Mittwoch, 30. November 2011

Der Mädchenschwarm, der nicht Justin Bieber heisst

Letzte Woche sah dich meine Tochter in der Innenstadt. Ganz aufgeregt war sie.

Schau Papa, dort ist Robin!
Komm, geh zu ihm und bitte ihm um ein Autogramm!

Zielstrebig läuft sie ihm, der mit seiner kleinen Familie unterwegs ist, hinterher. Papa muss behilflich sein. Gemeinsam gehen wir also auf ihn zu und erklären ihm die Bitte meiner Tochter.

Er ist sichtlich berührt, einen so jungen Fan zu haben.




Weisst du, ich habe ein Bild von dir in meinem Zimmer!
Oh, äh, das ist schön.
Er unterschreibt auf einem improvisierten Zettel.
Robin Adams, für dich, liebe Aenne.

Sie dürfte wohl der jüngste Fan sein.
Er schmunzelt und blinzelt mir zu.

Bald werden wir dich wieder auf der Bühne live erleben.
Wir freuen uns auf dich!
Und, natürlich: Aenne freut sich sehr auf dich :-)!

Dienstag, 29. November 2011

Hände, die sich berühren (XIII)

Wie soll die Geschichte weitergehen?
Die beiden beginnen mich langsam zu nerven. Da ist viel Defensives, Abwartendes, Ungenanntes. Das muss sich ändern.
Also stelle ich mir vor:

Auf der Baustelle ist ihm in den Sinn gekommen, dass sie anlässlich ihres letzten Telefonats allerlei erzählt hatte, so auch dies, dass sie es liebe, sich .zwischen den Beinen zu rasieren, wenn sie einem Mann gefallen wolle. Er ist am Telefon nicht darauf eingegangen, weil es ihm irgendwie die Sprache verschlagen hatte. Er hörte bloss zu, sagte aber dann wie beiläufig in einem Nebensatz: ich mag es sehr, wenn Frauen......ich meine, wenn Frauen sich frisch machen. Beinahe wäre er ins Stottern geraten, ein Glück, dass sie ihn nicht durch das Telefon sehen konnte, wie er rot im Gesicht angelaufen ist. Diese kleine Episode trieb ihn fortan an, und er malte sich nun allerlei Phantasien aus. Und dann, nachdem er einem Schreiner auf der Baustelle diverse Aufträge mit auf den Weg gegeben hatte, packte ihn ein Verlangen. Er wollte sie einladen, am liebsten sofort, zu einem gemeinsamen Wochenende. Er kramte sein Handy aus der Tasche hervor und stellte ihre Nummer ein.

Gute-Nacht-Lied

Nostalgie? Ja.
Weit und breit kein Justine Biber :-).

Lebenswege

















Das Leben folgt nicht immer einer klaren und durchwegs logischen Spur. Manchmal sind Umwege in Kauf zu nehmen, um zu sich selbst zu kommen. Oder man landet für eine Zeit lang in eine Sackgasse und befürchtet, den Ausgangspunkt nicht wieder zu finden. Freiheit bedeutet immer auch Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen. Wer frei ist, kann sich verfahren, kann Unfälle bauen, die Orientierung verlieren, die Richtungen verwechseln, die falsche Autobahnausfahrt nehmen, sich als Geisterfahrer betätigen und dergleichen mehr.

Freiheit hat ihren Preis. Und der kann manchmal hoch sein.

Wer demgegenüber im selbst gewählten goldenen Käfig sitzt, muss sich diese Fragen kaum stellen, die Hinweistafeln nach West, Süd, Ost und Nord mögen ihn nicht gross beschäftigen. Manchmal vielleicht sehnt sich der gefangene Vogel nach Freiheit, nach der Möglichkeit, Richtung Süden zu fliegen. Aber der goldene Käfig behagt ihm, trotz allem. Er arrangiert sich.

Unfreiheit hat ihren Preis. Und der ist hoch, zu hoch für meinen Geschmack.

Wohin des Weges? Ich weiss es nicht immer. Wer die eine Richtung wählt, muss zwangsläufig auf die andere verzichten. Es fällt mir zeitweise schwer, mich entscheiden zu müssen. Doch wer nicht entscheidet, wird zum Spielball der Umstände.

Das Ziel, es selbstbestimmtes und damit emanzipiertes Leben zu führen, ist anspruchsvoll, oftmals mühselig, anstrengend. Doch es gibt realistischerweise keine valable Alternative, die dem Leben und seinen Möglichkeiten gerecht würde.

Samstag, 26. November 2011

Begierde

Gefunden bei Sartre (in: das Sein und das Nichts, Reinbek 1974, S. 507)

Begierde ist der Fleischwerdungsversuch des Bewusstseins. Und: Ich werde zu nichts als heisser, feuchter Haut.

Kann man es treffender formulieren?

Schneefall...

Ich will endlich Schnee haben, tonnenweise.
Will durch verschneite Landschaften Langlaufen gehen,
einen Schneemann mit meiner Tochter bauen,
versehen mit einer grossen Nase und einem warmen Halstuch.
Und durch den hohen Schnee stapfen und
klirrende Kälte um mich spüren,
auf zugefrorenen Seen Schlittschuhlaufen.
Immer wieder umfallen dabei,
Dein Lachen dazu.
Und dann, in einer kuschelig warmen Hütte,
will ich deinen warmen Körper spüren.

Freitag, 25. November 2011

Monogamie (I)

Wer die Monogamie zur absoluten Tugend erklärt, will herrschen. Das damit einhergehende Argument der Liebe oder Treue ist unter dieser Prämisse blosser Vorwand und schlechte Maskerade.

Ich werde später auf dieses Thema zurückkommen.

kurz vor dem Einschlafen

Donnerstag, 24. November 2011

Die Zeit verrinnt

Und wieder habe ich dieses schale Gefühl, dass die Zeit schlicht davonrast. Sie verrinnt, macht sich auf und davon. Schon ist wieder Donnerstagabend, das Wochenende steht vor der Türe, um bald wieder doch nur den Montag einzuläuten. Dieses absurde Gefühl, ganz Grundlegendes zu verpassen, Chancen nicht als solche zu erkennen, blind durch die Gegend zu laufen und dabei Manches, das es zu entdecken gäbe, nicht zur Kenntnis zu nehmen. Besonders nachts kann mich dies in schlaflosen Momenten schlicht zur Verzweiflung bringen, vor allem auch dann, wenn die Kirchenglocken gnadenlos jede Viertelstunde akustisch zu Protokoll geben.

Nichts ist für mich so geheimnisvoll und bedrohlich zugleich wie die Zeit, die uns für einen kurzen Lebensmoment geschenkt wird.

Mittwoch, 23. November 2011

Das Fleisch, das schwach wird

Flieh, das Fleisch wird schwach, heisst es sinngemäss an einer Stelle in Dürrenmatts Besuch der alten Dame. Gibt es jedoch nicht Momente, wo es stimmig ist, dass das Fleisch schwach wird, so dass bei dieser Konstellation nur noch der pure Augenblick zählt und eine Flucht letztlich eine Flucht vor sich selbst ist?

Dienstag, 22. November 2011

Hände, die sich berühren (XII)

Sie lernen, sich auf ganz behutsame Art näherzukommen, mit allen Rückschlägen, die dabei unausweichlich sind in Form von Missverständnissen und Fehltritten. Es sind kleine Gesten, Andeutungen, Blicke, die sie in ihrem Annäherungsprozess weiterbringen und ihnen Raum öffnet für allerlei Wagnis. Und ihre Hände berühren sich gar, wollen sich nun nicht so schnell wieder voneinander trennen. Er wagt es gar, sie dabei sanft zu streicheln. Noch herrscht der Kopf vor, beide wollen die Kontrolle nicht verlieren. Aber es scheint, dass ihre Herzen viel weiter sind, sie haben etwas erkannt, wovor ihr Intellekt noch weit davon entfernt ist. Das Wettrennen zwischen Kopf und Herz ist nun definitiv eröffnet und in vollem Gang.

Montag, 21. November 2011