Montag, 6. Juni 2016

Alte Rechnungen

Manchmal können mich banale "alte" Rechnungen aus der Fassung bringen.
Nicht des Betrags wegen.
12. Mai 2001, 8. August 2003.
Sie lösen vielmehr ganze Erinnerungsschübe aus. 

Von der Mitternachtssonne

Sehnsucht nach der Mitternachtssonne,
nach dem Norden und der wärmenden Kälte.
Nichts als Weite, Seen, Wälder.
Sonne, die nicht unterzugehen scheint. 

Dienstag, 31. Mai 2016

Vom Nichtgähnen beim Lesen

....demgegenüber: Max Frisch.....

Immer wieder neu zu entdecken, neu zu lesen.
Nie das Gefühl des déjà-vu, vielmehr der permanenten Neuentdeckung.
Auch bei Sätzen, die man schon gefühlte tausend Mal gelesen hat.....

aber vor allem: standhalten, dem Licht, der Freude (wie unser Kind als es sang) im Wissen, 
dass ich erlösche im Licht über Ginster, 
Asphalt und Meer, standhalten der Zeit, beziehungsweise 
Ewigkeit im Augenblick. 
Ewig sein: gewesen sein

Vom Gähnen beim Lesen

Gewisse Literatur, die ich durchaus gerne lese (namentlich aus dem Bereich der Erotik), langweilt mich in letzter Zeit gewaltig. Ich gähne, wenn ich davon lese. Ein déjà-vu nach jeder Zeile. 

Sonntag, 29. Mai 2016

Stärker als die Zeit

Sonntagabend

Sonntagabend, du erinnerst mich daran, wie die Zeit davon rennt.
Dich, Zeit, kann ich nicht bändigen, nur etwas besänftigen,
indem ich den schönen grauen Wolken zuschaue. 

Mittwoch, 25. Mai 2016

Love of my Life

Dieses Lied läuft mir die ganze Zeit über nach. 
Ich kann nichts dagegen tun.
Morgens, abends, vor allem abends.
Und wenn ich nachts nicht schlafen kann. 

Vom Schulweg

Neulich hat er sich vorgestellt, seinen Schulweg von damals wieder zu gehen.
Er kennt dort jedes Haus, jeden Strauch, jeden Baum.
Ob alles noch so sei, wie es war, damals?
Gerade aus, dann die kaum befahrene Strasse überqueren, dann weiter.
Rechts vom Schulhaus ist die katholische Kirche, gegenüber das Fussballfeld.
Wie oft kam er zu spät nach Hause, mittags!
Er wird hingehen, bald, und den Weg nochmals gehen.
Und dann erneut.
Weshalb, weiss er auch nicht genau. 

Samstag, 21. Mai 2016

Vor uns hintastend, Liebes

Ja, all the way

Von der Verdrängung

Eigentlich

ist es ihm bewusst, dass er den Tod, genauer: den Alterungsprozess verdrängt.
Er ist ja noch jung, denkt er, jedenfalls kommt ihm dies vor allem beim Joggen
beinahe
triumphierend
in den Sinn
und namentlich
beim lang andauernden Sex.
Er geniesst seine Manneskraft,
die ihm bislang nicht im Stich gelassen hat,
seine Achtsamkeit und seine Ironie, vor allem auch Selbstironie.
Er erlebt so etwas wie eine Alterslosigkeit,
auch wenn er morgens
keinen jungen Mann im Spiegel betrachtet,
der noch nass hinter den Ohren ist.
Noch kann er zupacken,
schamlos auch,
und dass die Lust tiefe Ewigkeit beansprucht,
kann er jederzeit unterschreiben.

Einmal wird es auch ihn erwischen.
Nicht heute, nicht morgen.
Doch irgendwann.
Und dann wird er baff sein und sich sagen hören:
also auch ich,
ja, auch ich.