Mittwoch, 4. Juni 2014

Gedankenspliiter (Pause im Geschäft)

Gibt es ein Glück mit Tiefe? Oder ist es ratsamer, stets nur an der Oberfläche zu schwimmen, um nicht im Strudel von Gefühlen und Begierden zu ersaufen?
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In letzter Zeit schlafe ich suboptimal, obwohl ich keinerlei Sorgen habe. Regelmüässig wache ich auf. 0300 Uhr, Totenstille drinnen und draussen. Das gibt mir die Möglichkeit, in entspannter Stimmung zu lesen, meistens bis 0400 Uhr, dann holt mich wieder bleierne Müdigkeit ein.
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Ich bleibe dabei: Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich. Und wir wollen Exklusivität beanspruchen, zumindest was die Sexualität anbelangt. Geht der Partner jenseits dessen "fremd", ist dies in den meisten Fällen kein Thema. Eigentlich bizarr, unser Verhältnis zur Eifersucht.
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Je länger je mehr liebe ich schweren Wein. Vermutlich eine Alterserscheinung.
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Bald werde ich wieder in die Berge flüchten, wenn es hier unten zu heiss wird. Ich mag den Sommer in den Städten nicht. Und noch weniger am Strand: zu viel Schweiss, zu viel Menschenfleisch.
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Die Jugend wird masslos überschätzt: Illusion des alles-ist-möglich.
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Aktuell lese ich "Tanzen auf Beton" von Iris Hanika. Meine ganz persönliche Neuentdeckung. Eine Frau, in deren Schreibe ich mich glatt verliebte.

Tanzen auf Beton ist eher was für die jungen Leute. Das stört uns aber nicht, weil, wir sind ja im Herzen jung, sowieso, bloß der Körper ist halt schon älter und das Streben nach Freiheit von Schmerzen schon wichtiger geworden als der Sexualtrieb. Wäre es anders, könnten wir aufregende Dinge erleben in diesem betonierten Raum, der einmal einen Industriebetrieb beherbergte, wovon alles zeugt, was man im Dunkeln von ihm sehen kann. Manchmal gehen Scheinwerfer an, dann sieht man mehr. Hätte der Sexualtrieb uns also noch so imperativ in seinen Krallen wie vor zwanzig Jahren, würden wir uns nicht durch Wippen und Wassertrinken gegen Krach und Beton wehren, sondern Drogen nehmen, vielleicht auch nur Alkohol, um uns zu enthemmen. Sobald wir enthemmt genug wären, würden wir nacheinander mit drei verschiedenen Personen herumknutschen, um schließlich mit der letzten dieser Personen in einer dunklen Ecke des Raumes den Geschlechtsakt zu vollziehen. Das verwirrte uns allerdings dermaßen, daß wir schnell verschwänden, nachdem diese Person, von der wir weiter nichts wüßten, als welchem Geschlecht sie angehört, das aber sicher, ihrerseits schnell verschwunden wäre. Aufs Unisex-Klo, hätte die Person gesagt. Wir würden den Moment nutzen, um unsererseits hinauszuhasten, es wäre sechs Uhr morgens, es wäre hell, die gelben Lichter vieler Taxis leuchteten grell. Wir sähen das nur aus den Augenwinkeln, während wir zur S-Bahn rennten, schnell, in vertrautes Gefilde, das heißt, uns vom Acker machten, fort, nur fort, weit fort (nach Hause). Das wäre dann schmutziger Sex gewesen, nicht wahr? Beziehungsweise »anonymer Sex«, das ist der Fachausdruck. Ein roher Akt, aber keiner der Roheit! Ficken auf Beton halt, Sex im Krach. Wir wären um ein Erleb­nis reicher. Von dem würden wir den Enkeln nicht erzählen wollen, sollten wir einmal welche haben, doch könnten wir davon zehren, weil wir mit Gewißheit wüßten, auch einmal jung gewesen zu sein.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Kronenhalle


Wieder einmal tafeln gehen, du und ich.
Und dazu einen schweren Burgunder kredenzen.
Ganz im Augenblick sein und
trotzdem
gänzlich eingedeckt
von gelebter Geschichte.

Kronenhalle Zürich - ich freue mich. 

Mittwoch, 21. Mai 2014

Ein nie aufhörendes Sehnen

Ich kann dir meine Empfindung nicht erklären, es ist eine gewisse Leere - die mir halt weh tut-, ein Sehnen, welches nie befriedigt wird, folglich nie aufhört. 
Mozart an seine Frau Constanze, fünf Monate vor seinem Tod.

Über Identität

Man sollte sich nicht zu sehr um seine Identität sorgen, sonst entwickelt man schnell neurotische Tendenzen. Wichtiger ist das Vertrauen darauf, dass sich die Identität trotz unserer inneren Widersprüche immer wieder selbst herzustellen vermag
Adolf Muschg

Freitag, 16. Mai 2014

Nüchernheit

Illusionsloser Skeptizismus (sprich Nüchternheit) auch in bejahenden Beziehungen schützt vor Enttäuschungen. Und eben vor Illusionen. 

Dienstag, 13. Mai 2014

Die Liste

Du hast eine Liste geführt,
bis Dein erstes Kind auf die Welt kam.
Hast alle Männer festgehalten und
durchnummeriert.
Was war/wie oft/geschützt oder ungeschützt.
Ein sonderbares Gefühl
zu wissen,
welche Nummer mir
in dieser Reihenfolge
zukommt.

Freitag, 9. Mai 2014

Tussikratie (die)

Aufgeschnappt (Definition nach Theresa Bäuerlein und Friederike Knüplin)
Die "Tussikratie", wie sie Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling in ihrem Buch definieren.

Stefanies Heldenreise

Stefanie aus Kaiserslauten habe also eine "Heldenreise" durchgemacht, meint die rührselige Heidi Klum, die aktuell wohl bestbezahlte, fleisch gewordene Realsatire.

Eine Heldenreise?
Vielleicht wird dereinst ein Gymnasium in Kaiserslauten nach Stefanie benannt.
Und Klum wird deutsche Kulturministerin.
Und Pro 7 wird staatlich subventioniert. 
Und wir alle verblöden nur noch.

Montag, 28. April 2014

Wenig, viel bis nichts

Schreiben ist für mich grundsätzlich ein Akt der Befreiung. Indem man schreibt, beschreibt man seine Gefühle und Abgründe und relativiert sie sogleich, weil man über sie reflektiert und, im gleichen Atemzug, im besten Fall relativiert. In den letzten Tagen und Wochen jedoch kommt mir schlicht nichts in den Sinn, was ich schreibend zu bewältigen hätte. Obwohl sich einiges angesammelt hat an Verunsicherungen, Mutmassungen und Hoffnungen. Doch die Sätze lösen sich auf, ehe sie niedergeschrieben werden. Ich habe zur Zeit wenig zu sagen, bewältige meinen Alltag, erledige meine Pflichten (auch mit Freude), treffe mich mit Kollegen. Auch lese ich in letzter Zeit wieder vermehrt, vor allem Eva Illouz. Das ist wenig und viel bis nichts zugleich. 

Sonntag, 6. April 2014

Vom Begehren

Aufgeschnappt bei der sonntäglichen Presselektüre:

um Sex braucht es Begehren. 
Und Begehren braucht 
Unterschiede statt Ähnlichkeit, 
Aggression statt Kompromisse und 
Mysterium statt Sockenfalten.

Na ja: gemeinsames Sockenfalten kann doch auch schön sein - vorher oder nachher.  

Dienstag, 1. April 2014

Herr Gauck spricht über direkte Demokratie

«Die direkte Demokratie kann Gefahren bergen, wenn die Bürger über hochkomplexe Themen abstimmen», sagte Gauck an der Medienkonferenz im Landgut Lohn in Kehrsatz. Er sei ein überzeugter Unterstützer der repräsentativen Demokratie, mit der Deutschland «sehr gut fährt»

Mag sein.
Nur:
was ist mit den Politikerinnen und Politiker, die über ach so komplexe Themen befinden müssen? Können die es denn immer besser als das gemeine Volk, d.h. fällen sie ihre Entscheidungen immer im Interesse der Bevölkerung, also frei von Emotionen und Interessenbindungen?

Diese Frage würde mich sehr interessieren, sehr geehrter Herr Bundespräsident.