner Zeit

Ein Hauch von Frühling weht durch die Luft.
Die Natur spielt verrückt, und
aus den ruhenden Knospen 
entspringen
bereits die ersten Triebe.
Illusionen früher Lust, 
verursacht durch eine 
verfrühte und bloss 
vorübergehende 
Wärme.

Doch der Winter 
wird sich zurückmelden,
ja zurückschlagen,
und den Trieben den Garaus machen.

Alles zu seiner Zeit.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Im Januar

Viele mögen den Januar nicht. Ich eigentlich auch nicht, aber nicht, weil wir da besonders viel Nebel hätten. Oder graues Wetter. Vielmehr liegt es daran, dass der Januar mich hartnäckig an die ewige Wiederkehr des Gleichen erinnert. Während im Dezember sich alles auf die Weihnachtstage verdichtet und er uns damit, wenn auch bloss mental, ein "Schlupfloch" und damit so etwas wie Schutz ermöglicht, lässt der Januar buchstäblich alles offen - der Februar scheint so weit entfernt zu sein. Ja, der Januar fühlt sich leer und langatmig an.
Fluchtmöglichkeiten: Berge, Schnee und Sonne. Nur so lässt er sich ertragen. 

Freitag, 7. Dezember 2012

Winterabend

Es schneit, was es schneien kann.
Stille herrscht über der Stadt.
Die städtischen Busse und Trams kommen nicht mehr vorwärts.
Der Privatverkehr bricht ebenso zusammen.
Windstill ist es, und kalt.
Winterabend.
Drinnen ist es warum und gemütlich.
Die Kerzen brennen.
Die Schneeflocken vollbringen ihren Tanz,
der schwarze Himmel wirkt merkwürdig hell.
Morgen gehts ab in die Berge,
um
in der Stille des tiefen Schnees
zu vergessen
und auf den Brettern und dem Schlitten
das schlichte Dasein zu feiern.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Herbstliche Winterimpressionen







































...der Schneemann freut sich über sein frühzeitiges Leben....die Freude dürfte jedoch von kurzer Dauer sein.

Freitag, 26. Oktober 2012

Sonntag, 23. September 2012

Die Rutschfallen

















Die fallenden und oftmals nassen Blätter bleiben am Boden des Gehsteigs haften.
Braun-gelblich liegen sie vor uns und lassen uns beinahe stürzen,
falls man achtlos über sie schlendert.
Die Rutschfallen erinnern uns immer wieder an das sanfte Sterben,
an Vergänglichkeit und Tod.

Freitag, 31. August 2012

September

Ich freue mich auf dich,
September.
Morgennebel.
Farbige Blätter.
Mittags löst sich der Nebel auf.
Es ist mild.
Ich laufe dann gerne dem Flussufer entlang
und atme tief durch
und registriere
die Vergänglichkeit allen Lebens.
Nachmittags sitze ich draussen in einem Café
und beginne leicht zu frösteln.
Sonnenlicht wie durch Watte.
Die Freibäder werden ihre Tore bald schliessen.
Saisonende.
Abends
ein wärmendes Bad
und ein gutes Buch in der Hand.
Aufbruch nach Innen.