Posts mit dem Label Tochter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tochter werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 16. Mai 2016

halb 7

In wenigen Jahren werde ich dich nicht mehr wecken müssen,
werde dir keine warme Schokolade mehr machen müssen.
Vor diesem Moment fürchte ich mich. 

Dienstag, 22. Dezember 2015

Triumpf der Illusionen

Ich bin, so es die Umstände zulassen, ein furchtbar melancholischer Mensch, und zeitweise neige ich gar zur Sentimentalität. Letzteres mag ich nicht, schon gar nicht an mich selbst. Aber manchmal packt sie mich, namentlich und mit Vorliebe an Tagen wie diesen. Dann möchte ich die Zeit einfrieren, ja gar die Macht haben, am Rad der Zeit drehen zu können, um nochmals gewisse Stationen des eigenen Lebens durchleben zu können, zum Beispiel die Geburt meiner Tochter. In jenem Moment spürte so etwas wie einen Wendepunkt in meinem Leben, eine neue Hoffnung, worin diese auch immer begründet war, da schien beinahe alles möglich zu sein, es war ein Gefühl des Aufbruchs, der Genugtuung, der Freude, ja für einen Moment fühlte es sich an wie das absurde Gefühl, dass uns tausend Sommer bevorstünden: Triumpf der Illusionen.


Dabei weiss ich sehr wohl, dass uns letztlich alles entgleitet, nichts bleibt, wie es ist, nichts werden wir mitnehmen können, doch Wissen (im Sinne objektiver Tatsachen) und Glauben (im Sinne von Wünschen oder Wahrnehmungen) sind nicht dasselbe, und manchmal stehen sie in direkter Konkurrenz zueinander, was Spannungen und Schmerz hervorrufen kann. Hervorrufen muss.


An Tagen wie diesen muss ich einfach da durch.  

Dienstag, 12. November 2013

Von der Angst

zum Beispiel:
  • vor dem alt sein, wirklich alt
  • vor dem nicht-mehr-können (in jeder Hinsicht)
  • vor dem langsamen Zerfall
  • nur noch als Alter (und nicht mehr als Mann) wahrgenommen zu werden
  • nur noch als Kostenfaktor wahrgenommen zu werden (Pflegestufe xy)
  • am Atmungsapparat gefesselt zu sein
  • dass irgendwann alles den Bach runter geht (pessimistisch, ich weiss)
  • dass die Sinne nachlassen
  • das Denken nachlässt
  • das Gedächtnis nachlässt (und doch wäre dies vielleicht eine Gnade)
  • die Freude nachlässt
  • nicht mehr nach Berlin oder Paris reisen zu können
  • oder in die Berge
  • nicht mehr richtig sprechen zu können
  • abhängig sein von Leuten, die mich pflegen (oh Gott)
  • abhängig sein in jeder Hinsicht
  • nicht mehr umarmt zu werden
  • langsam sterben zu müssen, langsam, ja langsam (Agonie)
  • keine Hand da ist, die liebevoll das Gesicht streichelt
  • nachts aufzuwachen, nicht mehr aufstehen zu können und nur noch den roten Alarmknopf tätigen zu können.
  • ans Bett gefesselt zu sein, morgens, mittags, abends: immerzu und immer länger
  • den morgendlichen Satz zu hören: jetzt schön das Tässchen austrinken, gell
Ja, Angst frisst Seele auf

Von der tickenden Uhr

Spätnachmittags hatte ich wie angeschossen das Bedürfnis, zum Grab meines Vaters zu gehen. Ich war schon lange nicht mehr dort. 6 Monate, 9 Monate? Ich weiss es nicht, da Gräber mir an sich nichts bedeuten und ich Tote nicht auf dem Friedhof vermute. Aber heute musste ich, einer inneren Stimme gehorchend, diesen Ort aufzusuchen. Nachdem meine Tochter von der Schule nach Hause gekommen war, brachen wir mit dem Fahrrad auf: 10 Minuten, und wir waren dort. Sonnenuntergang, herbstliche Farben überall, da und dort Besucher auf Bänken und vor mir Amseln, die sich gegenseitig jagen auf der Suche nach Nahrung. Beim Grab zündet meine Tochter die Kerze an und freut sich, da zu sein und ihren Grossvater zu besuchen. Und ich schaue mich weiter um, laufe etwas herum, betrachte die Gräber, gestorben 2010, 2011, dort 1998, geboren 1923, 1945, dort 1958. Es wird so viel gestorben. Und ich stellte mir vor, dass ich, als Mensch (aber nicht als Vater) ganz ruhig bliebe, wenn ich dort, in jenem Augenblick, definitiv abgelegen wäre. Ich würde einfach einschlafen und Teil dieser Gemeinschaft werden, deren Mitglied wir ohnehin eines Tages alle sein werden, nur tun wir so, als ginge uns dies alles nichts an: die Toten, das sind die anderen. Beim Eindunkeln begann ich zu frösteln, ein Moment der Ergriffenheit nahm mich ein: wann werde auch ich da liegen? Bis dato lebe ich, wie wir alle leben wollen, mit unseren Sehnsüchten und Unzulänglichkeiten, unseren Freuden und Illusionen, stets den Tod verdrängend und das ewig dauernde Leben vor dem Auge und hoffend, dass uns dies alles nichts angehe. Nichts. Ich habe keine Sehnsucht nach dem Tod, ich habe Sehnsucht nach dem Leben, das mit jedem Tag dem Tod immer näher kommt. Immer näher. Die tickende und nicht ablegbare Uhr, ich höre sie. 

Montag, 11. November 2013

Durchschaut

Nur wenige durchschauen meine Maske, hinter der ich mich zeitweise verstecke bzw. glaube mich verstecken zu müssen.
Meine Tochter durchschaut mich aber so oder so:
Papa, warum bist du traurig?

Lügen wäre zwecklos, also probiere ich es schon gar nicht (mehr) mit irgendwelchen Tricks.

Es gibt eben nicht immer nur purer Sonnenschein - zum Glück!
Wie recht du doch hast, Papa. 

Freitag, 10. Mai 2013

Unnahbar

Die alte Mutter erzählte ihrem Sohn von ihrem jüngsten Traum. Sie sah ihren Sohn inmitten einer grossen Menschenmenge und wollte auf ihn zugehen, ihn berühren, aber es gelang ihr nicht, die Menschenmenge liess ihre keine Chance, sie versuchte immer wieder, gegen die Masse anzukämpfen, boxte sich irgendwie durch und griff nach ihrem Sohn, doch umsonst, sie griff doch bloss ins jämmerliche Leere. Die Menschenansammlung reagierte unwirsch auf ihr Drängeln und drang sie zurück. Ende des Traums.
Und er, als er die Geschichte gehört hatte, erschrak und dachte sich, wer wohl sonst noch solche Träume von ihm haben mag. Doch eine Gewissheit hatte er: seine Tochter würde nie auf diese Art von ihm träumen. 

Freitag, 29. März 2013

Eierindustrie und industrielle Vernichtung

Beim Eierfärben mit meiner Tochter kommen mir so allerlei Gedanken in den Sinn.
Ich habe Bioeier gekauft, so wie ich das immer tue.
Das ist oder soll
ein kleiner Beitrag für eine etwas bessere Tierhaltung
sein.
Und doch.
Machen wir uns nichts vor.
Ich kläre meine Tochter noch nicht restlos auf
wie das so zu und her geht bei der industriellen Auslese.
Auslese.
Dieses Wort kennen wir nur allzu gut.
Männliche Küken, wir wissen es, werden rasch aussortiert.
Dann vergast.
Mit Kohlenmonoxid.
Das kann mitunter 30 Sekunden lang dauern.
Also: kein Sekundentod.
Qualvolles Sterben.
Ich mag Eier, ich gebe es zu.
Bioeier.
Was die ganze Sache
nur ein bisschen
wenn überhaupt
besser macht.
Meine Tochter freut sich auf die bunten Eier.
Ich mag sie auch.
Vor nicht allzu langer Zeit....... 
Nein, ich mag jetzt nicht darüber nachdenken.




Donnerstag, 28. März 2013

Gründonnerstag

Gründonnerstag, es ist Abend, und ich bin allein. Was mir gerade recht ist. Meine Tochter übernachtet spontan bei einer Freundin, so dass ich die folgenden Stunden so gestalten kann, wie ich will. Doch was werde ich überhaupt tun? Zum einen passt es mir, dass es unentwegt regnet. Wäre schönes Wetter hätte ich wohl das Gefühl, nach draussen gehen zu müssen, weil die Vögel ihr Abendlied von den Bäumen singen, die Sonne lieblich scheint und der Grill auf der Terrasse darauf wartet, in Betrieb genommen zu werden. Doch davon werde ich verschont. Ich kann stattdessen mit ruhigem Gewissen mich einbunkern und mich der Stimmung, die draussen herrscht, völlig hingeben: ich sehe etwas Nebel, Regen und den Waldrand (gegen Westen). Gegen Osten schaue ich auf die Stadt, die merkwürdig still vor sich hindöst.
**
Wenn ich alleine bin, koche ich nur rudimentär. Heute gibts ein Spiegelei mit Rösti, dazu viel Wasser. Alleine trinke ich nie höchst selten Alkohol, weil mich das deprimieren würde. Ich mag jetzt nicht darüber nachdenken, weshalb ich dies so empfinde. Danach werde ich lesen (Palmens Logbuch), später werde ich mir einen Film aussuchen, die Beine strecken und mich berieseln lassen. Noch später werde ich ein Lavendelbad nehmen und danach ins Bett hüpfen.
**
An Ostern werden wir uns noch vom Winter verabschieden. Wie sich das gehört: man verabschiedet sich von guten Freunden. In den Bergen hat es noch einen Haufen Schnee, juhe. Das heisst: nochmals so richtig im hohen Schnee stapfen, nochmals mit dem Schlitten den Berg runter donnern, nochmals den winterlichen Clown spielen, kalte Füsse spüren, später in der Berghütte eine heisse Suppe essen, dazu dunkles Brot und etwas Alpenkäse. 
**
Meine Tochter fragt mich in letzter Zeit häufig, ob "dieser Jesus" überhaupt gelebt habe. Ja, den historischen Jesus gab es. Ob er denn aber wirklich Blinde sehend gemacht habe, fragt sie weiter, das könne doch nicht sein. Na ja, das wisse ich auch nicht, ich weiss nicht einmal, ob ich daran glaube oder nicht. Ehrlich gesagt glaube ich nicht daran, aber dennoch kann der Satz wahr sein. Ich versuche, das Ganze als Metapher zu erklären. Sie nickt. Und ich bin ratlos und kann im Grunde der Dinge wenig mit Religion anfangen. Vor allem diese Karfreitagshysterie, wie sie noch in gewissen katholischen Gebieten praktiziert wird, ist mir sehr fremd - und auch suspekt. 

Euch allen wünsche ich frohe Ostertage. 

Dienstag, 19. März 2013

Über das Weinen

Neulich und wie beiläufig sagte mir jüngst meine Tochter, dass sie mich noch nie weinen sah. Die Mama hingegen schon, aber mich nicht. Sie sagte dies nicht in einem trotzigen Ton, sondern nüchtern feststellend. Ich fragte nach und wollte wissen, was das nun für sie bedeute. Eigentlich nichts. Aber ob ich denn nie weine, wollte sie schon genauer wissen. Und so redeten wir über das Weinen, genauer: über die verschiedenen Arten des Weinens.

Es gibt nicht nur das sichtbare Weinen, es gibt auch das stille und von aussen kaum wahrnehmbare. Jenes Weinen, das sich der Aufmerksamkeit der Umgebung zu entziehen weiss. Nicht, dass ich mich des Weinens schämen würde - ich wüsste nicht, was es da zu schämen gäbe. Aber ich neige nun mal dazu, still zu weinen, wobei mich dabei jeweils eine oder zwei Tränen zu begleiten wissen. Ich sagte ihr auch, dass Weinen nicht zwangsläufig nur etwas mit Trauer oder Traurigkeit zu tun hat, beileibe nicht ! Weinen kann man auch aus Betroffenheit, aus Rührung (was bitte nicht mit Sentimentalität zu verwechseln ist), ja natürlich auch aus Freude. Mozart bringt mich dazu, Tränen zu vergiessen, und ganz offenkundig ist dies ihr noch nie aufgefallen, ebenso wenig meinen Sitznachbarn im Opernhaus, denke ich mal.

Ich dachte heute über diesen kürzlichen Dialog etwas nach und glaube, dass ich bislang authentisch gehandelt habe: ich weine so, wie ich nun mal weine. Dass mich meine Tochter dabei nie "erwischt" hat, nehme ich zur Kenntnis. Und trotzdem stört es mich ein wenig. Weil sie vielleicht bislang glaubte, dass ihr Papa nicht weint, weil er ein Mann ist. Wenn dem so wäre, so wäre das ein falsches, ja fatales Signal. Umso mehr habe ich ihr gesagt, dass Weinen nicht eine Frage von Mann oder Frau, von Kind oder Erwachsenem ist. Weinen ist vielmehr ein Grundrecht eines jeden. So wie man lachen darf, darf man auch weinen. Ob zu Hause, im Treppenhaus, im Opernhaus oder im Schulhaus. Oder wo auch immer. So wie nicht immer die Lauten stark sind, nur weil sie lautstark sind, so sind nicht immer jene die Schwachen, nur weil sie mal weinen. Weinen kann auch Ausdruck von Stärke, ja von Souveränität sein, so wie, negativ formuliert, lautes Gebrüll noch lange kein Zeichen von Stärke ist: es schreien vorab jene am Lautesten, die keine Argumente haben.

Ich denke, dass sie dies verstanden hat. Und es mag auch sein, dass sie dereinst ihren Papa durchaus still wird weinen sehen, denn ich stehe ab sofort unter strenger Beobachtung. 

Samstag, 2. Februar 2013

Kindliche Erkenntnisse -treffend auf den Punkt gebracht

Dialog beim Frühstückstisch:
Du Papa, ich glaube, ich weiss jetzt, warum Don Giovanni als die Oper aller Opern bezeichnet wird. Weil in ihr alles verkommt, was man fühlen kann, Hass, Liebe, Eifersucht, dann kommt auch noch ein Mord vor, dann Rache, Verzweiflung, ja (überlegt und summt dabei die Arie von Donna Anna), alles kommt doch vor. Alles.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Das Leben nochmals erleben


In den Kindern erlebt man sein eigenes Leben noch einmal, 
und erst jetzt versteht man es ganz.
Kierkegaard

Mag sein, dass dem, ansatzweise, so ist. Ich erlebe beim Spiel mit meiner Tochter mitunter intensive Momente des Erinnern. Ihre kleinen Triumphe und Niederlagen des Alltags sind qua Erinnerung auch die meinen. Unlängst musste ich meinen damaligen Schulweg nochmals durchwandern und sah mir dabei alles an. Merkwürdig, als sei die Zeit stehengeblieben, verliere ich mich in meinen Gedanken längst verflossener Momente. Ob dabei allerdings das Leben ganz verstanden wird, wage ich sehr zu bezweifeln. Ich bin schon froh, etwas achtsamer zu werden. 

Samstag, 24. November 2012

Na dann Mahlzeit

Nein, das brauche ich nicht mehr für mein Glück :-)
Es darf etwas gesitteter zu und her gehen - grundsätzlich zumindest.
Mamablog

Dienstag, 11. September 2012

Bunte Seifenblasen


















Heute Abend vor dem Eindunkeln habe ich mit meiner Tochter Seifenblasen gepustet. Die einen lebten bloss einige Sekunden lang, andere bedeutend länger. Die einen suchten sich ihren Weg nach links, andere nach rechts oder verirrten sich gnadenlos Richtung Boden, um alsbald zu platzen.

Blau schimmernde....mit und ohne Rotstich, grosse sowie kleine, die sich manchmal zu Kolonien zusammentun, und einige einsame, grosse Blasen, die stolz so tun, als würden sie gleich die grauen Wolken berühren wollen.

Unbeschwerte, bunte Welt voller Illusionen.

Samstag, 23. Juni 2012

Kinder und Narren

Heute nach dem Wandern notiert:

Bei einem Rast beobachtet meine Tochter, wie ich mich nonverbal mit einer Frau verständige, indem wir uns Blicke zuwerfen und miteinander schäkern.
Da meint die Tochter nach einer kurzen Weile in altklugem Ton:
also Papa, die Frau wäre nun wirklich zu jung für dich.
Ich schmunzelte.
Und ja, es ist wirklich so: Kinder und Narren sagen stets die Wahrheit.
Direkt, unverblümt und prägnant auf den Punkt gebracht. 

Dienstag, 29. Mai 2012

Todesanzeige (?)

Meine Tochter hat mich heute beim Schwimmen beiläufig gefragt, ob ich eine Todesanzeige möchte, wenn ich gestorben sei. Die Frage hat mich amüsiert (und blieb unbeantwortet), jetzt beschäftigt sie mich ein wenig. Sollte man nicht rechtzeitig an seinen Tod denken bzw. was (unmittelbar) danach folgt? Bezüglich Testament habe ich ein leichtes Spiel: die Mama der Tochter erbt alles, damit letztere dereinst alles erbt. Doch wie meine Beerdigung dereinst konkret aussehen soll, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Na ja, ein paar Jährchen will ich schon noch leben, und doch: wir sind bekanntlich alle zum Tode verurteilt, nur tun wir so, als ginge uns das alles doch nichts an. Wir können schon morgen tot sein - von der Strassenbahn überfahren, von einem Hirnschlag heimgesucht, wie auch immer.

Wichtig für mich: Feuerbestattung, Musik von Mozart, schlichter Grabstein (grauer Granit ist mir recht) nur mit dem Namen versehen. Keine Blumen. Und ich denke, dass auf die Todesanzeige verzichtet werden kann: wer mich sucht, kann mich immer finden. 

Samstag, 26. Mai 2012

Geliehene Zeit

Ich verbringe unbeschwerte Zeit mit meinem Kind,
wissend,
dass dies doch nur-
oder immerhin-
geliehene Zeit ist.
Nichts bleibt, wie es ist.
Ich weiss, und doch tue ich mich schwer damit.
Verdammt schwer. 

Dienstag, 20. März 2012

Ohne Maskerade

Heute Mittag konnte ich kurz mit meiner Tochter und einem weiteren Kind das Mittagessen einnehmen. Was mir immer wieder auffällt: Kinder sind so, wie sie sind. Nichts von Maskerade und dergleichen mehr. Keine Heuchelei in der Wortwahl, was nicht heisst, dass Kinder in ihrer Ausdrucksweise unsensibel wären. Aber sie reden nicht zwischen den Zeilen, sondern mit ihnen.
***
und mich erwarten weitere Stunden im Geschäft. Abends ein Treffen, jedoch keines des Herzens. Kompromisse da und dort - manchmal hasse ich mich dafür: die Maskerade lässt grüssen. 

Freitag, 2. März 2012

Wieder auf dem Spielplatz

Ein Aufenthalt spätnachmittags auf dem Kinderspielplatz hat etwas Befreiendes. Da sitze ich in alten Jeans im Sandkasten und "backe Kuchen", schwatze da und dort mit Müttern (wo bleiben eigentlich die Väter?), mache Versteckspiele und beobachte gleichzeitig das bunte Treiben. In solchen Momenten fühle ich mich oftmals in einer seltsamen Stimmung: scheinbar alterslos und für einen Augenblick losgelöst von manchen Problemen. Ich geniesse die Sonne auf dem Gesicht, nehme die vertraute Umgebung wahr und bin einfach da -  weder fröhlich noch traurig, sondern bloss die intensive Existenz wahrnehmend. 

Montag, 13. Februar 2012

Wo bleibt das Kind?!

Meine Tochter hat die Gabe, mich in Panik zu versetzen, indem sie nach der Schule manchmal nicht zeitig nach Hause kommt, sondern bei einer Freundin eine lustige Runde dreht - und ich starte Telefonaktionen und beginne langsam zu schwitzen und spiele bereits mit dem Gedanken, die Polizei zu alarmieren. Eine halbe Stunde später ruft sie dann an, sie sei dort und dort, aber Papa, mach dir doch keine Sorgen....

Um es klarzustellen: sie ist weder 16 noch 14, sondern erst 9! Sie macht es ja nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil sie den Kopf oftmals in den Wolken hat. Nun ja, ich trage es mit Fassung, aber heute bin ich schon sehr nervös geworden. Und ich ahne schon dunkel: es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. 

Montag, 26. Dezember 2011

unbekümmerte Momente

Heute war ich mit meiner Tochter an einer regelrechten Schneeballschlacht. Das hat mir Spass gemacht, unbekümmert den Augenblick geniessen zu können und nicht an morgen zu denken. Ein Kind zu haben bedeutet auch, seinem inneren Kind Raum zu geben, herumblödeln zu dürfen. Nicht immer alles argumentativ belegen müssen. Sich im Schnell wälzen und den Clown mimen. Diese unbekümmerte Zeit wird nicht mehr lange dauern. Ich geniesse sie, solange sie zu geniessen ist.

Ich habe an diesen Weihnachtstagen nicht an die früheren Weihnachtstage gedacht, vermutlich deshalb, weil ich es nicht wollte oder auch nicht brauchte. Oder fürchtete ich mich vor der Erinnerung? Weihnachten ist emotional besetzt. Da sind zu viele Bilder vorhanden, zu viel Erinnerung, zu viel Stoff, zu viele Erwartungen. Was wird wohl sein an der nächsten Weihnacht?
Mit diesem Lied werde ich gleich ins Bett gehen und versuchen, an nichts zu denken. Gute Nacht.